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Duell »Aufsteiger gegen Absteiger« in der Kreisklasse IV

Keine Atempause für die Vereine der Fußball-Kreisklasse Gruppe IV. Nach dem Spieltag während der Woche steht an diesem Wochenende bereits die vierte Runde der neuen Saison auf dem Programm. Die Frage lautet diesmal also nicht nur: Wer hat die treffsicheren Angreifer, wer die sattelfestere Defensive, sondern auch: wer kann seine Reserven am besten mobilisieren, hat die stärkere Ausdauer oder vielleicht einfach das größere Quäntchen Glück?

Christian Kirchmaier (vorne) und seine Chieminger wollen heute bei Aufsteiger ESV Freilassing II den ersten Sieg in dieser Kreisklassen-Saison einfahren. (Foto: Weitz)

Glück – das können sowohl der ESV Freilassing II als auch der TSV Chieming brauchen, wenn sie am heutigen Samstag aufeinander treffen. Anstoß in der Grenzstadt ist bereits um 13.45 Uhr. Beide Teams sind – wie auch Aufsteiger Traunwalchen – noch ohne Zähler. Die »Eisenbahner« waren zuletzt spielfrei, kassierten davor jedoch eine deftige 0:8-Klatsche gegen den SV Saaldorf. Wie gut hat die Bezirksliga-Reserve die Niederlage und die Pause verkraftet? Der TSV Chieming hat auch sein zweites Heimspiel in Folge in den Sand gesetzt und mit 0:1 gegen Ruhpolding verloren. Wie zuletzt schon gegen Laufen waren die Chiemseer spielerisch, kämpferisch und läuferisch erneut ein ebenbürtiger Gegner, aber vor dem gegnerischen Gehäuse fehlt die Abgeklärtheit und Zielstrebigkeit. Es bleibt abzuwarten, wie die Mannschaft von Interimstrainer Wolfgang Mayer nun mit dem wachsenden Druck fertig wird.

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Auf seinen ehemaligen »Angstgegner« BSC Surheim trifft der TSV Berchtesgaden heute um 15 Uhr vor heimischer Kulisse. Mit Schaudern erinnern sich TSV-Anhänger und Akteure an die Begegnung gegen den Ballsportclub vor drei Jahren. Der TSV führte bereits mit 4:0 und 5:4, ehe die Partie 6:5 für Surheim ausging. Einen ähnlich dramatischen Ausgang möchte man am heutigen Samstag möglichst vermeiden – und die Zeichen dafür stehen nicht schlecht. Berchtesgaden war während der Woche nicht im Einsatz (die Partie gegen Traunwalchen wurde auf den 28. August verlegt) und geht somit ausgeruht in das Duell; und selbstbewusst, denn zuletzt gab es einen souveränen 6:0-Erfolg gegen Inzell. Der BSC bleibt weiterhin die »Wundertüte« der Spielklasse. Einer leistungsmäßig guten Begegnung folgt eine miserable, es geht unbeständig bergauf und bergab. Zuletzt ging es beim 1:2 auf eigenem Platz gegen den TSV Siegsdorf wieder abwärts. In dieser Form könnte es eine schwere Spielzeit für die Surheimer werden.

Das kann man vom anderen Teil der Doppelgemeinde, Saaldorf, derzeit nicht behaupten. Mit einer ausgeglichenen Bilanz (ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage), aber dem mit Abstand torfreudigsten Offensiverbund steht der SV derzeit im Tabellenmittelfeld. Im Spitzenspiel der »Englischen Woche« gab es ein 1:1-Remis gegen Fridolfing. Am heutigen Samstag wartet nun der TSV Siegsdorf auf die Mannschaft aus dem Berchtesgadener Land. Anstoß ist um 16 Uhr. Die Elf von Trainer Helmut Felber wusste bei ihren bisherigen drei Auftritten in allen Belangen zu überzeugen und hat nach wie vor eine weiße Weste (2-1-0). Geht es nach den TSV-Verantwortlichen, soll das möglichst auch nach dem 4. Spieltag so bleiben.

Am morgigen Sonntag geht die Runde mit drei Partien weiter. Die interessanteste davon wird sicherlich um 15 Uhr im Waldstadion zu Ruhpolding angepfiffen. Dann trifft der starke Aufsteiger auf den unangefochtenen Spitzenreiter der Kreisklasse Gruppe IV, den SV Laufen. Der Kreisliga-Absteiger bewies zuletzt gegen Grabenstätt eine hervorragende Moral und bog einen 0:2-Rückstand noch in einen 4:2-Erfolg um. Dabei wussten vor allem Routinier Helmuth Putzhammer und Nachwuchsakteur Gerhard Nafe auf Laufener Seite zu gefallen. Aber auch die Ruhpoldinger haben einen glänzenden Start in die Spielzeit erwischt; zwei Siege stehen auf der Habenseite der Willi-Aigner-Truppe. Der Bezirksliga erfahrene Thomas Nawartil sorgte gegen Chieming für das entscheidende Tor zum 1:0-Erfolg. Spielentscheidend wird wohl auch sein, ob der Neuling weiterhin so frech, kaltschnäuzig und respektlos gegen die etablierten Kreisklassen-Teams aufspielen kann wie bisher.

Eine klare Angelegenheit scheint die Begegnung zwischen dem SV Kirchanschöring II und dem TSV Traunwalchen zu sein, die ebenfalls ab 15 Uhr über die Bühne geht. Auf dem Papier ist die Landesliga-Reserve klarer Favorit. Zuletzt setzte sich das Tom-Moosner-Team mit 4:2 in Inzell durch; dabei machte der SVK II ebenfalls einen 0:2-Rückstand wett. Moral und Kampfgeist scheinen bei den Rupertiwinklern also zu stimmen. Der TSV Traunwalchen konnte zwar zuletzt ebensolche Tugenden für sich in Anspruch nehmen, trotzdem stehen die Schützlinge von Trainer Gerry Straßhofer immer noch mit leeren Händen da. Die Hoffnung, dass sich dies ausgerechnet gegen den SV Kirchanschöring II ändern könnte, erscheint da eher trügerisch …

Mit der Paarung TSV Grabenstätt gegen SC Inzell schließt der 4. Spieltag am morgigen Sonntag um 16 Uhr ab. Die Chiemseer hielten Laufen zuletzt ordentlich auf Trab, zeigten sich zweikampfstark und mit einem starken Zug zum Tor. Nicht von ungefähr lag die Siegi-Straßhofer-Elf schon nach elf Minuten mit 2:0 in Front. Das 4:2 für Laufen klingt deutlicher als es letztlich war. Sollten die Grabenstätter am morgigen Sonntag ähnlich engagiert auftreten, wird sich der SC Inzell gewaltig steigern müssen, um mithalten zu können. Bisher enttäuschten Panitz und Co. auf ganzer Linie. Noch arg gebeutelt von dem 0:6 gegen Berchtesgaden gab es während der Woche gegen Kirchanschöring erneut eine Niederlage. Es fehlt die Lockerheit und die gute Form aus den Vorbereitungsspielen scheint gänzlich verloren gegangen zu sein. Darüber hinaus ist der Druck auf die Mannen von Trainer Jürgen Biermaier nicht geringer geworden.

Der bisherige Spitzenreiter TSV Fridolfing ist an diesem Wochenende spielfrei. mia