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Die neuen Plätze sind bereit

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Bis vor wenigen Wochen glichen die Tennisplätze des TSV Traunwalchen noch einer großen Baustelle. Mit Schaufeln und Pickeln wurde von den Mitgliedern der Tennisabteilung der alte Belag entfernt, bevor dann von einer Spezialfirma die Plätze nachplaniert und der frostsichere Belag aufgebracht werden konnte.

In den Anfängen des Tennissports beim TSV Traunwalchen-Matzing vermochte man nicht daran zu denken, dass 40 Jahre später auch im Herbst und im Winter die Möglichkeit besteht, zwischen Hallen- oder Außenplätzen entscheiden zu können. Dank neuer Allwetterplätze kann beim TSV jetzt an 365 Tagen im Jahr Tennis gespielt werden – sofern nicht die Corona-Bestimmungen für eine Zwangspause sorgen.

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Nicht nur durch die zunehmend milden Temperaturen spielt der neue Belag den Tennislern in die Karten. »Tennis Force« heißt das Zauberwort: Ein ganzjähriges Tennis-Sandplatzsystem, bestehend aus einer Basisschicht aus Ziegelmehl, welches mit einem speziellen Bindemittel vermischt und abgestreut wird.

»Der Platz fühlt sich wie ein ganz normaler Tennisplatz an«, erklärt der Tennis-Abteilungsleiter des TSV Traunwalchen-Matzing, Tobias Lischke. Lischke und einige Spieler haben den neuen Platz unmittelbar nach seiner Fertigstellung getestet: Und das in einer Zeit, in der sich Tennisanlagen anderer Vereine meist im Winterschlaf befinden. »Weil es halt grad wirklich kälter ist, springen die Bälle nicht so. Aber sonst ist alles wie bisher. Hat Spaß gemacht«, resümiert Vlado Branilovic.

Erste Diskussionen, die drei Sandplätze durch zukunftsorientierte Allwetterplätze zu ersetzen, waren schon vor zwei Jahren in der Mitgliederversammlung geführt worden. Nachdem die Plätze ohnehin generalsaniert hätten werden müssen, hatte sich die Abteilung zunächst auf frostsichere Granulat-Plätze verständigt. Weil aber die Verwendung von Gummi-Granulat ab 2022 nicht mehr erlaubt sein wird, entschied man sich für einen sogenannten Tennis-Force-Belag.

Um das rund 100 000 Euro teure Projekt umzusetzen, musste unter anderem auch die Finanzierung in trockene Tücher gebracht werden, um gleichzeitig auch die Zuschüsse abgreifen zu können. Abzüglich der Zuschüsse der Stadt Traunreut und des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) muss der Verein rund 40 000 Euro Eigenkapital aufbringen, das durch einen Teilkredit finanziert wird. Zudem wird um Sponsoren geworben. Laut Lischke seien die ersten Spendengelder bereits geflossen: »Wir werden uns aber weiterhin um Sponsoren bemühen«, betont er. Dass das Projekt von einer Allgäuer Landschaftsgärtnerei für Sport- und Golfplatzbau trotz Corona relativ schnell verwirklicht werden konnte, überraschte nicht nur die Abteilungsleitung. Zunächst wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Mitglieder mit Hilfe eines Baggers der alte Belag entfernt. Am 26. Oktober rollten dann die Baumaschinen der Spezialfirma aus Memmingen an, um die Plätze anzuplanieren. Der Unterbau wurde mit Walzen und einem sogenannten Grader mit einer drei Zentimeter hohen Schotterschicht nachplaniert.

Die Aufbringung des Belags, die eine bestimmte Temperatur und trockenes Wetter voraussetzt, musste wetterbedingt um einige Tage verschoben werden. Mitte letzter Woche war es dann aber soweit: Die neuen Plätze waren fertig und spielbereit.

Das neue System hat nicht nur den Vorteil, dass die Plätze theoretisch das ganze Jahr hindurch bespielbar sind. Auch der Pflegeaufwand ist verschwindend gering. Die trittfesten und frostsicheren Plätze müssen im Frühjahr nicht mehr instandgesetzt und im Herbst nicht mehr winterdicht gemacht werden. ga

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