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Ein »sehr ärgerlicher«Abstieg

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Das war die Entscheidung: Nach dem 1:0 für den TuS Prien herrschte große Freude bei dem Torschützen Nicolai Estermann und Enttäuschung bei Hubert Münzel und Rainer Hofmann (Mitte) über das Tor des Tages. (Foto: Weitz)

»Schon sehr ärgerlich, so abzusteigen«, meinte der Gesamtvorstand des SV Oberteisendorf, Schorsch Quentin, nach dem Schlusspfiff in Grabenstätt. Mit »sehr ärgerlich« meinte er nicht nur die 34 Punkte, die der SVO in der Fußball-Kreisliga II erreicht hatte, »denn die reichen normalerweise zum direkten Nichtabstieg«, sondern vor allem das alles entscheidende Relegationsspiel gegen den Vizemeister der Kreisklasse I. Der TuS Prien durfte mit dem Schlusspfiff die Arme jubelnd nach oben reißen. 1:0 lautete das Ergebnis nach spannenden 93 Minuten, die der SV Oberteisendorf doch recht deutlich diktiert hatte.


»Das war ein Spiel auf Messers Schneide. Letztlich hat eine gut zu Ende gespielte Aktion von uns zum Sieg geführt«, freute sich ein überglücklicher Priener Trainer Harry Mayer. »Ein schöner Abschied«, zwinkerte der Mann, der den TuS eigentlich auf kuriose Weise verlässt: Denn just seinen zukünftigen Verein SB/DJK Rosenheim II hatte er im ersten Relegationsspiel mit 1:0 in die Kreisklasse geschossen.

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»Das nehme ich heute in Kauf«, so Mayer, der jene »eine gut zu Ende gespielte Aktion« am Dienstagabend in der 67. Minute sah: Thomas Sollacher hatte sich am rechten Flügel gut durchgesetzt, butterweich geflankt und Nicolai Estermann ließ SVO-Schlussmann Felix Wendl per Kopf keine Chance. Es war die einzige Top-Gelegenheit der Priener, die ansonsten mit Abwehrarbeit beschäftigt waren. Doch genau da liegen ja die Stärken des TuS, der in der vergangenen Saison gemeinsam mit Meister SV Söllhuben die beste Defensive der Kreisklasse I stellte.

Dennoch hätte die Oberteisendorfer Elf von Andi Horner treffen müssen. Vor allem in den 20 Minuten vor der Pause drückte der Zwölfte der Kreisliga II vehement und fand nach Chancen von Hannes Bachmaier, Markus Rechenauer und Alex Hofmann in der 37. Minute die Top-Gelegenheit zur Führung vor: Urplötzlich fiel Andreas Baumgartner der Ball acht Meter vor TuS-Schlussmann Davor Subotic vor die Füße – völlig frei ballerte er das Leder drüber. So ging es mit einem aufgrund der Spielanteile für den SVO unbefriedigenden torlosen Remis in die Pause.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte der Oberteisendorfer Michi Hiebl verletzt raus müssen,. Beim TuS Prien erwischte es gleich nach Wiederanpfiff Kapitän Franz Anzinger – beide ohne Fremdeinwirkung. Überhaupt war das verregnete Relegationsspiel vor fast 500 Zuschauern eine faire Angelegenheit, wenngleich sich die Gelben Karten gegen den TuS im immer hektischer werdenden zweiten Durchgang etwas häuften. »Die haben etliche Spiele ab der 70. Minute für sich entschieden«, hatte Trainer Mayer seine Kicker noch vor der Partie gewarnt. Dass es diesmal nicht so weit kam, lag auch daran, dass die Oberteisendorfer in Mittelfeld und Angriff schlichtweg zu konzeptlos agierten (die verhinderten Michael Krenmair und Sebastian Schallinger fehlten merklich).

»Hoch und weit« war der TuS Prien nicht zu bezwingen. So hatte der SVO auch nur eine Großchance zum Ausgleich: Nach einem Rechenauer-Freistoß brachte Maxi Öggl zwei Meter vor dem Tor den Fuß nicht richtig an den Ball (76.).

Zehn Minuten vor Schluss ging Trainer Andi Horner volles Risiko: Er nahm den guten Christian Willberger aus der Innenverteidigung und wechselte Angreifer Andi Baumgartner zurück, doch am Ende hatte Siegtorschütze Nicolai Estermann mit einem cleveren Heber aus 40 Metern noch eher die Chance zum 2:0 als der etwas zu blind anrennende SVO zum 1:1. Nach 93 Minuten hieß das: Der TuS Prien durfte nach 1999 mal wieder einen Aufstieg feiern, der SV Oberteisendorf muss nach drei Jahren Kreisliga zurück in jene Klasse, die der Dienstagsgegner nun jubelnd verlassen hat. sts