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Julian Erhardt war beim Ironman 70.3 Cascais gut dabei. Doch er stürzte mit dem Rad und somit war das Rennen für ihn vorzeitig beendet. (Foto: Halder)

Ein Radsturz beendet Erhardts Saison

Zum Abschluss seiner Saison wollte Julian Erhardt bei zwei Mitteldistanz-Rennen innerhalb einer Woche nochmals zwei dicke Ausrufezeichen setzen. Doch für den Überseer Profi-Triathleten sollte es anders kommen: Statt mit Top-Platzierungen im Gepäck saß er am Ende mit einem bandagierten Fuß am Strand von Portugal. 


Nachdem Erhardt beim Ironman 70.3 Jesolo in Italien zwar ins Ziel kam, aber mit seiner Leistung überhaupt nicht zufrieden war, stieg er beim Ironman 70.3 Cascais unfreiwillig vom Rad. »Ich bin wieder böse auf meine linke Seite gefallen«, berichtet er im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Gott sei Dank ist aber nichts Schlimmeres passiert.« Erhardt kam mit Schürfungen und Prellungen davon. Das Rennen war für ihn dennoch vorzeitig beendet.

Zuvor hatte der 30-Jährige schon den Wettkampf (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21 km Laufen) im italienischen Jesolo bestritten. »Mit dem Rennen bin ich gar nicht zufrieden«, blickt Erhardt zurück. »Dabei bin ich oft irgendwo im Nirgendwo gewesen«, berichtet der Gesamtsieger des Rhein-Neckar-Cups. Schon beim Schwimmen war er auf sich allein gestellt, denn er reihte sich genau zwischen den beiden größeren Gruppen ein und auch beim Radfahren musste er die ersten Kilometer allein bewältigen, bis er von einer größeren Gruppe eingesammelt wurde. »Dann war's ein ziemliches Lutscher-Rennen«, ärgert er sich über seine Kontrahenten. Viele davon fuhren nämlich unerlaubterweise im Windschatten. »Die Kampfrichter haben erst spät eingegriffen«, betont er und ergänzt: »Als fairer Fahrer ist man da immer hinten dran.«

Beim Laufen bekam Erhardt dann bei Kilometer drei Seitenstechen. »Es lief auch da nicht wie gewünscht, ich bin meinen eigenen Erwartungen hinterhergelaufen, aber immerhin habe ich das Rennen bis zum Schluss durchgezogen.« Den Sieg in Jesolo holte sich der Italiener Alessandro Fabian (3:41:06 Stunden). Erhardt kam erst nach 3:59:32 Stunden als 30. über die Ziellinie.

Danach hatte er nur wenige Tage Zeit, sich zu erholen und noch an ein paar Stellschrauben zu drehen. In Portugal lief es dann aber deutlich besser – bis zu seinem bitteren Aus. Erhardt ärgert sich darüber immer noch, denn er ist sich sicher, dass »ein Platz in den Top fünf dort möglich gewesen wäre, wenn ich das Rennen beendet hätte«.

Der Überseer fühlte sich an diesem Tag nämlich richtig gut und legte ein starkes Schwimmen hin. »Das war wohl mein bestes Schwimmen in dieser Saison«, berichtet er stolz. Er habe nur rund eine Minute Rückstand auf die Spitzengruppe gehabt – und war damit im Rennen um die Top-Plätze voll dabei. »Auch beim Radfahren hatte ich richtig gute Beine.« Erhardt war bis zu seinem unfreiwilligen Ausstieg weiter vorn dabei. Doch zwischen Kilometer 28 und 29 passierte das Malheur. Der Triathlet fuhr mit zu viel Schwung in einen engen Kreisverkehr rein, berührte deshalb den Randstein und stürzte. Schon beim Aufstehen merkte er, dass es für ihn an diesem Tag nicht mehr weiterging.

Mit ein paar Tagen Abstand kann Julian Erhardt dem Rennen unter dem Strich aber viel Positives abgewinnen. »Ich habe auf jeden Fall Erfahrung sammeln können«, sagt er. »Und ich weiß jetzt, dass ich in der neuen Saison deutlich mehr Wettkämpfe von diesem Kaliber machen muss.« Es sei unter dem Strich ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. »Und darauf lässt sich für die neue Saison aufbauen.« Jetzt aber genießt er erst einmal seine rennfreie Zeit. »Die letzten Wochen waren jetzt schon sehr kräfteraubend«, gesteht er.

Doch Julian Erhardt hat für die kommenden Monate auch schon einen ungefähren Plan im Kopf. Er will auf jeden Fall wieder bei ein paar Läufen in der Region an der Startlinie stehen, um dann bestens gerüstet in die Triathlon-Saison 2023 gehen zu können.

SB

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