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»Die Priorität liegt jetzt auf den Rennen im Dezember«

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Sie schaffte mit starken Leistungen über 1000 und 1500 Meter in Harbin jeweils den Aufstieg in die A-Gruppe: Roxanne Dufter. (Foto: Wukits)

Es gibt noch »Luft nach oben«: Das ist die Bilanz von Trainer Danny Leger für seine Inzeller Trainingsgruppe nach den beiden Eisschnelllauf-Weltcups in Asien. Bei allen fünf Inzeller Sportlern hat der Auftakt im Weltcup zwischen ordentlich bis gut geklappt. Potenzial sei aber auf alle Fälle noch vorhanden, sagte Leger nach der 22-stündigen Heimreise von Nagano über Tokio nach München.


So hatte Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter beim Weltcupauftakt im chinesischen Harbin mit dem schlechten Eis zu kämpfen. Platz zwölf war es am Ende über 5000 Meter für den Inzeller. »Bei meinem Gewicht musste ich da doppelt kämpfen. Ich bin quasi in der Sülze gestanden«, schildert Geisreiter die Verhältnisse. So sei sein Rennen ein »Arbeiterlauf« gewesen. Auch im Teamrennen habe er nicht die angestrebte Rolle gespielt, obwohl er gerne gewollt hätte.

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Weitaus besser kam er dann mit den Verhältnissen in der japanischen Olympiastadt von Nagano zurecht. »Das Eis war sehr hart, so wie ich es mag. Technisch war der Lauf sehr gut und ich konnte einiges aus dem Training umsetzen.« Am Ende gab es für Geisreiter den achten Platz.

Joel Dufter sichert sich Platz in der A-Gruppe

Joel Dufter wollte über 1000 Meter seinen Platz in der A-Gruppe erhalten. Mit dem 13. Platz in Harbin erfüllte er diese Vorgabe – und das mit der kuriosen Zeit von 1:11,11 Minuten. Aber auch der Youngster im Team haderte mit den schwierigen Eisverhältnissen. »Das war trotzdem ein überragendes Ergebnis«, lobte Leger seinen Schützling.

Mit dem Auftritt von Dufter in Nagano war er allerdings nicht mehr so zufrieden. »Da habe ich ab 600 Meter meinen Rhythmus verloren«, klagte Joel Dufter und musste sich mit dem 17. Platz begnügen. Immerhin reichte es für ihn im Teamsprint zu einem Platz auf dem Podium. Platz 2 mit den »Ihle-Brüdern« ließ das gesamte deutsche Team jubeln. »In der letzten Runde bin ich die zweitbeste Zeit gelaufen«, freut er sich. »Das ist sehr glücklich gelaufen, da geht noch einiges im Team«, legte Leger gleich die Messlatte höher.

Zufrieden ist Roxanne Dufter mit ihren Läufen in China über 1000 Meter (4. Platz in der B-Gruppe) und 1500 Meter (3. Platz in der B-Gruppe). Das brachte ihr über beide Distanzen den Aufstieg in die A-Gruppe. »Sie hatte am wenigsten Probleme mit der Zeitumstellung und hat Superläufe herausgehauen«, lobt Leger seinen Schützling. In Nagano konnte sie dann über 1500 Meter mit dem 14. Platz die A-Gruppe halten und ihr bisher bestes Ergebnis im Weltcup verbuchen. Über 1000 Meter gab es den 18. Rang. Zudem gab es noch den vierten Platz in der Team-Verfolgung.

Mit kleineren Problemen hatte Gabi Hirschbichler bei der Asienreise zu kämpfen. »Bei der Gabi ist mehr möglich. Ihre Läufe waren in Ordnung. Trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden. Für die nächsten Weltcups bekommen wir das aber hin«, ist Leger überzeugt. Hirschbichler kam in Harbin über 1000 Meter in der A-Gruppe auf Rang 18. Über 1500 Meter wurde sie in der B-Gruppe Zwölfte. In Nagano lief die routinierte Sportlerin über 1000 Meter auf den 16. Platz. Im Team durfte Hirschbichler in Nagano für Bente Kraus ran, wieder kam das deutsche Trio auf den vierten Platz.

Auch ihr Bruder Hubert Hirschbichler hatte sich doch das Weltcup-Ticket für Asien ergattert. In Harbin holte er über 1500 Meter in der B-Gruppe alles aus sich heraus und kam auf den neunten Platz. »Die Zeit war trotz des schlechten Eises sehr gut«, freute er sich über sein Rennen in 1:50:23 Minuten. Immerhin war die B-Gruppe mit sehr starken Läufern bestückt.

»Das war eine Katastrophe«

Nicht so gut ging es Hirschbichler dann in Nagano. Bis etwa 1100 Meter lief er beherzt, ehe es ihn in der Schlussphase sprichwörtlich »zerlegte«. »Das war eine Katastrophe, ich weiß nicht, was da los war«, meint er selbstkritisch. »Vielleicht wollte ich zu viel und bin verkrampft.« Aber: »Ich bin trotzdem froh, dass er dabei war. Vor allem, weil wir mit dem Hubert eine gute Alternative im Team haben«, so Leger.

»Die Priorität liegt jetzt aber auf den beiden Weltcups im Dezember. Umso besser, dass wir schon jetzt merken, dass wir es können«, meinte Leger. Er muss jetzt bis Montag bei seinen Schützlingen die Reisestrapazen aus den Körpern schütteln. »Wir sind leider keine Profi-Fußballer und sind im Flugzeug in der Holzklasse gesessen«, meinte er schelmisch. Am kommenden Montag geht es nach Astana (Kasachstan) und anschließend ins niederländische Eisschnelllauf-Mekka Heerenveen. Wahrscheinlich sind dann wieder seine fünf Inzeller Kufenflitzer mit am Start. SHu

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