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Ein Weltklasse-Teilnehmerfeld stürmt wieder den Hochfelln hinauf

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Der Startschuss für den 43. Hochfelln-Berglauf fällt am Sonntag um 10 Uhr. (Foto: Weitz)

Während die internationale Berglauf-Elite bereits in großer Zahl für den 43. HochfellnbergLauf am kommenden Sonntag um 10 Uhr gemeldet hat, gehen die Nennungen aus den heimischen Gefilden etwas zäh ein. »Viele warten wohl auf den letzten Drücker oder aber sie entscheiden sich erst an der Nachmeldestelle, ob sie an den Start gehen«, mutmaßt der stellvertretende OK-Chef Georg »Bibi« Anfang.


Kurzentschlossene Läufer können sich nämlich am Samstag von 15 bis 17.30 Uhr bei der Tourist-Information oder am Wettkampf-Sonntag von 7 bis 9 Uhr im Kaser 36 gegenüber der Talstation der Hochfelln-Seilbahn für den 8,9 Kilometer langen deutschen Berglauf-Klassiker (1074 Höhenmeter) nachmelden. Eine vernünftige Prognose, wer die Kreismeisterschaft Inn/Chiemgau gewinnen oder für die weiteren Podestplätze in Frage kommen könnte, kann demnach noch nicht aufgestellt werden.

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Auch Andreas Stitzl wird wieder am Start sein

Eine feste Größe bei den heimischen Herren ist Filmon Abraham (LG Festina Rupertiwinkl). Weitere Anwärter auf die regionalen Spitzenränge sind Tobi Irlacher (TG Salzachtal), Wolfgang Klinger (LG Festina Rupertiwinkl), Biathlon-Herrenbundestrainer Andreas Stitzl (Skiclub Bergen) und Hannes Namberger (Ruhpolding/Team Mammut). Bei den Damen werden nach derzeitigem Nennstand Michelle Maier (PTSV Rosenheim), Waltraud Berger (TG Salzachtal) und Tatjana Mitkina (Triathlon Altenmarkt) in der Inn/Chiemgau-Wertung die größten Chancen eingeräumt.

Freuen können sich die Zuschauer auch auf ein hochkarätiges internationales Läuferfeld mit Spitzenathleten aus 22 Nationen. Zu ihnen zählt die erfolgreichste Bergläuferin aller Zeiten, Andrea Mayr aus Österreich, die sich nach ihrer Olympia-Teilnahme im Marathon unlängst ihren sechsten WM-Titel im Berglauf holte und am Hochfelln gerne zum siebten Mal triumphieren möchte.

Zu ihren ärgsten Konkurrentinnen zählen die Vizeweltmeisterin von 2015 und amtierende Europameisterin (jeweils Bergauf/Bergab), Emily Collinge aus Großbritannien, die früheren Hochfelln-Berglauf-Siegerinnen Antonella Confortola aus Italien und Silvia Schwaiger (damals Silvia Olejarova) aus Slowenien sowie die Deutsche Meisterin Michelle Maier und die Deutsche Vizemeisterin Melanie Noll.

Bei den Herren ist Petro Mamo der Favorit

Bei den Herren gilt der erfolgreichste Bergläufer der vergangenen vier Jahre, Petro Mamo aus Eritrea, als Topfavorit. Nach seinen Hochfelln-Berglauf-Siegen 2013 und 2014 will der Einzel-Weltmeister von 2012 und Team-Weltmeister von 2013 heuer das Triple perfekt machen.

Zu seinen Hauptkonkurrenten gehören der letztjährige WM-Dritte im Einzel und im Team, Robbie Simpson aus Großbritannien, der letztjährige Weltranglisten-Erste und Vize-Europameister im Team, Andrew Douglas aus Großbritannien, die Team-Weltmeister von 2015 Alex Baldaccini (Team-Europameister 2015 und 2016) und Francesco Puppi (Vize-Weltmeister 2016 im Team) aus Italien, der erfolgreichste Bergläufer aller Zeiten und sechsfache Weltmeister Jonathan Wyatt aus Neuseeeland und der ehemalige Juniorenweltmeister und letztjährige »Hochfelln-Champion«, Yossief Tekle aus Eritrea. Insgesamt nehmen damit sechs der sieben besten Bergläufer der Weltcup-Zwischenwertung am Hochfelln-Berglauf teil.

Mit dem Italiener Francesco Puppi hat jetzt auch ein weiterer Spitzenläufer seine Startzusage gegeben. Er hat mit dem 3. Rang bei der Berglauf-Langstrecken-WM 2015, die im Rahmen des Gornergrat-Zermatt-Marathons ausgetragen wurde, eine starke sportliche Referenz aufzuweisen. Mit seinen italienischen Mannschaftskollegen Tommaso Vaccina und Massimo Mei holte er sogar den Team-Weltmeistertitel.

Der Italienische Meister in der Disziplin Vertical- und Short-Trail-Running hat in Bergen auch noch etwas gutzumachen: 2014 bei seiner Hochfelln-Premiere wurde Puppi nämlich nur Gesamtzwölfter mit für seine Verhältnisse bescheidenen 46:40,7 Minuten. 43 Minuten sei sein Ziel, kündigte der 24-Jährige nun an. Es ist also alles angerichtet für ein Berglauf-Weltcup-Ereignis der Extraklasse, bei dem Spitzenathleten, ambitionierte Breitensportler und Hobbyläufer gleichermaßen auf ihre Kosten kommen werden.

Auch das Wetter scheint wieder perfekt mitzuspielen, denn die Meteorologen sagen herrliches Spätsommerwetter voraus. Ob bei besten äußeren Bedingungen auch die Streckenrekorde fallen werden, scheint fraglich, denn an diesen haben sich die Top-Athleten schon öfters die Zähne ausgebissen. Andrea Mayr kann ihren Streckenrekord von 47:28,2 Minuten aus dem Jahr 2008 wohl nur selber verbessern und der Streckenrekordler bei den Männern, der nimmermüde Jonathan Wyatt, weiß selbst am besten, dass er 2002 mit 40:34,9 Minuten eine Fabelzeit aufgestellt hat. Wyatt stand inklusive der WM 2000 achtmal ganz oben auf dem Hochfelln-Siegerpodest.

Vorbereitungen für 2017 laufen bereits

Kurz vor der 43. Auflage des deutschen Berglaufklassikers müssen übrigens bereits schon wieder die Anmelde- und Genehmigungsformalitäten für den nächsten Berglauf beim Leichtathletikverband erledigt werden. Dabei stellte sich heraus, dass die im nächsten Jahr anstehende Bundestagswahl am 24. September 2017 angesetzt werden könnte.

Sollte die »Terminüberschneidung« amtlich sein, wird der Skiclub Bergen trotzdem am traditionellen Termin festhalten. Vorstandschaft und Ressortleiter waren sich darin einig, sich nicht beirren zu lassen. »Auch das Oktoberfest wird bestimmt nicht wegen der Bundestagswahl verschoben«, gab man zu bedenken. mmü