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Diese Chance hat er sich verdient

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Foto: Weitz

Ruhpolding – Nach zwei Podestplätzen beim IBU-Cup ist Michael Willeitner auch beim Weltcup in Ruhpolding am Start.


Auf eine bislang beachtliche Saison kann das deutsche Team aus dem IBU-Cup blicken. "Wir wollen die Podestplätze angreifen", hatte Trainer Remo Krug (Inzell) vor der Saison gehofft – und das klappte im bisherigen Saisonverlauf in den meisten Fällen.
Die logische Folge: Gleich mehrere Athleten aus der Auswahl stiegen zeitweise in die deutsche Weltcup-Mannschaft auf. Auch beim Heim-Weltcup in Ruhpolding sind zwei Sportler aus dem IBU-Cup-Team dabei, nämlich Matthias Dorfer (SV Marzoll) und Michael Willeitner (SK Berchtesgaden).

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Aus dem Team, das den Saisonstart im IBU-Cup in Angriff genommen hatte, waren zuletzt beim Weltcup in Oberhof Florian Graf (WSV Eppenschlag/Stützpunkt Ruhpolding) und Matthias Bischl (SV Söchering) sowie die Schwestern Nadine (SC Willingen) und Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld/Stützpunkt) am Start. Zuvor hatten sich schon Roman Rees (SV Schauinsland), Matthias Dorfer (SV Marzoll) und Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal/alle Stützpunkt) Startplätze auf der höchsten Einsatzebene erkämpft.

So war das IBU-Cup-Aufgebot, das im Martelltal (Italien) an den Start ging, deutlich verändert, bei den Männern ging eine verjüngte Auswahl an den Start. Doch der Nachwuchs mit Dominic Reiter und Marco Groß vom SC Ruhpolding schlug sich gut, und ein Routinier zeigte sich auf dem Weg zu alter Klasse.

Denn Michael Willeitner vom SK Berchtesgaden kam zwar im ersten Sprint nach vier Schießfehlern "nur" auf den 17. Rang, doch dann ließ der 26-Jährige gleich zwei Podestplätze folgen. Dafür wurde er nun mit der Weltcup-Nominierung belohnt.

Im zweiten 10-km-Lauf wurde "Willi" hinter dem Russen Alexander Loginow (24:34,0/2) und dem Norweger Martin Femsteinevik (+ 44,2/0) Dritter (+ 1:23,4/1). In der Verfolgung gewann wiederum Loginow, diesmal vor Emilien Jacquelin (Frankreich/+ 53,4/2) und Willeitner (+ 1:00,2).

"Am Saisonbeginn war er noch etwas schwankend in seinen Leistungen, aber jetzt hat er sich stabilisiert und hat sich die Chance in Ruhpolding verdient", freut sich Remo Krug.
Beim ersten Sprint hatte sich der Norweger Andreas Dahlö Waernes an die Spitze gesetzt und mit 9,6 Sekunden Vorsprung vor dem Österreicher Niklaus Leitinger gewonnen.
Hier hatten gleich mehrere DSV-Athleten überzeugt: 7. Roman Rees (SV Schauinsland), 10. Dominic Reiter (SC Ruhpolding/beide Stützpunkt), 11. Phlipp Nawrath (SK Nesselwang), 13. Lucas Fratzscher (WSV Oberhof), 17. Michael Willeitner; 39. Marco Groß.

Beim zweiten 10-km-Wettbewerb gab es weitere ordentliche Platzierungen im Feld der 114 gewerteten Sportler: 26. Lucas Fratzscher; 29. Marco Groß; 35. Philipp Nawrath; 40. Roman Rees; 45. Dominic Reiter.
Und die beiden 21-jährigen Ruhpoldinger überzeugten auch im Verfolgungsrennen. Marco Groß machte zwei Plätze gut, obwohl er bei der ersten der vier Schießeinlagen mit fünf Fehlschüssen die »Höchststrafe« hinnehmen musste. Reiter stürmte gar auf den 19. Rang nach vorn, weil er am Schießstand (1 Fehler) souverän blieb. Die weiteren Platzierungen: 16. Nawrath; 30. Fratzscher; 37. Rees.

Das Damenteam war ohne die beiden Horchler-Schwestern ebenfalls neu aufgestellt. Hier waren die Wettkämpfe – ebenso wie bei den Herren – von den stark wechselnden Winden heftig beeinträchtigt und trugen dazu bei, "dass das Ergebnis nicht zufriedenstellend war", so Krug. Im ersten Sprint gewann die Österreicherin Fabienne Hartweger. Besonders stark präsentierten sich hier mit Rang 7 Helene Therese Hendel (VSC Klingenthal) und Annika Knoll (SC Friedenweiler/Stützpunkt) auf Rang 13. Es folgten: 32. Marie Heinrich (Großbreitenbacher SV), 37. Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal/Stützpunkt); 66. Sarah Wagner (SCM Zella-Mehlis). Stützpunkt-Athletin Herrmann hatte hier im ersten Schießen alle fünf Scheiben verfehlt. Im zweiten Rennen mit 97 gewerteten Sportlerinnen lag Julia Simon (Frankreich) vorn. Die deutschen Platzierungen: 24. Marie Heinrich; 31. Denise Herrmann; 32. Helene Therese Hendel; 60. Sarah Wagner; 62. Annika Knoll.

Knoll hatte im ersten Schießen fünf Fehler und verpasste durch zwei weitere »Fahrkarten« im zweiten Schießen den Verfolgungslauf. "Die Annika ist an sich eine sichere Schützin, aber beim ersten Anschlag hatte sie einfach Pech. Die Bedingungen waren schon grenzwertig", so Krug. In diesem gab es einen russischen Vierfachsieg, wobei Darja Virolaynen ganz vorne lag. Die deutschen Sportlerinnen verbesserten sich teilweise deutlich: 14. Denise Herrmann; 19. Helene Therese Hendel; 29. Marie Heinrich; 39. Sarah Wagner.

Auch diejenigen aus dem Team, die nicht beim Weltcup in Ruhpolding dabei sind, haben in dieser Woche ein Heimspiel. Der nächste IBU-Cup beginnt an diesem Freitag und wird am Arber ausgetragen. Krug hofft dabei, dass auch die Oberteisendorferin Marion Deigentesch wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte antreten kann. Sie hatte sich einen Magen-Darm-Infekt zugezogen und wurde deshalb von ihrem Trainer am vergangenen Donnerstag nach Hause gefahren. who