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»Die Olympia-Qualifikation ist das höchste Ziel«

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Auf Schnee bereits flott unterwegs: der Traunsteiner Skilangläufer Jonas Dobler, der sich für die Olympischen Winterspiele 2018 qualifizieren will. (Foto: Andreas Rösler)

Der Saisonstart kann kommen: Gut gerüstet zeigte sich der Traunsteiner Skilangläufer Jonas Dobler bei Testwettkämpfen in Davos (Schweiz/wir berichteten). Bereits am morgigen Freitag fliegt er mit der DSV-Auswahl nach Kuusamo (Finnland), wo am Wochenende vom 24. bis 26. November der Auftakt des Weltcups ausgetragen wird.


Doblers Ziel ist klar: Der 26-Jährige möchte sich erstmals für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea) qualifizieren, »das steht über allem, aber auch die Tour de Ski ist wieder ein echter Höhepunkt.« Die Qualifikation möchte er »am liebsten so früh wie möglich schaffen«, hofft der Sportler des SC Traunstein, der am Stützpunkt in Ruhpolding trainiert und seit 2012 im Zoll-Skiteam ist. »Aber das wird für mich schon schwer genug, da muss alles gut laufen.« Schließlich ist für das Olympia-Ticket entweder ein Platz unter den ersten 8 oder zwei Platzierungen unter den Top 15 im Weltcup nötig.

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Deswegen »brauchen wir jetzt schon eine richtig gute Form«, betont der Traunsteiner. Das Team und er haben dafür zumindest so weit wie möglich die Grundlagen gelegt. Die Konzentration lag darauf, noch mehr Langlauf-Kilometer auf Schnee zu absolvieren als sonst. Das gelang, schon im Mai, Juni und Juli gab es jeweils einen längeren Lehrgang auf dem weißen Untergrund. »Das war hervorragend, selbst im Juli waren die Bedingungen sehr gut«, freut sich Dobler.

Auch das weitere Training verlief erfreulich. Insgesamt stand im Frühjahr zunächst auch viel Radtraining auf dem Programm. »Da kann man mehrere Stunden lang trainieren und etwas für die Grundlagenausdauer tun«, so Dobler. Danach rückte die Vorbereitung auf Skirollern – und eben auch auf Schnee – in den Vordergrund. Hinzu kommen grundsätzlich jede Woche mindestens einmal Krafttraining und Stabilisations-Übungen.

Der Gesamtumfang des Trainings dürfte etwa 900 Stunden betragen haben, schätzt der 26-Jährige. »Das ist ungefähr so viel wie im Vorjahr. Allerdings haben wir versucht, bei mir noch den Anteil der intensiven Einheiten am Gesamtumfang etwas zu steigern. Das ist ein Prozess, wie viel man aushält, aber über die Jahre hinweg schafft man das schon. Man wird einfach erfahrener und belastungsverträglicher. Vor drei Jahren hätte ich das noch nicht überstanden«, weiß er.

Wichtig ist zudem das Material. »Eigentlich bräuchte man nur fünf Paar Ski für fünf verschiedene Bedingungen. Aber da muss man schon ungefähr aus 30 bis 40 Paar die richtigen herausfiltern.« Zudem komme es auch auf die Disziplin an: »Beim Freistil geht es mehr darum, wie der Ski läuft, aber beim klassischen Stil ist auch das Gewicht des Athleten von hoher Bedeutung für die Auswahl.«

Eine anspruchsvolle Aufgabe also für Athleten und Skitechniker, »aber das funktioniert gut. Wir haben den Wachstruck, die Techniker machen teilweise auch unabhängig von uns Sportlern Tests, und wir sind in ständigem Austausch«, sieht er das Team auch in dieser Hinsicht gut gerüstet.

Die Vorbereitung scheint gut zu fruchten. Bei der Zentralen Leistungskontrolle in Oberhof »gab es eine ganze Woche lang viele Leistungstests, und da waren die Werte erfreulich.« Nach dem jüngsten Schneelehrgang in Davos zeigte sich Dobler auch bei den anschließenden Wettkämpfen gut in Form. Er sicherte sich damit ebenso einen Platz beim Weltcup-Auftakt wie seine Stützpunkt-Kollegen Andy Katz (SV Baiersbronn) und Thomas Wick (SCM Zella-Mehlis).

Sollte Dobler die Olympia-Qualifikation schaffen, bestünde die größte Erfolgsaussicht in der Staffel. »Das haben wir bei der vergangenen WM gesehen. Da sind wir lange um die Medaillen mitgelaufen«, erinnert er sich.

Letztlich ging Bronze an Schweden (+ 2:31,8 Minuten hinter Sieger Norwegen), dem deutschen Quartett (6. Platz/+ 2:42,8) mit Dobler fehlten nach der 4 x 10 km langen Strecke nur elf Sekunden auf einen Podestplatz. »Das motiviert uns. Aber wenn es bei Olympia klappen soll, müssen alle vier topfit sein und man muss das nötige Glück haben«, so der Traunsteiner. Doch bevor man von Olympia-Erfolgen träumen darf, geht es erst einmal um die Qualifikation dafür. Da gilt es, hellwach zu sein ... who

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