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Eigenes Team statt Frauen-Bundesliga

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Auch in Brooklyn im Vorderfeld vertreten: Lena Vogl (2. von links). (Foto: Kaplan)

»Ein Team, in dem es nicht nur um die Leistung geht, sondern die gemeinsame Leidenschaft, Freundschaft und Unabhängigkeit mit dem Leistungssport verbindet«:


So beschreibt Lena Vogl ihren nun wahr gewordenen Traum vom eigenen – und momentan bayernweit einzigen – Frauenradteam.

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Bis letztes Jahr fuhr die junge Radsportlerin noch für das Bundesliga-Team von Maxx Solar Women Cycling und verbrachte so wöchentlich viele Stunden im Auto, um bei Rennen in ganz Deutschland oder sogar einigen internationalen Einsätzen an den Start zu gehen – und nebenbei noch ihre Arbeit in Tacherting nicht zu vernachlässigen. Das Team aus Thüringen zählt zu den derzeit besten der Frauen-Bundesliga und so steht auch der Erfolg und die Leistung an oberster Stelle.

Doch Vogl selbst wollte nicht länger nur von einem Rennen zum nächsten und wieder in die Arbeit und ins Training springen, sondern auch die gemeinsamen Momente genießen. Daher entschied sie sich nach der vergangenen Saison dazu, aus dem Bundesligateam auszusteigen und ihren eigenen Weg einzuschlagen.

»Ebenso wichtig wie das Ergebnis eines Rennens ist für uns die Geschichte dahinter, die unvergesslichen Erlebnisse und Freundschaften, die dabei entstehen«, erklärt Lena Vogl. Zusammen mit ihrer ehemaligen Teamkollegin Sofie Mangerts-eder kam dann der Entschluss zur Gründung eines eigenen Teams. Unterstützung erhielten die beiden jungen Radsportlerinnen von Christian Gramsamer, der vor einigen Jahren das Männerteam, die »Maloja Pushbikers«, gegründet hatte. Somit entstand die Kooperation mit dem Männer-Team und in Gramsamer war auch gleich ein Ansprechpartner für sämtliche Fragen gefunden. Die Organisation und Planung der »Maloja Pushbiker Fem« übernehmen allerdings komplett die beiden Fahrerinnen selbst.

Das Frauenteam soll eine weitere Initiative für junge Nachwuchsfahrerinnen darstellen. Vor allem für diejenigen, die die Voraussetzungen für eine Profikarriere nicht haben oder gar nicht ins Profigeschäft einsteigen wollen.

Zum Team zählen aktuell insgesamt fünf Fahrerinnen, wovon drei aus Bayern stammen und die anderen beiden aus Berlin. Trainieren müssen die Sportlerinnen Sofie Mangertseder (Arnstorf), Marion Dziwnik (Berlin), Lena Vogl (Tacherting), Sabina Ossyra (Rundelshausen) und Janine Döring (Berlin) also alle zum Großteil selbstständig. Hier ist dann vor allem die Unterstützung von Trainer Willi Herbst, der selbst ein erfolgreicher Rennfahrer war, für Lena Vogl unbezahlbar. »Er hat oft den schwierigsten Job, weil er meine knappe Freizeit mit dem Trainingsplan koordinieren muss«, weiß diese die Arbeit ihres Coaches zu schätzen.

Das erste gemeinsame Teamrennen war dann zu gleich ein wahres Spektakel: Die fünf Fahrerinnen gingen beim »Red Hook Crit Brooklyn« in New York an den Start. Dort traten über 100 Frauen auf Fixie-Rädern – Räder mit einem starren Gang und ohne Bremse – zum Rennen an. Doch neben dem Rennen standen für das Team auch noch ein paar spannende Tage in New York inklusive Stadtrundfahrt mit dem Rad, Fotoshooting und etwas Sightseeing auf dem Programm. Die nächsten Rennen der Fixie-Serie finden dann in London, Barcelona und Mailand statt. Nach dem überwältigendem Erlebnis in New York – mit einem 16. Platz für Lena Vogl – werden die »Maloja Pushbikers Fem« wohl auch an den drei Standorten in Europa vertreten sein.

Zudem wird die Mannschaft noch an einigen regionalen Rennen sowie der Fixed-Gear-Weltmeisterschaft Mitte Juni teilnehmen. Auch ein kleiner Trip mit einem VW-Bus nach Holland und Belgien – um dort an Rennen an den Start zu gehen – ist geplant. phm

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