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Die vier Optionen für Olympia

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Sie hoffen bei den Olympischen Spielen auf eine starke Leistung in der Team-Verfolgung (von links): Isabell Ost, Roxanne Dufter, Claudia Pechstein, Gabriele Hirschbichler, Michelle Uhrig. (Foto: Hohler)

Bei der Deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaft in der Inzeller Max-Aicher-Arena geht es für die Athleten erst einmal um die Weltcup-Qualifikation – doch Sportler und Verantwortliche der DESG (Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft) haben vor allem die Olympischen Spiele in Pyeongchang (Südkorea) im Februar 2018 schon im Blick. Dabei gilt: Bundestrainer Jan van Veen und Sportdirektor Robert Bartko sehen insgesamt vier Optionen, dort eine Medaille zu holen.


Dass sich wohl nicht alle vier Hoffnungen erfüllen werden, ist dem Duo klar. Doch ein »Salto Nullo« wie in Sotschi (Russland) 2014 – damals waren weder Bartko noch van Veen schon im Amt – soll unbedingt vermieden werden. »Mehr als Null« sei daher das offizielle – und mit dem DOSB abgestimmte – Verbandsziel, so Bartko. »Wir wollen natürlich mehr, aber bei einem engen Wettbewerb kann es auch mal sein, dass man Vierter oder Fünfter wird.«

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Zu den vier Optionen gehören die drei WM-Medaillengewinner aus der vergangenen Saison, Sprinter Nico Ihle (Chemnitz/2. über 500 m), Langstreckler Patrick Beckert (Erfurt/3. über 10 000 m) und Claudia Pechstein (2. über 5000 m), hinzu kommt das Damenteam in der Team-Verfolgung, das den 4. WM-Platz belegt hatte. »Dass sie das bei der WM geschafft haben, heißt nicht automatisch, dass es klappt. Aber ich glaube, dass sie alle gut gearbeitet haben«, lobt Bartko.

Das sieht auch Bundestrainer Jan van Veen so. Er hatte schon in der vorherigen Saison mit den Athleten besonders an der Lauftechnik gearbeitet und lobt: »Viele Sportler haben da einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber bei Erwachsenen ist es halt schwerer, so etwas zu korrigieren, man sollte schon beim Nachwuchs die richtige Technik lernen.«

Trotz aller Fortschritte sei aber auch klar: »Bei den Damen besteht die einzige echte Medaillenchance in den Einzelrennen für Claudia Pechstein. Daher haben wir die Konzentration in der Vorbereitung auf die Team-Verfolgung gelegt.« Pechstein (Eisbären Juniors Berlin), Isabell Ost und Michelle Uhrig (beide EV Berlin) sowie die beiden Inzellerinnen Roxanne Dufter und Gabriele Hirschbichler bilden das Quintett, aus dem die tatsächlich eingesetzten Sportlerinnen kommen werden.

»Ich bin froh, dass wir jetzt zu fünft sind, da kann man im Training richtig was machen«, freut sich Pechstein. Diese Aussage der 45-Jährigen bestätigt auch Roxanne Dufter. »Wir haben dreimal beim Sommereis in Berlin trainiert und viermal im Herbst. Wir haben auch Wechsel und Starts geübt, das hat gut funktioniert«, freut sich die 25-Jährige. »Der Team-Zusammenhalt ist von Training zu Training besser geworden«, zeigt sich Gabriele Hirschbichler sehr angetan.

So wie die 34-jährige Inzellerin sieht dies auch Isabell Ost: »Durch das ständige Zusammensein sind wir eine gute Gruppe.« Obwohl man auch um die Plätze im Team konkurriere, gelte: »Es geht um den Erfolg fürs Team, das hat Vorrang«, so die 29-Jährige.

Begeistert ist auch »Team-Küken« Michelle Uhrig. Sie ist beeindruckt davon, »was die alle für einen Biss in jedem Training mitbringen. Ich bin jetzt das erste Jahr mit den Älteren dabei, da kann man professioneller arbeiten. Ich habe große Fortschritte gemacht, auch wenn die anderen vier noch stärker sind«, so die 21-Jährige.

Auch sie ist vom Teamgeist beeindruckt, für den es aber keine besonderen Maßnahmen gab. »Da brauchen wir nicht gemeinsam zum Berggehen oder Rudern. Die beste Teambuilding-Maßnahme ist einfach das gemeinsame Training«, so Hirschbichler. Die Stimmung passt also, die Form derzeit auch. Gelingt es, das bis zu den Olympischen Spielen noch zu verfestigen, könnte es mit etwas Glück zwei Inzeller Medaillengewinnerinnen geben ... who