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»Ein Erlebnis, vollgepackt mit Emotionen«

Wenn Wladimir Putin heute die XXII. Winterspiele in Sotschi eröffnet, dann wird dies nicht nur das teuerste olympische Spektakel sein (knapp 37,5 Millionen Euro), das die Sportwelt je gesehen hat, sondern auch eines der umstrittensten. Dem »Sportereignis der Superlative«, wie der Kremlchef die Veranstaltung im Vorfeld gern betitelt hat, stehen Terrorgefahr, Kritik am russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz, schwere Umweltsünden und ausgebeutete Wanderarbeiter gegenüber. Wie stehen die Traunsteiner den Olympischen Winterspielen gegenüber? wollte unser Praktikant Thomas Egger in einer Umfrage wissen.

Max Schatzenstrahler will die Wettkämpfe verfolgen, möchte aber »nicht nur vor dem Kasten sitzen.« Kein Verständnis hat er für die Vergabe der Olympischen Winterspiele an die Schwarzmeer-Metropole und spricht diesbezüglich von »Schiebung«. Ansonsten hält er »Großereignisse wie diese nur noch auf Kommerz ausgelegt.«

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Carina Flieher und Lena Färbinger sind keine Olympia-Fans: »Sollte zufällig etwas im Fernsehen laufen, dann schauen wir uns das aber schon an«, betonen sie einmütig. Ihrer Meinung nach wäre das Geld, das für die Infrastruktur in Sotschi investiert wurde, »woanders besser angelegt.« Bezüglich der Terrordrohungen fordern die beiden jungen Damen hartnäckige Verfolgung. Den psychischen Druck vor den Wettkämpfen müssten die Athleten dagegen aushalten, da es »ihre Entscheidung war, Profisportler zu werden«, so Carina und Lena.

Als Sportlehrer bekennt sich Reinhold Gruber als »Befürworter und interessierter Verfolger der Spiele.« Aufgrund der Gleichberechtigung sieht er in der Vergabe der Winterspiele nach Sotschi kein Problem. Erwartungen an die deutschen Athleten stellt er indes nicht: »In den Wettkämpfen kann alles passieren.«

Kaum Interesse an dem Sportereignis hat Tom Haider. »Aber falls gerade nichts anderes im Fernsehen läuft, dann schau' ich mir die Spiele schon an«, erklärt er. »Gleichberechtigung« «, fordert er bei der Vergabe der Olympischen Spiele, da sie »sonst keinen Reiz mehr haben.« Auch er ist der Auffassung, dass sich die Athleten mit dem Leistungsdruck anfreunden müssen, da es »ihre Entscheidung war, sich mit anderen Topathleten zu messen.«

Kritisch beurteilt Vladislav Neuhold die Winterspiele in Sotschi. »Aufgrund der Naturzerstörung und der hohen Kosten bin ich ein Gegner dieser Sportveranstaltung«, gibt er zu. Den psychischen Druck der Athleten hält er für unerheblich: »Als Student muss ich auch schauen, dass ich mit Arbeit und Lernen fertig werde.«

Verena Schatzinger ist ehemalige Skilangläuferin und bezeichnet sich selbst als »sportverrückt«. Sie hält es aber für denkbar, dass bei der Vergabe der Winterspiele nach Russland Korruption im Spiel gewesen sein könnte. Den Druck auf die Athleten findet sie dagegen positiv: » In jungen Jahren solche Erfahrungen zu machen, bringt sie im Leben weiter.«

»Sind denn die Umstände anderswo besser?« gibt Patrick Stadlmayr zu bedenken. Er will die Wettbewerbe interessiert verfolgen und betrachtet die Veranstaltung als ein »einmaliges Erlebnis, vollgepackt mit Emotion.« Gleichzeitig fordert er: »Man sollte die Aufmerksamkeit der Winterspiele vielmehr auf die Leistungen und Erfolge der Sportler lenken.«