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Die Netze auf den Plätzen fehlen noch

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Wichtig zur Saisonvorbereitung ist die Platzpflege – so wie hier im Frühjahr 2019 bei den Instandsetzungsarbeiten. Diese konnten in diesem Jahr nur in begrenztem Ausmaß vorgenommen werden. Dennoch hofft man beim TC Traunstein und den anderen Vereinen in der Region, dass die Saison im Tennis bald wieder beginnen kann. (Foto: TC Traunstein)

Noch steht der offizielle Saisonauftakt nicht fest – doch beim Tennisclub Traunstein ist man grundsätzlich gerüstet für die kommende Saison. Der Verein, der derzeit 215 Mitglieder hat, hat seine insgesamt fünf Tennisplätze »hergerichtet« – spielbereit sind diese aber noch nicht.


Denn die Netze sind noch nicht aufgestellt, und bevor auf den Plätzen gespielt oder trainiert werden könne, »müssen wir die Plätze auch noch walzen«, erklärt Harald Schwarz, der Vorstand des TC Traunstein.

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Denn aufgrund der Corona-Krise durften auf den Tennisplätzen nur die sogenannten »notwendigsten Instandhaltungsarbeiten« erfolgen. Offiziell heißt es, Instandhaltungsarbeiten seien »ausnahmsweise« erlaubt, wenn diese »unaufschiebbar sind, unabwendbare Schäden in erheblicher Höhe zu befürchten sind oder die Tätigkeiten der Aufrechterhaltung der Funktionstüchtigkeit des Vereins dienen«, wie es in einem Antwortschreiben des stellvertretenden Landrats Andras Danzer an den TC Siegsdorf heißt.

Die Siegsdorfer stellten den Traunsteinern die Info zur Verfügung, »und dann hat unser Sportwart Thomas Hausner die Leute für drei Tage eingeteilt, damit die den alten Sand wegmachen und neu aufsanden konnten.«

Das alles natürlich unter Beachtung der geltenden Vorsichtsmaßnahmen. So sollten die Helfer ihre eigenen Arbeitshandschuhe benutzen, mindestens zwei Meter Abstand voneinander halten und pro Tennisplatz maximal zu zweit arbeiten. Auch die Pausen sollten getrennt erfolgen.

Und: Es sollte niemand an den Arbeiten teilnehmen, der zu einer Risikogruppe gehört: »Dazu gehöre auch ich, ich bin ja schon 80 Jahre alt«, lacht Schwarz, der aber dennoch auch in Zukunft mit seiner Frau Elke weiter als Tennisspieler aktiv sein will.

Doch nicht nur bei ihm herrscht gespanntes Warten auf die Freigabe der Plätze. »Unsere Trainer sind auch schon ganz heiß. Vor allem diejenigen, die auch für den Nachwuchs aktiv sind.« Immerhin habe der TC Traunstein »70 bis 80« Nachwuchsspieler in seinen Reihen, die es zu betreuen gelte.

Sobald es von der Politik erlaubt werde, werde man die restliche Vorbereitung der Plätze in Angriff nehmen, »und wenn dann unser Sportwart den Platz für bespielbar erklärt, kann es losgehen.«

Immerhin hatte der TC Traunstein in der vergangenen Saison vier Erwachsenen-Teams plus eine Mannschaft in der Damen-Hobbyrunde gemeldet. Hinzu kamen vier Nachwuchsteams und ein Bambiniteam in Spielgemeinschaft mit dem TCA Grassau. Mit einer ähnlichen Anzahl an Teams wird auch in der kommenden Saison gerechnet, die laut BTV voraussichtlich am 8. Juni beginnen soll.

Falls der Sportbetrieb wieder anlaufen könne, müsse man abwarten, unter welchen Bedingungen. So sei es denkbar, dass die Duschen im Vereinsheim geschlossen würden. Dieses sei ohnehin nicht bewirtschaftet, Getränke könne man sich am Automaten holen. Klar sei, »dass die Abstandsregeln eingehalten werden müssen, aber es kommt auch auf die Vorgaben des BTV an«, verdeutlicht Schwarz, der nunmehr im dritten Jahr Vorstand des Vereins ist.

Zuletzt hatte man eine Vorstandssitzung per E-Mail abgehalten. »Die Jahreshauptversammlung, die Ende März als Einstimmung auf die kommende Saison geplant war, wurde abgesagt und wird voraussichtlich im Herbst nachgeholt«, berichtet Schwarz. Trotz der derzeitigen Sorgen gelte: »Die Arbeit macht mir Freude. Es gibt viele, die hier mitziehen«, lobt er sein Team.

Das gelte gerade auch für die Jugendarbeit, »denn vor allem dank der Tätigkeit unserer Betreuer« habe die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Verein stark zugenommen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Chiemgau-Gymnasium Traunstein, bei der sich besonders Gabi Sattler-Scheufele engagiere, sowie der Mädchenrealschule Sparz (mit Matthias Kubatko) sei sehr hilfreich, »und wir versuchen, auch noch andere zu motivieren.«

Der Saisonstart werde definitiv anders verlaufen als üblich, weiß der Vorsitzende. Normalerweise »hätten wir schon zur Eröffnung etwas Besonderes gemacht, auch ein Gaudi- oder Schleiferlturnier. Das rückt jetzt natürlich in den Hintergrund«, weiß er. Doch die Hoffnung darauf, dass bald wieder Tennis gespielt werden darf, ist groß. who

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