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Die Vorfreude auf die Heim-WM steigt von Tag zu Tag

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Gabi Hirschbichler (links) plagt sich derzeit mit einer schweren Erkältung herum. Trainer Danny Leger ist für die Weltmeisterschaft in Inzell dennoch optimistisch. (Foto: Wukits)

Eine Bilanz mit Höhen und Tiefen hat Eisschnelllauftrainer Danny Leger nach den ersten vier Weltcups in dieser Saison gezogen, was seine drei Inzeller Starter betrifft. Die gute Nachricht vorab: Mit Gabi Hirschbichler sowie Roxanne und Joel Dufter haben sich alle für die Weltmeisterschaft auf ihrer Hausbahn in der Max-Aicher-Arena qualifiziert.


»Zuletzt in Heerenveen bin ich sehr zufrieden gewesen. Mit allen vier Weltcups zusammen bin ich etwas unzufrieden«, sagt Leger und betont, man sei trotzdem auf einen guten Weg zur Weltmeisterschaft im Februar in Inzell. »Wir haben das Training so gesteuert, um gleich ansprechende Leistungen zu zeigen. Das ist uns nicht perfekt gelungen.«

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Zufrieden ist Leger mit den jüngsten Ergebnissen von Roxanne Dufter. Die 26-Jährige hat sich in dieser Saison auf den langen Strecken überraschend profilieren können. In Heerenveen erreichte sie über die 3000 Meter eine Fabelzeit von 4:05,38 Minuten. Ihre europäische Bestzeit lag bisher um fünf Sekunden höher.

»Ich bin selber überrascht gewesen, als ich die Zeit auf der Anzeigetafel gesehen habe und beinahe ausgeflippt«, erzählt Dufter. Nachdem sie sich vor dem Start gut gefühlt hatte, wollte sie um die 4:09 Minuten laufen. Diese Entwicklung auf den längeren Strecken (3000/5000) hatte sich bereits zum Saisonstart abgezeichnet. »Ich fühle mich da momentan viel besser«, sagt sie. Darunter leidet aber ihre Spezialstrecke, die 1500 Meter.

»Ihr fehlt für die kürzeren Strecken am Start, schnell genug zu sein«, sagt Danny Leger. »Wir wollen bei ihr den Fokus auf die Dinge legen, wo sie realistische Chancen hat, irgendwann eine Medaille zu gewinnen. Das ist eher auf den langen Strecken möglich.« Deswegen hat Leger das Training auch so angelegt. So reicht über 3000 und 5000 Meter auch ihr Startvermögen aus, um mit den schnellsten dabei zu sein. »Das Rennen zuletzt in Holland ist ein Ausrufezeichen gewesen. Jetzt braucht sie mehr Konstanz, sie ist ja auf diesen Strecken erst am Anfang. Entscheidend ist ihr weiterer Weg und wo sie dann in drei Jahren bei Olympia steht.«

Roxanne Dufter zeigt sich optimistisch

Roxanne Dufter hat aber auch die 1500 Meter noch nicht abgeschrieben. »Im Training arbeite ich daran, leider habe ich bisher noch keinen optimalen Lauf gehabt«, deswegen belegt sie bei der WM über diese Distanz den ersten Reserveplatz. Hat aber über 3000 Meter einen fixen Startplatz. Ansonsten passt ihr Fahrplan für die Heim-WM. »Ich hoffe, dass ich vor eigenem Publikum über die 3000 einen guten Lauf hinbekomme«, so ihr Wunsch.

Gute Läufe hat auch ihr Bruder Joel zuletzt über die 1000 Meter hinbekommen. Der 23-Jährige ist in Heerenveen in 1:08,65 Minuten Sechster geworden. Diesen Platz hat er auch beim ersten Weltcup in Japan belegt. »Das ist zuletzt eine überragende Leistung vom Joel gewesen. Hätte er vorher nicht die Probleme mit dem Jetlag und seiner Gesundheit gehabt, wäre er ums Podium mitgelaufen«, betont sein Trainer. »Unser Plan war aber auch, dass er ab dem vierten Weltcup vorne mitlaufen soll.«

Dabei sind die vergangenen zwei Wochen für Joel Dufter und seinem Trainer alles andere als einfach und entspannt gewesen. Nach Japan hat er zehn Tage unter dem Jetlag gelitten und nicht richtig schlafen können, danach hat ihn noch ein Magen-Darm-Virus erwischt. »Dass er es trotzdem hinbekommen hat, zeigt seine mentale Stärke. Er hat alles aus sich herausgeholt.«

Für die WM in Inzell traut ihm sein Coach einen Platz zwischen vier und acht zu. »Gefühlt ist das möglich und die ersten drei müssen auch erst einmal ins Ziel kommen. Ich möchte jetzt von keiner Medaille sprechen, aber er wird international konkurrenzfähig sein.«

Ziemlich entspannt sieht das alles der Sportler selber. Der 23-Jährige scheint die Ruhe selbst zu sein. Diese hat er sich in der vergangenen Woche bei Skitouren mit seiner Schwester geholt. Laut Leger sollten seine Sportler etwas Abstand vom Eis bekommen. Seine Zeit über die 1:08 Minuten weiß er einzuordnen. »In Heerenveen und Inzell sind solche Zeiten Pflicht, teilweise musst du noch schneller sein«, sagt er. Überrascht war er von seinem sechsten Platz zum Weltcup-Auftakt in Japan.

Nach einer kurzen Weihnachtspause wird er sich nun zusammen mit seiner Schwester und Gabi Hirschbichler auf die Europameisterschaft in Südtirol vorbereiten. Ende Januar steht der fünfte Weltcup in Hamar/Norwegen auf dem Programm und dann ist schon die WM in Inzell. »Das ist ein Heimspiel und ein Vorteil. Wir kennen jeden Zentimeter Eis und haben ein tolles Publikum. Am entscheidenden Tag musst du aber liefern können. Auf alle Fälle habe ich schon mal die gute Stimmung aus Heerenveen mitnehmen können.«

Nach der Saison ist wohl Schluss

Gabi Hirschbichler hat aus Holland eine schwere Erkältung mitgenommen. Trotzdem ist sie in Heerenveen gestartet. »Ich wollte meinen Startplatz in Inzell absichern«, erklärt sie ihr Antreten. Nur die 24 Zeitbesten haben über die kurzen Strecken einen Startplatz. »Wir wollen versuchen, der Gabi einen tollen Auftritt zu verschaffen. Der soll auch sportlich gut sein, wenn es geht, überragend«, wünscht sich Danny Leger. Wahrscheinlich wird die 34-Jährige, die an diesem Mittwoch Geburtstag feiert, nach der Saison aufhören.

»Den Start in Heerenveen muss ich jetzt büßen«, sagt sie etwas traurig. Sie hofft, dass sie über die Feiertage wieder topfit wird. »Ich habe in den vier Weltcups gute und weniger gute Rennen gehabt«, meint sie. Vor allem die Freiluftbahn in Japan hat ihr nicht gelegen. »Für schweres Eis bin ich nicht gemacht, da bin ich etwas im Nachteil«, betont sie und schiebt hinterher. »Ich freue mich jetzt auf meine Weltmeisterschaft in meinem Wohnzimmer und hoffe, dass ich das alles gesund genießen kann.« SHu