Ein »Kaltstart« mangels Kälte?

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Die Maschinen sind hergerichtet, die Fitness passt: Luca Bauer wäre grundsätzlich bereit für den Saisoneinstand mit der EM in Polen. (Foto: Weitz)

Ohne Vorbereitung zur Europameisterschaft? Damit muss Eisspeedway-Pilot Luca Bauer zumindest rechnen. Denn der für die Titelkämpfe in Tomaszow Mazowiecki (Polen) gemeldete Reit im Winkler wird derzeit in seinen Hoffnungen auf ein Training auf Eis vom Wetter ausgebremst. »Nach Schweden könnte ich schon fahren – aber da ist es im Moment einfach auch zu warm«, weiß der 22-Jährige.

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Immerhin bietet die Verlegung der EM vom 5. auf den 13. Dezember noch eine kleine Resthoffnung, eventuell vorher doch noch in den Norden reisen zu können. Aber die Wetterprognosen für die nächsten Tage versprechen auch keine »Besserung« – sprich mehr Kälte. Und so dürfte das Rennen in Polen zu einem »Kaltstart« für Bauer und die meisten seiner Konkurrenten werden. Doch er hat sich so gut wie möglich vorbereitet: »Meine Maschinen sind soweit hergerichtet, es ist auch alles soweit wie möglich geplant.«

Auch körperlich hielt er sich fit, »und ich war in diesem Jahr auch oft beim Crossfahren. Das ging ja zeitweise in Österreich gut, und vor einigen Wochen war ich auch in Italien.« Wobei die Aufenthalte kurz gehalten wurden, denn bis zu 48 Stunde Aufenthaltsdauer waren ja ohne anschließende Quarantäne erlaubt.

Bei der Fahrt nach Tomaszow Mazowiecki wird das anders: Da steht nach der Rückkehr eine zehntägige Quarantäne an. Auch die Hinreise steht im Zeichen der Corona-Pandemie: »Man muss vor dem Training einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.«

Vor allem die anschließende »Zwangspause« könnte für einige Konkurrenten schwierig werden, vermutet Bauer. Er selbst ist beim Reit im Winkler Golfplatz angestellt und kann sich daher im Winter die Zeit gut einteilen. Sollte es nach der EM mit einem Eistraining in Schweden klappen, wären bei einer Rückkehr weitere zehn Tage Quarantäne einzuplanen. Gut möglich also, dass der 22-Jährige die Eisvorbereitung zeitlich so legt, dass er anschließend gleich die WM-Qualifikation in Örnsköldsvik (Schweden/16. Januar 2021) bestreiten kann. Seinen Platz bei der Qualifikation dürfte er sicher haben, denn Bauer fährt ja für den italienischen Verband und erhält für diesen einen Platz im Feld.

Zuvor steht aber erst einmal die EM im Vordergrund. Dabei gilt es für Luca Bauer, abzuwarten, ob sich noch kurzfristig eine Trainingsmöglichkeit ergibt, und welche Corona-Regeln zum Zeitpunkt der Titelkämpfe gültig sind. Eine konkrete Zielvorgabe hat er nicht. »Natürlich will ich ein gutes Ergebnis. Aber bei mir ist es immer auch Kopfsache, ob es gut läuft oder nicht.«

Zur EM begleitet wird er von seinem Papa Günther Bauer – der ja nach zahlreichen DM-Titeln und WM-Teilnahmen seine Eisspeedway-Karriere schon beendet hat – und einem Cousin, »so wie halt sonst auch immer.« Bei allen sonstigen Unklarheiten: Auf die familiäre Unterstützung kann er sich verlassen. who

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