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Ein teuer erkaufter Erfolg

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Markus Haindl (rechts, hier im Duell mit dem Wasserburger Lorenzo Griffin) wird den Basketballern des TV Traunstein wohl längere Zeit fehlen. Er verletzte sich beim Pokalspiel schwer am Knie. (Foto: Weitz)

Die Freude über einen der größten Erfolge in der Abteilungsgeschichte war am Montagabend spürbar getrübt. Hatte es im Auftaktviertel des Bayernpokal-Viertelfinals beim SV Allianz München noch danach ausgesehen, als wäre der TVTler Markus Haindl an diesem Abend nicht zu stoppen, so kam sein Punktekonto gleich zu Beginn des zweiten Abschnittes auf grausame Art und Weise mit neun Punkten zum Stillstand. Bei einem für ihn so typischen, beherzten Zug zum Korb klappte das linke Knie des Traunsteiner Neuzugangs nach unbeabsichtigtem Fremdkontakt unglücklich zur Seite.


Der Schock stand in den Folgeminuten allen Anwesenden ins Gesicht geschrieben. Nach längerer Behandlung auf dem Feld wurde der Flügelspieler unter dem Applaus der Zuschauer im Sportzentrum nahe des Englischen Gartens in die Obhut der Notärzte übergeben.

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Vor der Wiederaufnahme der Partie schworen sich die acht verbliebenen Traunsteiner Korbjäger darauf ein, das Spiel für ihren verletzten Teamkollegen zu gewinnen. Dass dies trotz des Zwei-Klassen-Unterschiedes keine Selbstverständlichkeit war, zeigte vor allem die Schlussphase der ersten Halbzeit. Bis dahin hatten zunächst Weber und Haindl sowie später Benedikt Aumeier den Vorsprung der Gäste durch ihre Treffsicherheit mehrfach in zweistellige Sphären anschwellen lassen. Jedoch verstand es der Münchner Bezirksligist immer wieder, seine physischen Vorteile unter den Körben für sich zu nutzen. Ein umjubelter 8:0-Lauf brachte das Heimteam bis zur Halbzeitpause bis auf sechs Punkte heran (35:41).

Begegnung auf der Kippe

Als die Begegnung schließlich am Anfang der zweiten Hälfte endgültig zu kippen drohte, übernahmen Thomas Weber und Benedikt Aumeier in der Offensive das Kommando. Nach allen Regeln der Basketballkunst sezierten die beiden Traunsteiner Aufbauspieler nun die Münchner Defensivreihen. Während Weber auf vielfältige Art und Weise zu punkten vermochte, glänzte Aumeier in dieser Phase vor allem als Vorbereiter.

Nach zwei mustergültigen Abschlüssen stellte Alexander Guggenberger schließlich in der 30. Minute die Weichen aufs Top Four (48:70). Im Schlussviertel konnten die Münchner dann lediglich noch Ergebniskosmetik betreiben. Am Ende offenbarte die Anzeigetafel jedoch einen 80:68-Auswärtserfolg für den TVT, der damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Top-Four-Turnier, dem höchsten deutschen Amateur-Pokalwettbewerb, einzieht.

Für die Traunsteiner endete damit die wohl anstrengendste Etappe im bisherigen Saisonverlauf. Zwei Tage zuvor hatte sich die Tadzic-Truppe noch in der Bayernliga beim TSV Unterhaching bewähren müssen. Gegen den Tabellenführer lief man aber von Anfang an einem Rückstand hinterher. Die Gastgeber konnten mit einem Sieg die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen und starteten dementsprechend motiviert in die Begegnung. Eines designierten Meisters würdig, lief der Ball gut durch die Hachinger Reihen, was immer wieder Lücken in der TVT-Verteidigung offenbarte.

Die ohnehin dünn besetzten Chiemgauer mussten dann zu allem Überfluss bereits früh im ersten Viertel auf Kapitän Thomas Weber verzichten, der beim Zug zum Korb unter einem Gegenspieler begraben wurde und schließlich sichtlich angeschlagen nicht mehr aufs Spielfeld zurückkehren konnte. Erst Mitte des Viertels fand man schließlich besser in die Begegnung und konnte verkürzen (14:22).

Die Marschrichtung war aber bereits klar vorgegeben. Zu groß war die Dominanz Unterhachings und zu klein war der Glaube bei den Traunsteinern, in der Partie noch etwas mitnehmen zu können. So schien das Motto eher Schadensbegrenzung zu lauten, was mehr oder weniger gelang. Nach der Schlusssirene gratulierte der TVT dem besten Team der Liga zur Meisterschaft.

Ohne Druck in die letzten Wochen der Saison

Trotz der schmerzhaften Verletzung Haindls, der dem TVT wohl auf sehr lange Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen wird, kann die Herren I nun ohne Druck in die letzten Wochen der Saison gehen. Nach den Ausrutschern von Heising-Kottern und Rosenheim sowie einem Blick auf die anderen beiden Staffeln ist der Klassenerhalt in der Liga so gut wie gesichert. Mit dem Top Four wartet nun am 14. April noch ein echtes Highlight zum Abschluss, Austragungsort und Halbfinalgegner klären sich in den kommenden Tagen.

Für den TVT spielten in der Bayernliga und im Bayernpokal: Julian Rosnitschek (13/8), Benedikt Aumeier (-/20), Markus Haindl (9/9), Franz Hell (9/6), Marko Vasic (8/6), Lukas Schwankner (7/-), Simon Haunerdinger (4/0), Sebastian Kösterke (2/2), Alexander Guggenberger (0/6) und Thomas Weber (0/23). SK/JR