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Doppelte Brisanz beim Derby in Oberteisendorf

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So will er sich auch im Derby beim SV Oberteisendorf durchsetzen: Teisendorfs Timo Fritzenwenger (rechts), hier gegen Holger Ganss (Mitte) und Hannes Georg (links) vom SV Seeon/Seebruck. Die SVS-Spieler wiederum brauchen in Perach noch einen Sieg, um mit ihrer Mannschaft den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern. (Foto: Weitz)

Am Abend des 25. Mai sah es ganz danach aus, als dürfte der SV Saaldorf in Teisendorf bereits in der Fußball-Kreisliga II die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Bezirksliga feiern. Doch eine 2:0-Führung nach wenigen Minuten reichte nicht – in einem sehr sehenswerten Spiel drehten die »Rothosen« die Partie noch in ein 4:3. Und da der SV Saaldorf auch den zweiten »Matchball« in Bad Reichenhall nicht nutzen konnte (1:2), will die Elf von Mathias Rehrl und Franz-Xaver Butzhammer nun die dritte und letzte Chance auf den Titel nutzen.


Am morgigen Samstag (alle Partien 15 Uhr) empfängt der SVS den SV Kay zum Showdown. Doch nicht nur oben geht es zwischen Saaldorf und Teisendorf noch um alles, auch und gerade unten wollen gleich mehrere Teams den 12. Tabellenplatz, der zur unteren Relegation verpflichtet, vermeiden.

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»Den dritten Matchball wollen wir verwandeln«

Unter jenen Teams befindet sich auch Saaldorfs Gegner SV Kay, dem ein Remis reicht, um aus eigener Kraft eine Saisonverlängerung abzuwenden. Da allerdings ein Unentschieden dem SV Saaldorf zu wenig ist (dann könnte der TSV Teisendorf mit einem Sieg vorbeiziehen), stehen morgen in Saaldorf 90 brisante Minuten an. »Den dritten Matchball wollen wir verwandeln«, so SVS-Trainer Hias Rehrl. Er nimmt allerdings auch etwas Druck von seinem Team: »Wenn vorher einer gesagt hätte, dass wir es am letzten Spieltag noch selbst in der Hand haben, Meister zu werden, dann hätte ich ihm den Vogel gezeigt.«

Just am letzten Spieltag kommt es zudem zum Derby zwischen dem gastgebenden SV Oberteisendorf und dem TSV Teisendorf. Und die Voraussetzungen gleichen dem Saaldorf-Spiel: Teisendorf muss gewinnen, will die Elf von Sepp Aschauer den SVS noch vor der Ziellinie abfangen, während der SVO mit einem Sieg darauf hofft, den Relegationsplatz zu verlassen.

»Ein Derbysieg gehört obligatorisch dazu«

Beide Teams wahrten zuletzt mit zwei Dreiern ihre Chance – der TSV sogar auf Rang eins, während der obere Relegationsrang bereits sicher ist. »Im Trainingslager in Kroatien hat sich die Mannschaft seinerzeit das Ziel gesetzt, Erster oder Zweiter zu werden – das hat sie durch die Energieleistung in der Englischen Woche erreicht. Jetzt können wir in Oberteisendorf anfangen, aus einer guten Saison eine perfekte zu machen. Ein Derbysieg gehört zu einer solchen obligatorisch dazu. Das können wir beeinflussen, beim Rest da schauen wir mal um 16.50 Uhr aufs Handy«, zwinkert TSV-Teamchef Sepp Aschauer.

Nicht dabei sein können die Spieler aus der U 19 der JFG Teisenberg sowie die Stürmer Christoph Mitterauer (Haarriss am Wadenbein) und Tobias Mayer (Muskelfaserriss). Oberteisendorf ist personell fast wieder komplett. »Die werden uns sicher alles abverlangen«, so Aschauer vor dem Schlager beim SV Oberteisendorf, der selbst bei einem eigenen Sieg darauf hoffen muss, dass andere Teams mitspielen.

Zum Beispiel der TSV Bad Reichenhall, der morgen beim TSV Buchbach II seine Visitenkarte abgibt. Die Kurstädter wären bei einer Wiederholung des Hinspiel-Ergebnisses (2:0-Sieg) so gut wie durch. Nur bei ungünstigster Konstellation mit mehreren punktgleichen Mannschaften gäbe es einen Sondertabellen-Fall, bei dem es die Reichenhaller mit Rang 12 erwischen könnte. Der TSV Buchbach II weist aktuell 37 Punkte auf und müsste, sollte Reichenhall (34) gewinnen, ebenfalls in die Sondertabelle.

Die einzige Partie der Kreisliga II, die bereits heute stattfindet, steigt in Siegsdorf. Dort gastiert ab 19 Uhr der TSV Neumarkt-St. Veit, der mit seinen 41 Punkten gerettet ist. Siegsdorf weist zwar 37 Punkte auf und könnte bei einer Niederlage noch in die Sondertabelle rutschen, wäre da aber bei sämtlichen Konstellationen gerettet. Somit ist jene heutige Partie die einzige, in der es um nichts mehr geht.

Denn auch in den restlichen drei Begegnungen ist noch Zündstoff drin: Peterskirchen will bei der geretteten SG Schönau voll punkten, um nicht noch von Oberteisendorf und Reichenhall überholt zu werden. Exakt die gleiche Ausgangsposition wie Peterskirchen weist der SV Seeon/Seebruck auf, der mit seinen 35 Zählern die beiden 34-Punkte-Verfolger nur mit einem Sieg in Perach aus eigener Kraft auf Distanz halten kann.

»Nachdem nun schon zwei Spieltage gegen uns gelaufen sind, hoffen wir dass es nicht noch ein dritter wird. Wenn wir dreifach punkten, dann ist der Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft, ansonsten sind wir auf Schützenhilfe von Teisendorf und Buchbach II angewiesen«, weiß Seebrucks Abteilungsleiter Thomas Donhauser. Im direkten Vergleich wäre der SVS gegen Reichenhall besser, gegen Oberteisendorf schlechter gestellt. Allerdings fehlen dem SVS wichtige Spieler: Zu den bisherigen Ausfällen Michael Gernhäuser und Tommy Mitterer gesellen sich nun Stürmer Philipp Eder (Schlüsselbeinbruch) und Verteidiger Hannes Georg (Handbruch).

Doch der FC Perach muss ebenfalls siegen, denn dem Vorletzten sitzt der SB Chiemgau Traunstein II im Nacken. Mit einem Sieg beim Tabellendritten FC Töging II würde die Elf von Bernd Ober die Peracher noch abfangen können – dann würde dem FC auch ein Remis nicht reichen, da die Traunsteiner den besseren direkten Vergleich aufweisen.

SB Chiemgau II setzt Fanbus ein

Und die Spieler des SBC II dürfen auf gute Unterstützung hoffen: Zum entscheidenden Spiel in Töging wird ein 60-Mann-Bus eingesetzt. Treffpunkt ist am Samstag um 12.15 am Jakob-Schaumaier-Sportpark. Daher hoffen die SBC-Verantwortlichen darauf, dass möglichst viele SBC-Anhänger ihre Spieler beim Kampf um den Klassenerhalt unterstützen. Die Mitfahrt im Bus ist kostenlos. sts