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»Eine Motivation für alle«

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Große Ehre für Martina Seidl: Die 46 Jahre alte Gautrainerin im Skiverband Chiemgau/Inngau ist zur Trainerin des Jahres im Biathlon gekürt worden. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Traditionell werden bei der Einkleidung der Wintersportler des DSV auch Sportler und Trainer ausgezeichnet. Angefangen vom »Goldenen Ski« gibt es auch Ehrungen in den einzelnen Disziplinen. So wurde Martina Seidl vom SC Hammer zur Trainerin des Jahres im Biathlon gekürt.


Die 46-Jährige ist Gautrainerin im Skiverband Chiemgau/Inngau und betreut 26 Nachwuchsbiathleten im Schülerbereich. Zum Team gehören zusätzlich sechs Trainer. »Die Auszeichnung freut mich sehr und hat mich auch überrascht. Es zeigt aber auch die Wertschätzung und Wichtigkeit der Trainertätigkeit im Schülerbereich. Die Auszeichnung soll auch als Motivation für alle sein, die in diesem Bereich arbeiten«, betonte die ehemalige Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Diese Titel holte die gebürtige Schlechingerin unter ihrem Mädchennamen Zellner.

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Neben ihrem Engagement im Biathlon-Nachwuchsbereich leitet Martina Seidl eine Agentur für betriebliches Gesundheitsmanagement. Wegen der aktuellen Corona-Maßnahmen sind in diesem Bereich die Aktivitäten für sie eingeschränkt. Daneben ist sie aber auch Hausfrau und Mutter von zwei Kindern, die ebenfalls sportlich sehr aktiv sind. Der 16-jährige Sohn Elias ist mittlerweile erfolgreich im Biathlon unterwegs, die jüngere Schwester Antonia liebäugelt mit einer Karriere beim Biathlon. Angesprochen auf ihre Erfolge und Medaillen sagt Martina Seidl: »Die Medaillen habe ich im Keller verstaut.« Diese werden eigentlich nur zu Fotoshootings hervorgeholt.

Gute Erinnerungen an die sportliche Karriere

Normalerweise ist sie beim Biathlon-Weltcup in der heimischen Chiemgau-Arena eine der über 1000 ehrenamtlichen Helferinnen und betreut dabei auch die Sponsoren. Dieses Mal wird es aber im Januar ganz anders sein. Der Weltcup in Ruhpolding wird 2021 wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal überhaupt ausfallen, stattdessen machen die Sportler länger in Oberhof Station. »Das mit der Absage hat mich überrascht, aber ich kann es aus mehreren Gründen verstehen«, sagt sie.

18 Jahre nach dem Ende ihrer Karriere als Biathletin überwiegen bei ihr die schönen Erinnerungen an diese Zeit. »Bei Misserfolgen habe ich oft länger gebraucht, diese zu verarbeiten«, gibt sie zu. »Ich war nicht der Typ, der bei Platz 35 lächelnd durchs Ziel gefahren ist. Ich habe immer versucht zu analysieren, was schiefgelaufen ist und mich gefragt, wie ich besser werden kann.«

Den Boom im Biathlon, der Ende der 90er begonnen hatte, konnte sie noch ein paar Jahre miterleben. Angefangen hatte es aber schon mit Peter Angerer und Fritz Fischer, die bereits Erfolge feiern konnten. »Die Deutschen lieben Sportarten, in denen wir erfolgreich sind«, sagt die 46-Jährige. Mit der Einführung von Wettkämpfen wie dem Massenstart und der Verfolgung wurde die Sportart auch für das Fernsehen noch attraktiver. »Das hat man bei ARD und ZDF schnell gemerkt und ist auf den Zug aufgesprungen.« Großen Anteil an ihrem Erfolg hat vor allem ihr Vater Karl, mit dem ist sie als Trainer und Techniker groß geworden ist. Aber auch Peter Angerer oder Martin Hobmaier haben ihr Talent erkannt und gefördert. Später war es Bundestrainer Uwe Müßiggang.

Ihr Karriereende war gut überlegt

Die soziale Absicherung fand sie beim Bundesgrenzschutz, der heutigen Bundespolizei. Dort wurde sie von Engelbert Sklorz und Roland Biermeier trainiert. »In guten und in schlechten Zeiten waren die da«, zeigt sie sich dankbar. Ihr Karriereende 2002 hatte sie überlegt gewählt. »Das war genau richtig und ich habe nichts bereut. Ich habe noch eine Zeit erlebt, die sehr persönlich war.«

Gerne erinnert sich Martina Seidl an die Mannschaftsabende zurück, bei denen das Wort »Biathlon-Familie« im Mittelpunkt stand. »Natürlich haben wir auch damals schon professionell trainiert, aber anders halt. Alles hat sich mittlerweile weiterentwickelt. Es wird mehr Geld verdient und man kann richtig berühmt werden. Unsere Zeit war anders, dafür bin ich dankbar. Bei uns hat es noch mehr gemenschelt.« SHu

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