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Eibl macht’s: Gold-Tor mit dem ersten Ballkontakt

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Seit einem Jahr ist der SB Chiemgau Traunstein nun zuhause ungeschlagen. SBC-Spieler Waldemar Daniel (links, hier im Duell mit dem Holzkirchener Alexander Pilik) und Andy Balck (hinten) feierten einen knappen 1:0-Erfolg. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser, Bauer, Thudt, Schön (ab 72. Köppl), Tahir, Balck (ab 82. Eibl), Willberger, Fenninger (ab 52. Schützinger), Daniel, Kennedy.


TuS Holzkirchen: Zeisel, Kinshofer, Baumann, Doppler, Pilik (ab 70. Keßler), Dengler, Maric, Gulielmo, Erten (ab 90. Cicek), Sari, Sappl (ab 79. Briegel).

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Schiedsrichter: Hofbauer (TSV Bernau).

Zuschauer: 590.

Tor: 1:0 Eibl (84.).

Die 365 Tage sind geschafft! Der SB Chiemgau Traunstein ist seit einem Jahr in Punktspielen vor eigenem Publikum ungeschlagen. Im Duell der Fußball-Landesliga Südost mit dem TuS Holzkirchen sorgte der eingewechselte Youngster Maxi Eibl in der 84. Minute mit seinem ersten Ballkontakt für das späte 1:0-Siegtor.

Damit zogen die Schützlinge von SBC-Trainer Adam Gawron (»Wir haben nach der Pause richtig guten Fußball gezeigt«) in der Tabelle an den Grün-Weißen vorbei. Gäste-Trainer Gediminas Sugzda war mit zwei Entscheidungen des Unparteiischen Michael Hofbauer (TSV Bernau) nicht einverstanden, er forderte kurz vor der Pause Rot für Max Bauer wegen angeblicher Notbremse und in der 68. Minute Gelb-Rot für Patrick Schön. Zumindest seine Meinung über das Schön-Foul am quicklebendigen Sean Erten ist nachvollziehbar. »Über die andere Sache kann ich nur lachen«, so Traunsteins Kapitän Bauer, »da sind wir in der Kette zu viert auf einer Linie gestanden, also nie und nimmer Notbremse!«

Traunsteins Abteilungsleiter Rainer Hörgl sprach von einem verdienten Sieg – »vor allem dank unserer Leistungssteigerung nach der Pause. Bis dahin haben wir zu verhalten agiert.« Erfreulich sei auch, so der ehemalige Cheftrainer des FC Augsburg, »dass wir am Ende eine halbe A-Jugend auf dem Platz hatten«. Auch die Personalsituation – speziell in der Offensive – hätte keine Wunderdinge zugelassen, so Hörgl, denn: »Man darf ja nicht vergessen, dass mit Maxi Probst, Stefan Mauerkirchner, Florian Marchl und Florian Griesbeck, der diese Woche in Altötting am Knie operiert wurde und länger ausfällt, einige wichtige Leute gefehlt haben.«

Klare Torszenen waren Mangelware

Vor 590 Zuschauern neutralisierten sich beide Teams in einem guten, taktisch diszipliniert geführten Landesliga-Spiel über weite Strecken. Klare Torszenen waren Mangelware. Eine der besten Chancen der gesamten Partie ließ der Holzkirchner Wolfgang Sappl in der Anfangsphase aus, als er am klasse reagierenden Senegalesen Issa Ndiaye scheiterte (9.). In der Folge waren die Hausherren dem 1:0 näher als die Sugzda-Elf, doch die Möglichkeiten durch Patrick Schön (18./nach Tahir-Pass), Davut Tahir (26./Kopfball nach Ecke von Andy Balck) und Jochen Thudt (34./aus 20 Meter vorbei) waren nicht zwingend genug.

Auf der anderen Seite stockte den SBC-Fans der Atem, als Bauer eine Rückgabe zu Ndiaye total misslang und die Hausherren großes Glück hatten, dass es statt des möglichen 0:1 nur eine Ecke für den TuS gab. Auch bei einem der gefährlichen Holzkirchner Angriffe über Maxi Dengler – sein letzter Pass unmittelbar vors Tor kam nicht an – hätten sich die Traunsteiner über einen Rückstand nicht beschweren dürfen (41.).

Nach der Pause vergab zunächst Erten eine weitere Gäste-Gelegenheit, als er vom Fünfmeterraumeck nur das Außennetz traf (50.). Die Hausherren standen in der Folge defensiv sehr gut und holten in der 84. Minute zum entscheidenden Schlag aus, wobei Gawron mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen bewies: Lukas Schützinger, in der 52. Minute für Stoßstürmer Maxi Fenninger gekommen, flankte von der rechten Seite ideal ins Zentrum. Dort haute Maxi Eibl, erst zwei Minuten für Balck im Spiel, die Kugel volley aus der Drehung in die Maschen – ein Traumtor, Jubelstürme im Stadion!

Ein Treffer mit Ankündigung

Das Amüsante an dieser Entscheidung: Der Treffer wurde von SBC-Funktionären auf der Tribüne indirekt angekündigt. Auf Manfred Wudys eine Viertelstunde vor Schluss ausgesprochene Forderung »Jetzt muss er (Gawron, Anm. d. Red.) den Eibl bringen, sonst bleibt’s beim 0:0« erwiderte »Enge« Thaler nämlich trocken: »Egal wann der kommt, der braucht nicht lange, bis er im Spiel ist.« Recht hatten letztlich beide, denn der erst 19-jährige Eibl machte mit seinem ersten Ballkontakt das Gold-Tor gegen einen bärenstarken Gegner! Sogar ein zweites Eibl-Tor war kurz darauf möglich, doch einen Konter setzte er in den Sand. Auch die letzte Möglichkeit von Waldemar Daniel brachte nichts mehr ein. Übrigens: Der Ex-Ottinger Maxi Fenninger und Lukas Schützinger gaben ihr Landesliga-Debüt – am Ende also ein überaus gelungenes! cs