Ein Mann, ein Laufband, zwei Rekorde?

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Florian Neuschwander startet am Samstag in Nußdorf einen Weltrekordversuch: Dererfolgreiche Ultraläufer, der mittlerweile in Inzell wohnt, will 100 km auf dem Laufband zurücklegen. (Foto: h/p/cosmos sports & medical GmbH)

Elf Monate nach seinem 50-km-Weltrekord auf dem Laufband möchte Florian »Flo« Neuschwander es erneut wissen. Der Langstreckenläufer, der mittlerweile in Inzell lebt, startet am Samstag um 9 Uhr in der Turnhalle in Nußdorf einen inoffiziellen Weltrekordversuch über 100 Kilometer auf dem Laufband.


Um den zu knacken, muss der 39 Jahre alte Athlet schneller sein als der US-Amerikaner Mario Mendoza, der die Strecke im vergangenen Juni in 6:39:26 Stunden lief. Zudem gilt es, die Distanz am Stück zu bezwingen. Stopp drücken und kurz auf die Toilette gehen, ist nicht möglich. »Wenn ich auf Toilette muss, dann ist es das mit dem Weltrekord schon gewesen. Die Zeit ist nicht da«, ahnt Neuschwander im Vorfeld.

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Zuletzt trainierte er öfters in den Räumen von h/p/cosmos. Dass das Indoor-Rennen schnell monoton werden kann, ist für den Wahl-Inzeller ein verschmerzbarer Makel. »Ich benutze Zwift, schau mir ab und zu ne Serie an und wenns wirklich schwer wird mit der Motivation, hilft mir harte Musik«, betont er.

Die Form ist jedenfalls da, die Motivation sowieso. 3:51 Minuten pro km hat sich Florian Neuschwander als Richtwert vorgenommen. Etwa 15,6 km würde er dann pro Stunde laufen. Ein Fabelweltrekord von unter sechs Stunden wäre das Resultat.

Der Weltrekord-Versuch wird aber erneut nur als »inoffiziell« in die Annalen seiner Karriere eingehen. Offizielle Beobachter von Guinness World Records, die den Versuch in normalen Zeiten beobachten, protokollieren und am Ende legitimieren würden, sind in Nußdorf aufgrund der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden strengen Hygieneauflagen nicht dabei.

Neben dem Weltrekord hat sich zudem ein weiteres Ziel aufgetan: Neuschwander könnte auch die 100 km in deutscher Rekordzeit laufen – wenn auch das nur inoffiziell. Die Bestleistung im 100-km-Lauf hält seit 1994 mit 6:24:29 Stunden Kazimierz Bak.

Der Weltrekordversuch wird am Samstag auf dem Garmin-Blog #BeatYesterday.org übertragen. Fans und andere Interessierte können somit live dabei sein – gemütlich von der Couch aus oder aber auch selbst in Laufschuhen. Denn die Challenge wird über Zwift laufen, eine Online-Plattform für virtuelles Training, sodass Nutzer in der virtuellen Welt ein Stück mitlaufen können. Auch Spitzensportler wie der Weltklasse-Triathlet Patrick Lange werden die Chance nutzen und Florian Neuschwander bei seinem Rekordversuch auf dem eigenen Laufband etappenweise begleiten. Im Vorfeld wird es am heutigen Mittwochabend um 19 Uhr, einen 10-km-Community-Run auf Zwift geben. fb

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