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Ein besonderes Derby zu einer besonderen Anstoßzeit

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Nächstes Derby für den TSV Waging und Simon Singhammer (rechts, hier gegen TuS Traunreuts Torhüter Christopher Mayer): Am heutigen Samstag um 12.30 Uhr geht es gegen den Spitzenreiter ESV Freilassing. Und hier müssen sich die Waginger treffsicherer zeigen als gegen die Siemensstädter, bei denen sie mit 0:1 unterlagen. (Foto: Weitz)

Ein besonderes Derby zu einer besonderen Anstoßzeit erwartet die heimischen Fußballfans am heutigen Samstag in der Fußball-Bezirksliga Ost: Der TSV Waging erwartet Spitzenreiter ESV Freilassing.


Wenn Veit Gröbner, Kapitän des TSV Waging, und Albert Deiter, Spielführer des ESV Freilassing, ihre Teams heute um 12.30 Uhr auf den Rasen des Wilhelm-Scharnow-Stadions führen, geht es für die Gastgeber um wertvolle Punkte für den Klassenerhalt, und für die Eisenbahner aus der Grenzstadt ums »Zementieren« von Platz eins.

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Verfolger Ampfing sitzt ESV im Nacken

Der aktuelle Vorsprung der Truppe von Trainer Uli Habl beträgt vor dessen erstem Auswärtsauftritt als ESV-Trainer vier Punkte – ein Polster, das schnell wieder verschwinden kann, wenn die Ergebnisse nicht passen. Zumal der Verfolger TSV Ampfing heißt und eine geradezu unheimliche Kader-Qualität besitzt.

Das sieht auch Hans Gietl, Abteilungschef der Freilassinger so: »Nichts gegen den TSV Kastl (der vier weitere Zähler zurück liegt, d. Red.), aber ich betrachte die Ampfinger als unseren Verfolger Nummer eins. Dass sie zuletzt nur 2:2 gegen den VfL Waldkraiburg gespielt haben, das war für mich eine echte Überraschung.«

Da die Habl-Crew am selben Tag die Kastler »rupfte«, war sie gleich bei der Premiere des Helmut-Fraisl-Nachfolgers der große Gewinner zum Rückrunden-Auftakt. Allerdings muss sich auch der ESV jeden Sieg neu erarbeiten, und man darf davon ausgehen, dass es heute Mittag wohl nicht mehr so leicht wird wie beim 5:0 im Hinspiel am 29. Juli. »Damals sind wir überrollt worden«, erinnert sich TSV-Torwarttrainer Rudi Tschoner, »man darf aber auch nicht vergessen, dass bei uns noch nicht alles umgesetzt werden konnte, was vom neuen Trainerteam gefordert wird. Damals war eine gewisse Unordnung in der Mannschaft nicht wegzudiskutieren.«

Für den heutigen Heimauftritt habe die Elf von Robert Kranich und Bruno Tschoner »eine Strategie entwickelt«, so Rudi Tschoner, »die ich natürlich nicht verraten will.« Doch dürfte es wohl kein Geheimnis sein, dass die »Seerosen« auf ähnliche Weise zum Erfolg kommen wollen wie bei ihren spektakulären Siegen gegen die offensivstarken Mannschaften aus Moosach und Kastl (jeweils auswärts, jeweils 4:1).

Ob das gegen den bärenstarken ESV reicht, bei dem zuletzt auch Daniel Leitz »nach langer Zeit endlich mal wieder eingenetzt hat« (Gietl), steht auf einem anderen Blatt – zumal das Waginger Trainerteam nach wie vor den einen oder anderen Ausfall zu beklagen hat. So wird Stammtorwart Manfred Sommerauer (hartnäckige Grippe) auch diesmal wieder von Alexander Pfab vertreten. Ihn spricht Rudi Tschoner übrigens beim jüngsten, spielentscheidenden Gegentreffer in Traunreut frei von jeglicher Schuld. »Es hätte aber keinen Freistoß geben dürfen«, betont er, »das hat das Video klar bewiesen.«

Auch der Einsatz von Manuel Sternhuber (fehlt wegen Adduktorenproblemen schon seit Wochen) ist kein Thema, zudem befindet sich Routinier Hans Huber (Hausbau) nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Der angeschlagene Ex-Kirchanschöringer Dennis Baumgartner wird geschont. »Für ihn ist womöglich schon Winterpause«, erklärt Rudi Tschoner.

Den Rasen wird aber auch der Freilassinger »Zehner« Lubomir Neubauer heute nicht betreten können, weil er aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung steht. »Wen der Uli für den 'Lubo' bringt, weiß ich noch nicht«, sagte Hans Gietl. Ansonsten sei beim ESV der Kader weitestgehend komplett - und auch die Taktik kein Geheimnis. Man werde sein Heil einmal mehr in der Offensive suchen, meint Gietl. Deiter und Co. (56 Treffer) haben im bisherigen Saisonverlauf mehr als doppelt so oft ins Schwarze getroffen wie die Hausherren (26).

ESV-Boss Hans Gietl lobt neuen Trainer Uli Habl

Obwohl Uli Habl erst wenige Wochen im Amt ist, hat der ESV-Boss nur lobende Worte für den früheren Traunsteiner und Kirchanschöringer parat: »Ein lockerer Typ, der auch streng sein kann. Bei ihm passt einfach die Mischung.« Die Art und Weise wie er die Mannschaft anspreche, sei »ganz hervorragend«, betont Gietl.

Nun darf man gespannt sein, ob Habl auch heute den richtigen Ton findet, damit seine Truppe drei Punkte aus dem Wilhelm-Scharnow-Stadion entführen kann. »Ich bin optimistisch, dass wir die drei Spiele in Waging, zu Hause gegen Traunreut und dann zum Abschluss in Hammerau gut über die Bühne bringen«, fiebert Gietl dem Derby-Dreierpack entgegen. cs