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Ein grandioses Erlebnis für die Athleten und Zuschauer

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Sie war erwartungsgemäß die schnellste Frau und sicherte sich ihren bislang siebten Sieg am Hochfelln: Andrea Mayr. (Foto: Weitz)

Sportliche Höchstleistungen, Spannung und beste Unterhaltung gab es beim 43. Internationalen Hochfelln-Berglauf, der bei Bilderbuchwetter auch eine gelungene Weltcup-Premiere feierte. Über 250 Athleten aus gut 20 Nationen, darunter zahlreiche Weltklasseläufer, hatten sich in Bergen eingefunden, um beim deutschen Klassiker um den Gesamtsieg, Podestplätze, Weltcuppunkte oder persönliche Bestleistungen zu kämpfen.


Nach dem Startschuss an der Talstation der Hochfelln-Seilbahn dauerte es gerade einmal 42:48,0 Minuten, bis Petro Mamo aus Eritrea nach 8,9 Kilometer und 1074 Höhenmeter als Erster umjubelt das Ziel am Hochfellnhaus erreichte. Nach seinen Siegen 2013 und 2014 machte der derzeit weltbeste Bergläufer damit sein persönliches »Hochfelln-Triple« perfekt.

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Auch wenn Mamo den 14 Jahre alten Streckenrekord des neuseeländischen Ausnahmebergläufers Jonathan Wyatt (40:34,9 Minuten) um über zwei Minuten verfehlt hatte, strahlte er mit seinem zweitplatzierten Landsmann, Vorjahressieger Yossief Tekle (42:58,1) bei der »Flower Ceremony« im Zielbereich um die Wette. »Ich habe meinem Freund Yossief am Südhang ein wenig geholfen, den zweiten Platz erfolgreich zu verteidigen«, verriet Mamo schmunzelnd. Das Nachsehen hatte der italienische Vorjahreszweite Antonio Toninelli (43:31,1), der mit den beiden Eritreern bis zur Scharte ein famoses Spitzentrio gebildet hatte. An seinem Lieblingsberg konnte sich Toninelli aber auch über Rang drei freuen.

Stolz auf den vorzeitigen Weltcup-Gesamtsieger Mamo war dessen Betreuer Peer Lorenz: »Petro hat heuer eigentlich alles gewonnen, außer den Genf-Marathon.« Die Plätze vier bis sechs gingen an den Schotten Andrew Douglas und die Tschechen Jan Janu und Robert Krupicka.

Filmon Abraham als bester Deutscher

Bester Deutscher war als Siebter Filmon Abraham von der LG Festina Rupertiwinkel, der sich mit einer Spitzenzeit von 45:11,6 Minuten auch die Kreismeisterschaft Inn-Chiemgau vor Hannes Namberger (Team Mammut Deutschland) und Fabian Alraun (PTSV Rosenheim) sicherte.

In der Gesamtwertung reihten sich hinter Abraham der Italiener Alex Baldaccini und die deutschen Top-Läufer Jonas Lehmann (TuS Heltersberg) und Maximilian Zeus (DJK Weiden) auf den Plätzen acht bis zehn ein. Elfter wurde der achtmalige Hochfelln-Berglauf-Champion und siebenmalige Weltmeister Jonathan Wyatt aus Neuseeland. Bei den Damen siegte die sechsmalige Weltmeisterin Andrea Mayr aus Österreich. Mit einer Laufzeit von 48:18,8 Minuten sicherte sie sich überlegen ihren siebten Hochfelln-Titel – und das, obwohl sie am Ende einer anstrengenden Saison mit den Höhepunkten Berglauf-WM und Marathon-Olympiateilnahme nicht mehr im Vollbesitz ihrer Kräfte war. »Die Luft ist ein bisschen raus. Ich konnte nicht mehr das Letzte aus mir herausholen«, so die 36-jährige Ärztin, die nächstes Jahr gerne wieder nach Bergen kommen möchte.

Vielleicht kann sie dann auf dem Weg zu ihrem achten Triumph auch ihren eigenen Streckenrekord aus dem Jahr 2008 von 47:28,2 Minuten angreifen. Hinter Mayr, die nur 19 Männern den Vortritt lassen musste, komplettierten die slowakische Ex-Siegerin Silvia Schwaiger (50:58,3) und die deutsche Berglaufmeisterin Michelle Maier (PTSV Rosenheim/52:12,7) das Podest. Maier krönte sich damit auch zur Kreismeisterin.

Die Plätze vier bis sechs belegte in der Damen-Gesamtwertung die Italienerin Antonella Confortola vor Skilangläuferin Monique Siegel und Melanie Noll. Die Gesamt-Achte Waltraud Berger (TG Salzachtal), die Gesamt-Neunte Tatiana Mitkina (Triathlon TSV Altenmarkt) und die Gesamt-Zehnte Barbara Stich (PTSV Rosenheim) landeten in der Damen-Kreiswertung auf den Plätzen zwei bis vier.

Der Vorsitzende des ausrichtenden Skiclubs Bergen, OK-Chef und Rennkommentator Dr. Jürgen Schmid, freute sich riesig darüber, »dass so viele Zuschauer gekommen sind und der Zuspruch so groß war.« Es sei wunderbar, dass sich auch die heimischen Läufer so gut präsentiert hätten und alle Teilnehmer heil angekommen seien, zeigte sich Schmid höchst zufrieden.

Ein Sonderlob für die rund 150 Helfer

Ein Sonderlob verteilte er an die rund 150 Helfer, ohne die die Veranstaltung so nicht durchführbar wäre. Ein rundum positives Resümee zog auch der stellvertretende OK-Chef und »Vater des Hochfelln-Berglaufs« Georg »Bibi« Anfang, der fast jeden Läufer persönlich begrüßt hatte. Bürgermeister Stefan Schneider zeigte sich ebenfalls vom »bestbesetzten und schönsten Berglauf in Deutschland« begeistert. Die Kombination aus Spitzen- und Breitensport sei ein unschlagbares »Erfolgsmodell«, das der SC Bergen »hoffentlich noch viele Jahre fortführen« werde, so Schneider. Der 44. Internationale Hochfelln-Berglauf findet am Sonntag, 24. September 2017 statt und wird auch wieder im Berglauf-Weltcup-Kalender stehen. mmü