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Drei Podestplätze in vier Rennen

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Er durfte sich über seinen dritten Platz freuen: Luca Grünwald (rechts), hier mit (von links) Roman Stamm (2.) und Kevin Wahr (1.). (Foto: Grünwald)

Drei Podestplätze in vier Rennen gab es für die heimischen Piloten bei der sechsten (von acht) Stationen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) am Sachsenring. Markus Reiterberger (Obing) ist in der Klasse Superbike (1000 ccm) weiterhin auf Titelkurs, Luca Grünwald (Waldkraiburg) kehrte in der Klasse Supersport (600 ccm) nach verletzungsbedingter Pause mit zwei Spitzenergebnissen zurück.


Die Leistungen der zwei jungen Fahrer sind umso höher einzuschätzen, weil sie heuer erstmals in diesen Klassen an der IDM teilnehmen.

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WM-Teilnehmer am Start

Reiterberger ist dabei inzwischen ganz klar auf Titelkurs. Er wurde für die IDM-Gesamtwertung zweimal als Zweiter (je 20 Punkte) gewertet, auch wenn er im zweiten Lauf »nur« als Dritter ins Ziel kam: Den Sieg hatte sich hier Gaststarter Max Neukirchner geholt, der normalerweise in der Weltmeisterschaft am Start ist. Die 25 Punkte für den IDM-Sieg holte sich Ducati-Pilot Martin Bauer als Sieger des ersten Laufes sowie als Zweiter hinter Neukirchner im zweiten Durchgang.

Reiterberger kam jeweils hinter Bauer ins Ziel. »Im ersten Rennen hat er mich überholt und ich bin bis zur letzten Runde an ihm drangeblieben. Ich wollte noch überholen, aber zum Schluss ist das Vorderrad etwas gerutscht, da habe ich lieber die Punkte sicher nach Hause gefahren«, so der 19-Jährige. Auch Michael Ranseder (Österreich/Honda Holzhauer Racing) zeigte als Dritter eine starke Vorstellung.

Er verwies Damian Cudlin (Australien/BMW RAC) auf Rang 4 vor Freddi Foray (Frankreich/Honda Holzhauer) sowie Bastien Mackels (Belgien/Van Zon alpha Technik BMW), der damit schnellster der Superstock-Piloten (1000 ccm) im Feld war. Vor dem zweiten Durchgang änderte Reiterbergers Team Van Zon Remeha BMW noch etwas am Fahrwerk, »und das hat sich bewährt. Aber die Ducati war auf diesem Kurs fast nicht zu schlagen«, so der Obinger.

So folgte im zweiten Durchgang hinter Neukirchner, Bauer und Reiterberger wieder Ranseder vor Foray. Erwan Nigon (Frankreich), Teamkollege des jungen Obingers, blieb in beiden Durchgängen ohne Punkte, Damian Cudlin fiel einmal aus. Daher baute Reiterberger (214 Punkte) seinen Vorsprung vor Nigon (148), Cudlin (146) und Ranseder (145) erheblich aus. Da bei den zwei letzten Veranstaltungen in vier Rennen maximal 100 Punkte zu erreichen sind, sind seine Titelchancen sehr gut – wichtig wird es hier sein, kein unnötiges Risiko einzugehen.

Im Zeittraining – ein freies Training gab es am Sachsenring nicht – musste Reiterberger gut zehn Minuten wegen einer Reparatur des Motorrads in der Box warten und stellte danach die Bestzeit auf. Kurz vor Schluss war WM-Pilot Neukirchner noch schneller. Von der Pole Position startete aber der Obinger: Neukirchners Mechaniker hatten bei den Reifen den Aufkleber vergessen – ein Malheuer, das auch Reiterberger schon einmal eine Strafversetzung eingebracht hatte.

In der Supersport-Klasse hatte Luca Grünwald am Schleizer Dreieck nach einem Sturz im Training wegen einer Gehirnerschütterung Startverbot erhalten, doch der 18-Jährige kehrte am Sachsenring beeindruckend zurück.

Doppelsieg für Wahr

Kevin Wahr (Nagold/Yamaha) feierte einen Doppelsieg jeweils vor Roman Stamm (Schweiz/Kawasaki), und im ersten Durchgang folgte Grünwald nur um Sekundenbruchteile hinter Stamm auf Rang 3. Und das, obwohl der junge Waldkraiburger zunächst Probleme hatte. »Im Kurven-Geschlängel hinunter zum Omega wurde ich etwas abgedrängt und verlor zwei Positionen«, berichtet er. Er fiel auf Rang 9 zurück, war bald Fünfter und sicherte sich mit schnellen Runden zum Abschluss noch den Podestplatz.

Nach der »Hitzeschlacht« am ersten Tag war die Abkühlung am zweiten Tag »eine Wohltat«, so Grünwald. Er war zwar pro Runde gut eine halbe Sekunde schneller als am Vortag – aber die Konkurrenz eben auch. »Aus irgendwelchen Gründen fiel es mir im zweiten Rennen schwerer, einen lockeren Rhythmus zu fahren«, gibt er zu. Dennoch: Rang 4 war für den Piloten des Teams Motorrad Bikerbox Racing wieder sehr stark. Um den Titel kämpfen hier Kevin Wahr (236 Punkte), Roman Stamm (225) und Stefan Kerschbaumer (Österreich/191), für Grünwald (6./114 Punkte) ist in der Gesamtwertung noch Platz 4 (Jan Bühn/130) in Reichweite.

In der Nachwuchsklasse Moto 3 genügten Maximilian Kappler (Oberlungwitz) ein sechster und ein zweiter Platz, um im Titelkampf weiter souverän vorn zu liegen. Einen Doppelsieg feierte hier der Tscheche Karel Hanika.

Im Yamaha-R6-Dunlop-Cup schob sich Julian Puffe (Schleiz/97 Punkte) durch seinen Sieg vor Spitzenreiter Dominik Engelen (Leverkusen/112) und Ville Valtonen (Finnland/108) ein wenig näher ans Führungsduo heran.

Beim jüngsten Nachwuchs im ADAC Junior Cup holte sich Arnaud Friedrich (Limbach-Oberfrohna) durch seinen Sieg wieder die Tabellenführung zurück. Matthias Meggle vom Team ADAC Südbayern wurde Zehnter.

Für ihn, Reiterberger und Grünwald geht es am Wochenende vom 20. bis 22. September in Hockenheim wieder zur Sache. who