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Die Tour de Ski als Höhepunkt der neuen Saison

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Er freut sich auf die neue Saison: Jonas Dobler vom SC Traunstein.

Schritt für Schritt – so absolvieren Langläufer nicht nur ihre Wettkämpfe, sondern so geht es auch meist in den Ausdauerdisziplinen mit der Leistungsentwicklung der Athleten. Weitere Schritte in Richtung Weltspitze hat der Traunsteiner Skilangläufer Jonas Dobler schon in der vergangenen Saison geschafft, doch in diesem Winter soll es wieder ein Stück weiter nach vorne gehen.


Der 24-Jährige war zwar in der Weltcup-Gesamtwertung der Langläufer »nur« 52. geworden, hatte aber für einige Glanzlichter gesorgt und war der erfolgreichste der deutschen Herren. Denn der Sportler des Skiclubs Traunstein war zweimal unter die Top 15 gelaufen und hatte bei der Tour de Ski den 17. Platz in der Gesamtwertung erreicht. Das ist bei der enormen Leistungsdichte in dieser Sportart hoch einzuschätzen. Zudem hatte sich Dobler erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifiziert.

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»Das war schon im Vorjahr beeindruckend«

Eine WM gibt es in diesem Winter nicht. Daher ist die Tour de Ski (1. bis 3. Januar 2016 in Lenzerheide, 5. und 6. Januar in Oberstdorf, 8. Januar in Toblach und 9. und 10. Januar in Val di Fiemme) der große Saisonhöhepunkt. »Das war schon im Vorjahr beeindruckend. Und beim langen Anstieg am letzten Tag (der als Verfolgungslauf nach dem Stand in der Gesamtwertung angegangen wird, d. Red.) »war eine super Atmosphäre. Da waren auch viele Freunde da und haben mich den Berg richtig hochgeschrien«, erinnert er sich.

Da Dobler bei einzelnen Rennen gesehen hatte, »dass ich mit der Weltspitze mitlaufen kann, ist das eine tolle Motivation für die neue Saison.« Bei der Tour de Ski wird ja der kompletteste Langläufer gesucht. Es gibt mehrere Sprints – sowie Wettkämpfe in beiden Stilarten mit verschiedenen Streckenlängen. Dabei – und auch sonst im Weltcup – laufen oft 20 bis 30 Sportler aufgereiht hintereinander ins Ziel ein. Sich hier in der Rangordnung ein wenig weiter nach vorn zu arbeiten, ist hart – aber möglich. »Ich habe mich auch im Vorjahr wieder gesteigert. So soll es kontinuierlich weitergehen«, hofft der Zolloberwachtmeister.

Insgesamt war die Vorbereitung sehr gelungen. »Schon im Frühjahr hatten wir in Ramsau am Dachstein einen Schnee-Lehrgang, im Sommer waren wir längere Zeit in Norwegen, kurz vor dem Saisonbeginn folgten weitere Schnee-Lehrgänge.«

Hinzu kam das bewährte Heimtraining in Ruhpolding mit Stützpunkttrainer Bernd Raupach. In Ruhpolding wohnt der Traunsteiner ja auch, in einer Sportler-WG mit Langlauf-Kollege Lucas Bögl (SC Gaißach) und Biathletin Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf). »Wir sehen uns zwar nicht so oft, weil wir ja verschiedene Trainingszeiten haben, aber das passt gut«, berichtet er.

Zentrale Lehrgänge mit großem Team

Bei den zentralen Lehrgängen mit den Disziplintrainern Janko Neuber (Herren) und Torstein Drivenes (Damen) »waren wir ein großes Team, und es lief sehr gut«, freut er sich. Hier gab es auch einige neue Impulse, »zu denen Torstein Drivenes einiges beigetragen hat«, so Dobler. Unter anderem wurde die Vorbereitung stärker rhythmisiert. Das heißt, es wurde komprimierter gearbeitet. »Wir haben auch mal länger nur eine bestimmte Sache geübt – zum Beispiel mal eine Woche nur Ausdauer oder auch Blöcke mit ganz intensiver Belastung. Und es war allgemein gut, neuen Schwung zu bekommen«, freut er sich.

Eine Schrecksekunde gab es aber auch. Bei der Leistungskontrolle im Herbst lag der Sportler des SC Traunstein beim Crosslauf gut im Rennen, »dann habe ich mir kurz vor Schluss den Fuß verstaucht und bin ins Ziel gehumpelt.«

Damit waren die nächsten Tage »gelaufen«, doch beim abschließenden Lehrgang am Dachstein war Dobler wieder dabei. Noch wichtiger: Bei der internen Weltcup-Qualifikation, dem »Beitosprinten« in Norwegen, war er fit und holte sich als einziger der deutschen Männer die direkte Qualifikation. Bei den Damen hatten sich aus dem Stützpunkt Ruhpolding auch Stefanie Böhler (SC Ibach) und Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) mit starken Leistungen intern einen Startplatz erkämpft.

Startplatz und Selbstvertrauen für die Tour erkämpfen

Nun geht es darum, in Kuusamo (Finnland) möglichst gut in die Saison zu kommen. Am heutigen Samstag (13 Uhr) ist Dobler über 10 km Freistil gefordert, am morgigen Sonntag (12.15 Uhr) will er über 15 km im klassischen Stil gut mithalten. Hier geht es darum, sich für einen Startplatz für die Tour de Ski empfehlen, aber auch darum, sich das nötige Selbstvertrauen für diese Herausforderung zu holen. Walter Hohler