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»Die wollen alle Gas geben«

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Er hat alles genau im Blick: Andreas Birnbacher. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Mit der abgelaufenen Saison und den Leistungen seiner Nachwuchs-Biathletinnen ist der verantwortliche Trainer Andi Birnbacher sehr zufrieden. Der 38-jährige aus Schleching ist für den weiblichen Nachwuchs-Kader 1 zuständig.


Zu dieser neunköpfigen Gruppe gehören aus dem Bereich des Skiverbands Chiemgau Lisa Spark vom SC Traunstein, Franziska Pfnür von der SK Ramsau sowie Jessica Lange vom SC Ruhpolding. Die jungen Sportlerinnen hatten Einsätze unter anderem im IBU-Juniorencup und zuletzt bei der Junioren-Europameisterschaft in Hochfilzen.

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Der Wettkampf in Tirol war der letzte in dieser Saison und fand wegen der Corona-Krise durch den Abbruch ein jähes Ende. »Wir sind schnell abgereist. In dieser Phase war aber noch nicht bekannt, dass Tirol ein sogenannter Hotspot der Krise ist«, so Birnbacher, der im vergangenen Herbst an der Sporthochschule Köln sein Trainerdiplom erfolgreich abgelegt hatte. Für richtig gute Erfolge sorgten im IBU-Juniorencup Lisa Spark mit zwei Siegen und Franziska Pfnür mit einem dritten Platz.

Nicht ganz so gut lief es für die heimischen Schützlinge von Birnbacher bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Lenzerheide/Schweiz. Für die besten Ergebnisse sorgte erneut Lisa Spark mit einem vierten Rang in der Verfolgung, nachdem sie im Sprint Achte geworden war. »Die Lisa hat eine richtig gute Saison gezeigt«, so das Lob ihres Trainers. Bei Franziska Pfnür stellte Birnbacher einige Probleme mit dem Schießen fest. »Solche Schwankungen in jungen Jahren gehören dazu. Alle Mädels haben im Vorfeld der Wettkämpfe hart trainiert. Generell muss man ihnen Zeit lassen, um eine gewisse Stabilität zu erreichen.«

Wichtig ist es für Birnbacher, zu den Sportlerinnen einen guten Draht zu haben. »Sie sind keine Roboter, man muss sie fordern, aber nicht überfordern. Sie alle sind unterschiedliche Charaktere und deswegen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. In diesem Alter können sie sehr viel lernen, daher muss ich im Training eine gute Mischung finden.« Derzeit ist Trainingspause und durch das Coronavirus ist aktuell eh alles schwierig.

»Sport alleine ist ja kein Problem – und sie wissen, was sie zu tun haben«, betont der Trainer. Ob es mit dem offiziellen Saisonstart am 1. Mai und einem geregelten Trainingsbetrieb klappt, steht derzeit in den Sternen.

Nach dem Ende der Saison sind auch bei Birnbacher die Diskussionen über die aktuelle Leistungsstärke im deutschen Biathlon angekommen. Die teilweise heftige Kritik an jungen Sportlern und deren Leistungsbereitschaft lässt er nicht gelten. »Der Weg aus dem Juniorenbereich in die Weltcupspitze ist sehr steinig. Das habe ich damals als junger Sportler auch erfahren.«

Im internationalen Biathlon habe sich in der Vergangenheit vieles verändert. »Früher waren wir Deutschen in vielen Dingen voraus. Mittlerweile haben viele Länder zu uns aufgeschlossen und können auf ein perfektes System bauen. Einige Länder wie Norwegen oder Frankreich haben sehr viele junge talentierte Sportler. Andere kleine Nationen haben den Vorteil, dass sie sich auf einige wenige Talente voll konzentrieren können. Unsere Trainingsgruppen müssen viel mehr Sportler betreuen. Manche erweisen sich gleich als Talente, andere brauchen länger«, beschreibt er die schwierige Situation.

»Ich sehe, dass die Motivation da ist, die wollen alle Gas geben. Klar, dass Kritik kommt, wenn die Leistung nicht stimmt. Die kommt aber teilweise von Couch-Bundestrainern oder aus einem Halbwissen heraus. Plötzlich ist jeder ein Experte. Das ist ungerecht und vieles wird auch hineininterpretiert. Viele wissen überhaupt nicht, was von einem Sportler gefordert wird«, vertritt er eine klare Meinung.

Auch zur Verlegung der Olympischen Spiele äußert er sich deutlich. »Das war eine vollkommen richtige Entscheidung und hat endlich die Unsicherheit von den Sportlern genommen.« SHu

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