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Eine kleine, aber feine Erfolgsgeschichte

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Bis 1991 wurde Rudern auf dem Waginger See allenfalls mit Urlaubern im Gummiboot oder mit Anglern in Verbindung gebracht, die sich mit ein paar ruhigen Schlägen in Position brachten. Erst im Frühjahr 1992 begann die kleine, aber feine Erfolgsgeschichte des Waginger Rudervereins. Dieser Tage feierte der Verein sein 20-jähriges Bestehen.


Die Ruderbegeisterten Albert Krumscheid und Peter Polklesener gelten als »Gründungsväter« des Waginger Vereins, der am 24. Oktober 1992 zunächst als Abteilung des Waginger Segelclubs gegründet wurde. Erster Vorsitzender wurde Peter Polklesener. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Abteilung prächtig.

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Die erste Bootshalle wurde 1994 gebaut, ein offener Unterstand der noch im selben Jahr vergrößert werden musste, da bereits für 13 Boote Platz gebraucht wurde. Mit den Jugendlichen Johannes und Katharina Patzelt begann erstmals eine Mannschaft mit dem Leistungsrudern unter Trainer Albert Krumscheid.

1995 übernahm Krumscheid auch den Vereinsvorsitz und das erste neue Boot wurde gekauft. Durch Johannes Patzelt feierte der Ruderverein 1997 den ersten Regattasieg und es fanden regelmäßig Ruderlehrgänge für blinde und sehbehinderte Menschen statt. Mitgliederanzahl und Bootspark wuchsen kontinuierlich. Im November 1997 trennte man sich vom Segelclub. Zum neuen Domizil wurde die Bootshalle am Strandbad Seeteufel. 1998 bildete der Verein eine Sportarbeitsgemeinschaft mit der Hauptschule Waging. In den Folgejahren kamen noch vier weitere Schulen aus dem Landkreis Traunstein hinzu.

1999 überschritt der WRV die 100-Mitglieder-Marke, Volker Gruhl übernahm den Vorsitz. Ein größerer Steg und das erste Motorboot kamen im Jahr 2000 dazu. 2001 zählte der Waginger Ruderverein bereits 150 Mitglieder, der Kindervierer wurde Landessieger und fuhr beim Bundeswettbewerb mit. Als erster Vorsitzender blieb der 2002 gewählte Sebastian Tondorf zwei Wahlperioden im Amt.

2003 errang der Waginger Ruderverein 51 Siege, darunter sechs Bayerische Meistertitel, zweimal Bronze bei U-17-Jahrgangsmeisterschaften sowie zwei Deutsche Sprintmeisterschaften. Mathias Krumscheid wurde 2005 Deutscher Jugendmeister im LG-Doppelvierer. 2007 war der Waginger Ruderverein erstmals Ausrichter der Sechs-Seen-Regatta und ein Jahr später übernahm Holger Osterkamp den Vereinsvorsitz, den er bis heute inne hat. Der Verein trat dem Bayerischen Behindertensportverband bei und gründete die Abteilung »Adaptive Rowing«.

Anke Molkenthin, seit 2007 Mitglied im WRV, errang 2009 im LTA-Mix-Vierer mit Steuermann Silber beim Weltcup und Bronze bei der Weltmeisterschaft in Polen. Diese Erfolge konnte Molkenthin 2010 und 2011 bei den Weltcuprennen sowie bei den Welttitelkämpfen in Neuseeland und Slowenien wiederholen. Gekrönt wurde diese Leistung mit der Silbermedaille bei den Paralympics 2012 in London.

Auch für die Zukunft hat sich der Waginger Ruderverein einiges vorgenommen. So soll in Bälde das Bootshaus neu gebaut werden. Die Baugenehmigung liegt bereits vor. Den Festabend moderierte Michael Rosemann. Ein Gstanzlsingen, eine Diaschau und ein Theaterstück der Schülerriege rundeten die kurzweilige Veranstaltung ab.

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