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Ein Foulelfmeter und ein Eigentor

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Davut Tahir erzielte bereits in der 7. Minute per Strafstoß das 1:0 für den SBC Traunstein. Durch ein unglückliches Eigentor mussten die Gastgeber aber noch den Ausgleich hinnehmen. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Petzka (ab 73. Kaltenhauser), Köppl, Berz, Schön, Mauerkirchner, Tahir (ab 84. Tovstopiat), Willberger, Daniel, Marchl (ab 84. Wimmer), Kennedy.


FC Deisenhofen: Kottmüller, Heil, Nickl, Martin Mayer, Finster, Markus Mayer, Rembeck (ab 75. Yimez), Muggesser (ab 62. Lorenz), Kelmendi, Tschaidse, Vodermaier (ab 72. Martin).

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Schiedsrichter: Huber (SSV Wurmannsquick).

Zuschauer: 540.

Tore: 1:0 Tahir (7., Foulelfmeter), 1:1 Kennedy (88., Eigentor).

Rote Karte: Kelmendi (45.) wegen Tätlichkeit.

Gelb-Rote Karte: Berz (66.).

Einen gelungenen Einstand hat der neue Trainer des Fußball-Landesligisten SB Chiemgau Traunstein, Jochen Reil, erwischt: Seine Truppe schaffte gegen den bärenstarken Herbstmeister FC Deisenhofen – der zuvor neunmal in Serie gewonnen hatte – ein überaus beachtliches 1:1 (1:0)-Remis. Dabei hatten die Hausherren vor 540 Besuchern im Jakob-Schaumaier-Sportpark am Schluss sogar noch großes Pech, denn der späte Ausgleich des Tabellenführers resultierte aus einem Eigentor von Scott Kennedy (88.).

Trainer mit Laufbereitschaft und Ordnung zufrieden

»Hätte mir jemand vor einer Woche dieses 1:1 angeboten, hätte ich unterschrieben«, sagte Reil, »wenn du aber bis kurz vor Schluss führst und dann doch noch zwei Punkte flöten gehen, ist das immer bitter.« Positiv erwähnte er, »dass wir Präsenz zeigen wollten, was uns gerade in der ersten Halbzeit gut gelungen ist«. Auch mit der Laufbereitschaft und der Ordnung sei er zufrieden gewesen.

Dass die Gastgeber in Überzahl – zwischenzeitlich spielte der SBC 20 Minuten lang Elf gegen Zehn – zu wenig nach vorne getan hat, sei auch mit der fehlenden Fitness einiger Leute zu begründen, so Reil. »Wir sind körperlich einfach nicht in der Verfassung, um das Spiel da anders zu gestalten.«

Gäste-Trainer Peter Schmidt sprach von einem »gerechten Unentschieden« gegen eine Traunsteiner Mannschaft, »die alles rausgehauen hat«. Er beklagte jedoch, »dass der Schiedsrichter zu viel Einfluss auf das Spiel genommen hat«.

Die Rote Karte für Arijanit Kelmendi wegen einer Tätlichkeit an Stefan Mauerkirchner (45.) bezeichnete er ebenso als »Frechheit« wie SBC-Pressesprecher Peter Mallmann die Ampelkarte für Tobias Berz (66.). Allerdings schien für neutrale Beobachter der Platzverweis für den Deisenhofener eher vertretbar als der für den Traunsteiner Kapitän, »der ja schon letzte Woche gegen den SB Rosenheim wegen einer total überzogenen Entscheidung runter musste«, meint Mallmann.

Die Partie begann optimal für die Gastgeber: Es lief die siebte Minute, als der Deisenhofener Tobias Nickl SBC-Stürmer Mauerkirchner unnötig von den Beinen holte (die Situation schien aus Gäste-Sicht fast bereinigt) und Davut Tahir den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0 verwandelte. Tahir erwischte ansonsten übrigens keinen »Schokoladen-Tag«: Trotz vieler Freiräume am linken Flügel entwickelte er nur selten Torgefahr.

Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs drängten die Gäste – immer wieder angetrieben vom überragenden Martin Mayer – auf den Ausgleich, hatten jedoch kein Glück im Abschluss. Einmal klärte Andre Köppl in höchster Not zur Ecke (22.), ein anderes Mal war es Torwart Issa Ndiaye, der einen Schuss von Martin Mayer glänzend parierte (25.). Und in der 44. Minute rettete nach einem abgefälschten Seiten-Freistoß von Marco Finster die Latte für den SBC-Torwart. Traunsteiner Tormöglichkeiten im ersten Durchgang: Fehlanzeige.

Nach dem Seitenwechsel machten die Deisenhofener – trotz Unterzahl – gehörig Dampf, doch die besseren Möglichkeiten kreierte zunächst der SBC: So traf Mauerkirchner nach schöner Vorarbeit von Florian Marchl vom »Fünfereck« den Pfosten (51.), Patrick Schöns 18-Meter-Knaller flog über das Tor von Alexander Kottmüller (52.) und Waldemar Daniel scheiterte an einer Linienrettung eines Gäste-Kickers, als der FCD-Schlussmann schon geschlagen war (70.).

Immer wieder sehenswerte Angriffe der Gäste

Die Gäste wirkten ein wenig zu verspielt, auch wenn sie immer wieder sehenswerte Angriffe vortrugen. Ihre bis dato beste Chance vergab Andreas Martin unmittelbar nach seiner Einwechslung, als er mit Schmackes abzog und nur um Millimeter das Traunsteiner Gehäuse verfehlte (73.).

Der 1:1-Ausgleich war allemal verdient, wenngleich der Spitzenreiter dazu die Hilfe der Reil-Elf benötigte: Der eingewechselte Linus Lorenz spielte am linken Flügel Marco Finster frei, dessen Flanke Scott Kennedy beim Klärungsversuch ins eigene Netz lenkte – das war bitter für den Liga-Neuling (88.)!

Es war auf jeden Fall ein Punkt, der die Moral der Traunsteiner stärken dürfte im Hinblick auf den »Auswärts-Doppelpack« mit den Partien beim FC Töging und SV Planegg-Krailling. Dann wird wohl auch wieder der 18-jährige Neuzugang von Dynamo Kiew, Dmytro Tovstopiat, mit von der Partie sein. »Dimi« gab in der Schlussphase sein Landesliga-Debüt im Dress der Chiemgauer und soll Schritt für Schritt an die »Erste« herangeführt werden. Dagegen ist Andy Balck kein Thema mehr in Traunstein. Der Mittelfeldmann, vor der Saison vom Bezirksligisten VfL Waldkraiburg gekommen, spielt in den Planungen der Kreisstädter keine Rolle mehr. cs