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Ein perfekter Abschluss einer perfekten Saison

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Und wieder durfte er jubeln: Mit einem Doppelsieg am Lausitzring krönte Markus Reiterberger seine hervorragende Saison.

Zwei Siege feierte beim abschließenden Renn-Wochenende der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Lausitzring der Obinger Motorradrennfahrer Markus Reiterberger. Damit krönte der Pilot des Teams Van Zon Remeha BMW seine »perfekte« Saison mit einem perfekten Abschluss.


Denn der junge Obinger, der in der »Königsklasse« Superbike (1000 ccm) fährt, wurde als Einsteiger in dieser Klasse auf Anhieb Deutscher Meister - und gewann von insgesamt sechzehn Läufen sechs, wobei er nur dreimal überhaupt einen Podestplatz verpasste. Mit 314 Punkten holte sich Reiterberger den Titel souverän vor den immer stärker aufkommenden Michael Ranseder (Österreich/Honda Holzhauer Racing Promotion/187), Damian Cudlin (Australien/BMW/182), Gareth Jones (Australien/Yamaha/169) und Freddy Foray (Frankreich/Honda/156). Titelverteidiger Erwan Nigon (Frankreich), Teamkollege von Reiterberger, fehlte in den letzten sechs Wettkämpfen und wurde Sechster (148 Punkte) vor Arie Vos (Niederlande/148). Vos gehört dem Team Van Zon alpha Technik BMW (Stephanskirchen) an.

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Auch am Lausitzring lief es für Reiterberger fast perfekt: Am Freitag war die Strecke nass, »und ich bin das erste Mal so richtig im Regen zum Fahren gekommen. Das hat ganz gut geklappt« meint er – er war schnellster Pilot im Freien Training. Das war ihm heuer bei allen Freien Trainings gelungen – am Sachsenring hatte es kein Freitagstraining gegeben.

Im ersten Zeittraining hatte der 19-Jährige auf nasser Strecke die zweitbeste Zeit hinter Ranseder erzielt, doch als es im zweiten Qualifying trocken wurde und alle ihre Zeiten deutlich verbesserten, ging nach wenigen Runden seine Schaltung kaputt. »Mein Papa und die anderen Mechaniker haben das Motorrad superschnell gerichtet, sodass ich doch nochmal zum Fahren gekommen bin«, lobt er. Er war auf Rang 18 zurückgefallen und kämpfte sich noch auf den dritten Startplatz vor.

Im ersten Lauf passierte ihm ein seltenes Missgeschick: »Ich habe den Start vergeigt.« Doch dann »geigte er auf«, fuhr vom 5. Platz letztlich an allen Konkurrenten vorbei und gewann. »Ein bissl kämpfen und ein bissl überholen, das hat Spaß gemacht«, so der 19-Jährige.

Im zweiten Durchgang »war Ranseder sehr schnell, alle andern hatte ich gut im Griff«, berichtet er. Letztlich aber gelang ihm auch hier der Sieg, und in beiden Durchgängen fuhr er jeweils die schnellste Rennrunde.

Grünwald einmal Dritter

Ebenfalls überzeugend zeigte sich der Supersport-Neuling Luca Grünwald (Waldkraiburg) in dieser Saison. Er mischte konstant in den Spitzenplätzen mit und wurde letztlich DM-Siebter der 600-ccm-Kategorie. Am Lausitzring war er im ersten Durchgang hinter Titelgewinner Kevin Wahr (Nagold/Yamaha) sowie Vizemeister Roman Stamm (Schweiz/Kawasaki) Dritter geworden. Im zweiten fiel Grünwald aus. Das war großes Pech, denn schon Rang 6 (10 Punkte) hatte ihm für den vierten Platz im Gesamtklassement gereicht. Gesamtdritter der DM wurde übrigens Stefan Kerschbaumer (Österreich) vor Jed Metcher (Passau) vom Passauer Team Suzuki Mayer.

In der Klasse Superstock (1000 ccm), die ja gemeinsam mit den Superbikes ihre Rennen austrägt, holte sich Bastien Mackels vom Team Van Zon alpha Technik BMW den Titel: Der Belgier hatte nach Problemen im ersten Durchgang seine Führung eingebüßt, doch im zweiten Lauf setzte er sich vor Titelkonkurrent Daniel Sutter (Schweiz) durch – das brachte ihm mit zwei Punkten Vorsprung den Titel.

Während in der IDM die Saison beendet ist, geht es für Reiterberger am kommenden Wochenende in Jerez (Spanien) im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft noch einmal zur Sache. Da Sylvain Barrier bereits den Gesamtsieg im Superstock-1000-Cup sicher hat, darf der Franzose diesmal als Gastfahrer in der Superbike-WM antreten. Dafür kann Reiterberger Barriers BMW HP 4 übernehmen und in der Superstock-Kategorie fahren.

Ab 2015 komplett in der WM?

Im nächsten Jahr steht für den jungen Obinger wieder die IDM Superbike an, hinzu sollen drei bis vier Superbike-WM-Einsätze kommen. Mehr nicht, weil 2014 ein Übergangsjahr in der WM ist: Es gibt die »reinrassigen« Rennmaschinen und die Evo-Motorräder, die etwas seriennäher sind. »Da ist man technisch zu sehr unterlegen, um ganz vorne mitzumischen«, erläutert er. 2015 sollen nur noch »Evo-Maschinen« zugelassen sein – »und dann wollen wir am liebsten die ganze WM als Kundenteam von BMW bestreiten«, so der 19-Jährige.

Jetzt hofft er in Jerez auf einen gelungen Saisonausklang, und dann »ist leider Winterpause.« who