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Die Weichen stehen auf Abstiegskampf

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TVT-Basketballer Benedikt Aumeier kehrte im Spiel bei der SG Heising-Kottern in den Kader zurück. Er konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern. (Foto: Weitz)

Mit gemischten Gefühlen traten die Basketballer des TV Traunstein ihre Reise ins Allgäu an. Einmal mehr hatte man vor dem Gastspiel beim Bayernliga-Tabellenletzten SG Heising-Kottern zahlreiche Ausfälle zu beklagen. So standen Valentin Rausch, Stefan Schnellinger, Andreas Schmidmayer und Marinko Varnica allesamt nicht zur Verfügung. Auf der anderen Seite kehrten die Leistungsträger Benedikt Aumeier sowie Julian Rosnitschek zurück. Überraschenderweise konnte auch Topscorer Stefan Gruber wieder mitwirken.


Daher schien der so dringend benötigte Sieg für das Team von Enes Tadzic durchaus machbar zu sein. Dass Theorie und Praxis allzu oft nicht ganz miteinander einhergehen, sollte dem TVT allerdings recht früh vor Augen geführt werden. Offensiv agierte man vom Start weg recht einfallslos.

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Defensiv wollte der TVT die Kreise des Amerikaners James Townsend durch geschicktes Doppeln einschränken. In der Halbfeld-Verteidigung wurde dies oft gut umgesetzt, wodurch Heising-Kottern so manchen Ballverlust erlitt. Jedoch agierte der TVT im Umschaltspiel zu lethargisch. Dadurch gelang es dem Heimteam regelmäßig, einfache Punkte in Form von Schnellangriffen zu generieren oder die Defensive zu Fouls zu zwingen. In einem äußerst zerfahrenen Spiel vermochte sich keine Mannschaft weit abzusetzen. Gruber bescherte dem Turnverein durch einen Dreier mit der Schlusssirene immerhin die 30:28-Halbzeitführung.

In der Pause riet der TVT-Trainer seinen Schützlingen, weiterhin Druck zu machen. Dennoch bot sich nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild. Anstelle von Gruber, der seiner Verletzung nach starker erster Hälfte nun mehr und mehr Tribut zollen musste, sprangen nun Rosnitschek und Aumeier, mit starken Einzelaktionen in die Bresche. Nun boten sich endlich auch Räume für Thomas Weber, der diese in gewohnt effizienter Art und Weise zu nutzen wusste.

Nach dem Wechsel wird die Partie immer hitziger

Heising-Kottern hielt jedoch erfolgreich dagegen. Die Kontrahenten waren sich der immensen Bedeutung der Partie sehr bewusst, es wurde nun zunehmend hitziger. Auf beiden Seiten haderte man mit den Entscheidungen der Unparteiischen. All dies gipfelte im Ausschluss des Heisinger Flügels Mario Smith (35. Minute), der den Schiedsrichtern aufgrund einer bedrohenden Geste in Richtung Franz Hells keine andere Wahl ließ. Kapitän Weber ermahnte die Seinen, ruhig zu bleiben. Anschließend erarbeitete sich sein Team bis zwei Minuten vor Schluss eine halbwegs komfortable Führung von fünf Punkten.

Eine als unsportlich eingestufte Verteidigungsaktion Benedikt Aumeiers bei einem Schnellangriff der Heimmannschaft brachte Enes Tadzic dermaßen in Wallung, dass seine Unmutsbekundungen mit einem technischen Foul quittiert wurden. Heisings Kapitän Maximilian Schrenker konnte jedoch von der Freiwurflinie nur einen seiner drei Versuche im Korb unterbringen. Weber nutzte die Pause, um sein Team zur Aufmerksamkeit zu beschwören und auf keinen Fall vom gegnerischen Topscorer abzulassen. Dies sollte sich als böse Vorahnung erweisen.

Townsend macht am Ende den Unterschied

Townsend erzielte im Anschluss tatsächlich sieben Punkte in Folge. Nach einem knapp verpassten Dreipunktwurf durch Thomas Weber blieben den Gastgebern 25 Sekunden, um beim Stand von 64:64 die Begegnung noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Dem ersten Heisinger Ansturm konnte der TVT noch standhalten, doch auf Umwegen gelangte das Spielgerät in die Hände von Maximilian Schrenker. Dieser hatte sein Wurfglück wiedergefunden und schloss im Zurückfallen erfolgreich ab.

Nach Überprüfung der Spieluhr entschieden die Offiziellen, dass den Gästen beim Stand von 64:66 noch eine letzte Sekunde bleiben sollte, ihren Fehler wieder gutzumachen. Enes Tadzic erklärte in einer Auszeit seinem Team den finalen Spielzug. Tatsächlich konnte beim folgenden Einwurf genug Platz für Thomas Weber geschaffen werden, der einen den Umständen entsprechend recht offenen Dreipunktewurf loswerden konnte. Die Schiedsrichter erklärten allerdings das Spiel – noch bevor der Ball die Hand des Schützen verlassen hatte – für beendet, wodurch jegliche Diskussion um ein im Raum stehendes Foul in der Wurfbewegung im Keim erstickt wurde.

Schlussendlich mussten die Traunsteiner den langen Heimweg mit der Gewissheit antreten, dass man erneut ein knappes Spiel durch eigenes Unvermögen aus der Hand gegeben hatte und sich dadurch nun endgültig im Abstiegskampf befindet.

Für den TV Traunstein spielten: Thomas Weber (18/4 Dreier), Benedikt Aumeier (15/1), Stefan Gruber (12/2), Julian Rosnitschek (8), Lukas Schwankner (6/2), Franz Hell (4), Alexander Guggenberger (1), Sebastian Kösterke, Simon Haunerdinger und Sebastian-Brian Foltys. AG/SK