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»Ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist«

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Vier Tage lang kämpften 700 Athleten mit geistiger Behinderung bei den Special Olympics Deutschland in Garmisch-Partenkirchen um die Medaillen. In sieben Wintersportdisziplinen gaben sie ihr Bestes. Lukas Mix aus St. Georgen war als Volunteer bei den Special Olympics dabei und nennt diese Woche »eine ganz tolle Erfahrung.« Er würde nach eigenen Angaben jederzeit wieder mitmachen.


»Eigentlich bin ich ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist«, gestand Lukas Mix vor der großen Abschlussfeier der Special Olympics. Der 19-Jährige absolviert ein duales Studium in Elektrotechnik bei der Firma ABB in Mannheim und meldete sich auf einen Aufruf der Firma hin als Volunteer für die Spiele. 100 freiwillige Helfer stellte allein die Mannheimer Firma, die auch Premium-Partner der Special Olympics Deutschland ist.

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Der St. Georgener wurde für die Wettkämpfe im Eisschnelllauf und Eiskunstlauf eingeteilt und war dort mit seinen Kollegen vor allem für die organisatorische Durchführung zuständig. Dem einen oder anderen Athleten dabei helfen, die Schlittschuhe anzuziehen und festzubinden, sie beim Aufwärmen unterstützen und die gelaufene Zeit messen, gehörte mit zu seinen Aufgaben.

Er sei anfangs schon etwas skeptisch gewesen, was da auf ihn zukomme, meint der Student, der bisher kaum Kontakt zu Menschen mit geistiger Behinderung hatte. Die Frage, wie er mit ihnen umgehen sollte, stellte sich dann aber schnell als überflüssig heraus, da die Athleten von sich aus auf die freiwilligen Helfer zugingen, sie ungefragt duzten und jeden von ihnen sofort ins Herz schlossen.

»Es ist wirklich unglaublich, wie offen, herzlich, ehrlich diese Menschen sind und wie sehr sie sich freuen können«, stellt Lukas fest. Sie freuten sich über alles, auch wenn sie in ihrer Disziplin vielleicht Pech hatten und nicht einen der vorderen Plätze belegten. Sie feuerten sich gegenseitig an und gratulierten den Siegern ohne eine Spur von Neid.

Nach den Rennen seien immer wieder Athleten zu ihm gekommen, hätten ihn abgeklatscht und ihm begeistert erzählt, wie toll ihr Lauf war und wie froh sie seien, einfach nur dabei zu sein. Einige berichteten auch ganz stolz von anderen nationalen Spielen, bei denen sie schon mitmachten, und von den Special Olympics World Games, die in wenigen Wochen in Südkorea stattfinden.

Neben seiner Arbeit bei den sportlichen Wettbewerben genoss Lukas auch das vielfältige Rahmenprogramm, das in Garmisch-Partenkirchen geboten war. Viele Zuschauer hätten sich für die Spiele interessiert, »beim Eiskunstlauf waren die Ränge alle voll besetzt.« Auch zahlreiche Prominente, die die Wettkämpfe verfolgten und teilweise die Siegerehrungen mit gestalteten, hätten durch ihre Anwesenheit gezeigt, welchen Stellenwert die Special Olympics haben.

Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Im Jahr 1968 ins Leben gerufen, ist Special Olympics heute mit nahezu vier Millionen Athleten in 170 Ländern vertreten. In Garmisch-Partenkirchen waren Teilnehmer aus ganz Deutschland und Österreich und Schweiz am Start. Um die Voraussetzungen bei den einzelnen Wettkämpfen möglichst gerecht zu gestalten, wurden Vorausscheidungen durchgeführt und die Athleten in Leistungskategorien je nach ihrem persönlichen Können eingeteilt.

Auch die Lebenshilfe Kreisvereinigung Traunstein war mit zwölf Sportlern und vier Betreuern vertreten. Die Sportler aus dem Chiemgau traten in den Disziplinen Langlauf und Abfahrt an. »Unsere Bewohner trainieren fleißig und eisern für diese Wettkämpfe und sind dann auch sehr stolz, wenn sie mit Medaillen zurückkommen, ganz egal welche das sind«, erzählt Elke Effenberg von der Bereichsleitung Wohnstättenverbund bei der Lebenshilfe in Traunreut. Ein fester Stamm an Sportlern fahre seit einigen Jahren zu solchen Wettbewerben und haben immer großen Spaß dabei. »Und sie haben auch schon wirklich gute Erfolge erzielt«, weiß Elke Effenberg. mix