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Dreifachschlag binnen sechs Minuten

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Treffsicher: Stefan Mauerkirchner, der für den SBC Traunstein gegen Ottobrunn zwei Tore erzielte. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Petzka, Sebastian Mayer, Thudt, Berz, Schön, Mauerkirchner, Waritschlager (ab 55. Buchner), Maaßen, Daniel, Griesbeck (ab 67. Wendlinger/ab 81. Schneider).


TSV Ottobrunn: Hadler, Müllmaier, Müller (ab 50. Degel), Deuter, Karatas, Andreas Huber I, Schubert, Fischer (ab 70. Sonneck), Hanika (ab 50. Deuter), Markus Mayer, Andreas Huber II.

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Schiedsrichter: Gitopoulos (FC Bayern München).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 (30.) Mauerkirchner, 2:0 (33.) Schön, 3:0 (36.) Waritschlager, 4:0 (47.) Mauerkirchner.

Der Fußball-Bezirksligist SB Chiemgau Traunstein hat die Hürde TSV Ottobrunn mit einem 4:0 (3:0)-Erfolg gemeistert und ist damit zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor geblieben. Allerdings war die Vorstellung der Gawron-Truppe nicht mehr als Durchschnitt, was auch der Torschütze zum 3:0-Pausenstand, Dominik Waritschlager, klarstellte. »Wenn wir so am nächsten Samstag in Kolbermoor spielen, holen wir garantiert nix. Das Gute ist auf alle Fälle, dass wir zu diesem Spitzenspiel nicht als Favorit anreisen.« Aber die Kreisstädter reisen als Spitzenreiter an, da Kolbermoor in Baldham-Vaterstetten mit 1:2 unterlag.

Passables Comeback

Wie Florian Griesbeck, so hatte auch Waritschlager trotz großen Trainingsrückstandes ein durchaus passables Comeback nach Verletzungspause gegeben. Dass beide noch nicht wieder voll auf der Höhe sind, ist nachvollziehbar, dennoch bereicherten sie das Offensivspiel der Hausherren. Verbesserungsbedarf gibt es bis zum Topduell auf dem Huberberg aber in allen Mannschaftsteilen. Selbst Torhüter Issa Ndiaye, sonst die Souveränität in Person, leistete sich ein paar riskante Abspiele, die ein stärkerer Gegner als der diesmal doch etwas enttäuschende TSV Ottobrunn wohl bestraft hätte.

SBC-Trainer Adam Gawron sieht das jedoch nicht ganz so kritisch: »Bei Issa ist das eher Leidenschaft als Leichtsinn«, nimmt er den Torhüter in Schutz. Zudem stellte er das gesamte Spiel seiner Crew (»Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, der Gegner war erst nach dem 3:0 schwach«) sowie vor allem den zweifachen Torschützen Stefan Mauerkirchner positiv heraus: »Es war schon beeindruckend, wie er bei seinen Toren (Saisontreffer acht und neun, d. Red.) die Ruhe bewahrt hat.«

In den ersten 20 Minuten taten sich die Traunsteiner vor 300 Zuschauern im Jakob-Schaumaier-Sportpark noch schwer, Tempo aufzunehmen. Auf der anderen Seite spielte Ottobrunn bis zum »Sechzehner« gut mit, ließ aber an vorderster Front die nötige Durchschlagskraft vermissen – so auch in der zehnten Minute, als Ndiaye gegen Andreas Huber II klärte.

Ab Mitte der ersten Halbzeit wurden die SBC-Aktionen zwingender: Griesbeck konnte nach einem schnellen Vorstoß über Waritschlager und Mauerkirchner in höchster Not gestoppt werden (22.), kurz darauf scheiterte »Maui« – von Patrick Schön mit einem flachen Freistoß bedient – am Außennetz des TSV-Kastens, nachdem er sich sehenswert um seinen Gegenspieler gedreht hatte (24.).

Mit einem Dreifachschlag binnen sechs Minuten entschied der SBC das Spiel: Zunächst ließ Felix Maaßen das Leder ideal für Mauerkirchner prallen, der sich dann entschlossen im Strafraum durchsetzte und gefühlvoll zum 1:0 abschloss (30.). Drei Minuten später brachte Gästetorwart Franz Hadler einen Schrägschuss von Griesbeck nicht unter Kontrolle, Schön war mitgelaufen und nickte den Ball problemlos ins Netz – 2:0. Wieder nur drei Minuten später spielte Patrick Petzka einen Traumpass auf Waritschlager, der in dieser konterähnlichen Situation noch an Hadler vorbeizog, ehe er das Leder aus extrem spitzem Winkel eiskalt in die Maschen spielte.

Viele Chancen vergeben

Kurz nach der Pause legten die Traunsteiner den vierten Treffer nach: Ndiayes weiter Abschlag landete bei Mauerkirchner und dieser hob das Leder cool über Hadler ins Netz – klasse gemacht (47.)! In der restlichen Spielzeit versäumte es der SBC, einen Kantersieg herauszuschießen. Die größten Chancen vergaben Griesbeck, als er den völlig freien Waritschlager übersah und stattdessen ans Außennetz drosch (54.), Patrick Schön, als er einen Hadler-Schnitzer nicht nutzen konnte (60.), und der eingewechselte Markus Wendlinger, der es in Uwe-Seeler-Manier per Hinterkopf versuchte, dabei jedoch im Ottobrunner Torhüter seinen Meister fand (79.).

Auch Ottobrunn hatte die eine oder andere Möglichkeit zu einer Resultatsverbesserung, doch beispielsweise blieb der Pfiff aus, als die Gäste nach einer vermeintlichen Attacke von Ndiaye an Florian Sonneck Strafstoß forderten (77.). Alles in allem war’s ein hochverdienter SBC-Sieg gegen einen an diesem Tag schwachen TSV, der sich nach dem Spiel schnell auf den Weg Richtung Wiesn begab. Dort dürfte die eine oder andere Frustmaß durch die Ottobrunner Kehlen gelaufen sein... cs