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»Ein angenehmes Ambiente«

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Er zeigte sich begeistert vom Turnier und vom Panorama in Ising: Matthias Alexander Rath. (Foto: Hohler)

Die Dressurturniere auf Gut Ising werden auch bei bekannten Pferdesportlern immer beliebter – so wie etwa Matthias Alexander Rath (Frankfurter Turnierstall Schwarz Gelb). »Wir waren hier im Vorjahr zum ersten Mal beim Chiemsee-Pferdefestival, da hat es uns super gefallen. Es lief auch gut und es war eine entspannte Zeit und ein angenehmes Ambiente«, zeigt sich der 35-Jährige vom Turnierort und der Organisation begeistert. 2018 reichte die Zeit allerdings nicht, um auch beim Herbstturnier anzutreten, ebenso wenig wie heuer im September beim Chiemsee-Pferdefestival, »und deshalb hatten wir uns das mit dem Herbstturnier für heuer fest vorgenommen.« Die sieben bis acht Stunden lange Anfahrt lohne sich, »es ist einfach herrlich hier.«


»Wir« steht in Raths Fall für die Familie, denn auch seine Schwester Liselott Marie Linsenhoff nahm teil, und beide wurden betreut von ihren Vater Klaus-Martin-Rath. Pferdesport ist Familiensache bei Rath. Sein Vater ist Pferdewirtschaftsmeister, seine Stiefmutter Ann-Kathrin Linsenhoff wurde 1988 in Seoul mit der deutschen Dressur-Mannschaft Olympiasiegerin und 1990 Mannschafts-Weltmeisterin. Dennoch: »Es gab nie Druck, dass ich das machen muss, aber viel Unterstützung. Das hilft enorm«, blickt er zurück.

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Der mittlerweile 35-Jährige hatte mit dem Pferd seiner Stiefmutter, dem Wallach Sterntaler-Unicef, bereits 2008 erste größere Erfolge verbucht und sich bis Juli 2011 auf Rang 28 der Weltrangliste nach vorne gearbeitet.

Es folgte bis 2015 seine Zeit mit dem »Wunderpferd« Totilas. Dabei gab es neben großen Erfolgen auch mehrere gesundheitliche Rückschläge bei Totilas. »Das war eine sehr intensive Zeit, aber es gab relativ viele Verletzungen bei ihm. Dann haben wir zum Wohle des Pferdes beschlossen, seine aktive Karriere zu beenden.« Für Rath folgte »schon ein relativ großes Loch: Ich hatte mich ja stark auf ihn konzentriert.«

Doch er übernahm zu dieser Zeit schon die Deckstation auf dem familieneigenen Gestüt Schafhof im Taunus und arbeitete intensiv daran, erfolgsversprechende Nachwuchspferde heranzuziehen.

Mit Erfolg: Foundation etwa, mit dem er auch in Ising antrat, »ist heuer schon im Grand-Prix-Sport angekommen. Kürzlich war ich mit ihm beim Weltcup in Budapest«, berichtet er. In Ising sollte sich Foundation »weitere Prüfungs-Routine holen.« Zwei siebenjährige Pferde, die er dabei hatte, sollen 2020 in der »Kleinen Tour« eingesetzet werden. Zudem habe er drei gute Sechsjährige zur Verfügung.

Insgesamt sind auf dem Hof der Raths über 80 Pferde. davon werden 25 bis 30 selbst geritten, die anderen sind eher für die Zucht dabei. »Das hat sich so entwickelt. Ab 2011 haben wir – zunächst mit Paul Schockemöhle (er hatte Totilas 2010 gekauft, d. Red.) – die Hengststation aufgebaut, jetzt betreuen wir die selbst.« Und die Erfahrungen sind sehr positiv: »Viele Züchter fragen bei uns an, und wir bekommen für den Sport oft tolle Pferde.« Zwar könne man nicht alle selbst im Reitsport weiterentwickeln, daher »ist der Verkauf das nächste Standbein. Aber viele der verkauften Pferde sind weiter im Sport aktiv.«

Der Tag sei »schon sehr ausgefüllt. Normalerweise versuche ich, von früh um sieben Uhr bis Mittag sechs bis acht Pferde zu reiten, derzeit sind es aber eher vier bis fünf. Danach mache ich die organisatorische Arbeit.« Das mache ihm auch viel Spaß, »und es ist ein guter Ausgleich, sich auch mit anderen Themen zu beschäftigen und mal vom Reiten weg zu sein.« Zu tun gibt es viel, schließlich betreut der Schafhof heuer auch erstmals das Festhallen-Reitturnier in Frankfurt am Main als alleiniger Veranstalter.

Dennoch: Sportliche Erfolge bleiben immer im Blick. Vor allem sein Vater beobachtet Raths Trainingseinheiten (und die seiner Schwester) und gibt Tipps, ab und zu schauen sich auch andere die Trainings an.

»Foundation ist derzeit am weitesten«, lobt Rath. Doch so gut sich dieser und die anderen Pferde präsentieren: Besonders begeistert sind der 35-Jährige und sein Vater von seinem Pferd Destacado. Nach Rang 2 bei der WM der Fünfjährigen 2018 »sind wir heuer Vierte bei den Sechsjährigen geworden«, berichtet er. Und: »Das ist ein unglaubliches Pferd, so eines hatte ich noch nie, da könnte noch mehr draus werden.« Vielleicht klappt es dann ja sogar mit einer Olympia-Teilnahme ... who