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Ein Profi gibt Tipps für den Firmenlauf Chiemgau

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Der Pallinger Spitzenläufer Benedikt Huber nimmt gerne auch mal an Volksläufen teil – für ihn sind diese Rennen eine perfekte Abwechslung zum täglichen Training. (Foto: dpa)

Ein Firmenlauf bringt Unternehmen, Gruppen und Institutionen in Bewegung. Vom Azubi, über den Chef, bis hin zum Rentner – die 4,7 Kilometer beim 2. Firmenlauf Chiemgau kann jeder schaffen. Dabei spielt das Tempo am Donnerstag, 27. Juni, keine Rolle. »Essen, trinken, feiern und netzwerken,« stehen wie eine Aufforderung zum Team-Erlebnis auf dem Plakat der Veranstaltung. Der Lauf wird um 18.30 Uhr am Chiemseering gestartet.


Etwas anders sieht es aus, wenn Benedikt Huber die Laufschuhe schnürt. Die Bestzeit des Spitzensportlers aus Palling, der am 27. Juni ebenfalls in Chieming vor Ort sein wird, liegt bei 1:46,31 Minuten über 800 Meter. Das ist umgerechnet eine Geschwindigkeit von 27,09 km/h. Im vergangenen Jahr holte er sich den dritten Deutschen Meistertitel über 800 m. Zweimal war er bei der Leichtathletik-EM am Start und auch in diesem Jahr möchte er sich wieder mit der europäischen Elite messen. Wir haben uns mit ihm über langsam laufen, Teamspirit und Motivation unterhalten.

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Hallo Herr Huber, Sie haben schon als Jugendlicher zum Laufen gefunden. Was hat Sie damals, ganz zu Beginn, motiviert, am Ball zu bleiben?

Ich glaube, ich war in der dritten Klasse, als ich das erste Mal bei einem Wettkampf teilgenommen habe. Es war beim Alzauenlauf in Trostberg und ich weiß noch, dass ich ziemlich weit hinten war. Aber genau das hat mich motiviert. Ich wollte besser werden und bin deshalb dann öfters zum Laufen gegangen.

Als Leistungssportler sind Sie es gewohnt, regelmäßig zu trainieren. Was viele vielleicht nicht wissen: Auch als Spitzenläufer sind Sie berufstätig. Wie bringt man Bewegung und Arbeit unter einen Hut?

Das stimmt, ich arbeite bei BSH in Traunreut. Dort habe ich das Glück, dass ich auch in Teilzeit arbeiten kann. Aktuell habe ich eine 26-Stunden-Woche. Noch dazu haben wir Gleitzeit. Ich kann also theoretisch kommen und gehen, wann ich will. Ich muss halt meine Themen abarbeiten und an ein paar Pflichtterminen teilnehmen. Die restlichen Termine kann ich mir entsprechend legen, sodass sie mit meinem Trainingsplan zusammenpassen.

Meistens ist es so, dass ich vor der Arbeit die erste Einheit mache und dann die zweite Einheit am Abend. Was dabei schon wichtig ist, dass ich meinen Tag im Vorfeld durchplane. Ich überlege mir in der Früh immer genau, wann ich was mache, sodass ich alles Geplante an dem Tag schaffe.

In einer Individualsportart liegt es in der Natur der Sache, dass man viel alleine unterwegs ist. Bei Ihrem aktuellen Verein, der LG Telis Finanz Regensburg, trainieren Sie zumindest gelegentlich in der Gruppe. Was ist dann anders im Vergleich zum Training alleine?

Man ist einfach viel motivierter, wenn man in der Gruppe trainiert. Bei einer lockeren Einheit kann man sich gut unterhalten und die Zeit vergeht wie im Flug. Und wenn es eine harte Einheit ist, dann »leidet« man zusammen, pusht sich gegenseitig und schafft das Training so viel leichter.

Beim Firmenlauf geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um das Dabeisein und um die Gemeinschaft, einfach darum, einen schönen Abend zu erleben. Wie oft hat man als Mittelstreckenläufer die Chance, die Jagd nach Rekordzeiten auch mal hinten anzustellen und einen Lauf zu genießen?

Im Sommer eigentlich fast nie, da ich dort viel auf Wettkämpfen unterwegs bin. Aber im Herbst oder im Frühling da nehme ich schon gern bei Volksläufen teil, da geht es mir dann auch um nichts. Es ist einfach eine schöne Abwechslung zum täglichen Training und macht richtig viel Spaß.

Welche drei Tipps würden Sie den Mitarbeitern einer Firma für das Training zum Firmenlauf mit auf den Weg geben?

Wer motiviert ist, sollte es am Anfang nicht mit dem Training übertreiben. Das geht vielleicht ein- bis zwei Wochen gut, aber dann schleichen sich auch schon erste Verletzungen ein. Wer bis jetzt nicht gelaufen ist, der sollte am Anfang auch nicht öfter als zweimal die Woche Laufen gehen.

Man sollte den Firmenlauf auch nicht mit einem bestimmten Zeit-Ziel bestreiten, sondern einfach nur als gemeinsamen Lauf sehen. Vielleicht wäre es sogar schön, wenn das gesamte Team zusammen die Strecke durchläuft?

Bewegung ist gesund und der Firmenlauf ist vielleicht eine Motivation, um mit dem Laufen zu beginnen. Aber wichtig dabei ist, dass man das auch regelmäßig tut und nicht nach dem Firmenlauf wieder aufhört. Lieber ein bis zwei Einheiten in der Woche und das kontinuierlich, als jetzt vier Einheiten in der Woche und nach dem Firmenlauf wieder aufhören.

Weitere Informationen zum Firmenlauf Chiemgau gibt es unter www.firmenlauf-chiemgau.de im Internet. Dort kann man sich auch anmelden. fb