»Die Leistungsentwicklung geht klar nach oben«

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Auch er zeigte beim COC aufsteigende Tendenz: Florian Knopf. (Foto: Deutscher Skiverband)

»Es hätte besser laufen können, aber schlecht war es nicht«: Diese Bilanz zieht Stützpunkttrainer Frank Nitsch nach dem Continentalcup der Skilangläufer, der in St. Ulrich ausgetragen wurde. Vor allem am zweiten Wettkampftag beim Distanzlauf machte das Wetter besonders den Männern und Junioren teilweise einen Strich durch die Rechnung. Angesichts zunehmender Schneefälle wurden manche Wettkämpfe zu »Startnummernrennen«, bei denen die früheren Nummern – im Regelfall die etwas schwächeren Sportler – meist noch eine schnellere Spur hatten als die tendenziell eher zum Schluss laufenden stärkeren Sportler. »Bei den Damen waren die Bedingungen noch ziemlich gut, danach wurde es schlechter«, berichtet Nitsch.


Und hier zeigte Nadine Herrmann (Bockauer SV) aus dem Stützpunkt Ruhpolding über 10 km in klassischer Technik eine starke Vorstellung: Beim Sieg von Nadja Kälin (Schweiz) fehlten Herrmann nur 5,8 Sekunden auf die drittplatzierte Amelie Hofmann (WSV Isny). »Sie fühlt sich körperlich besser als in den vergangenen Jahren, wo sie zum Jahresbeginn immer ein Tief hatte«, freut sich der 42-Jährige für seinen Schützling. Relativ gut verkauft habe sich aus dem Stützpunkt auch Alexandra Danner (SC Lenggries/+ 1:20,4) mit dem 13. Platz. Noch besser sei sogar ihr Prolog im Skating-Sprint gewesen, in dem die 22-jährige Rang 5 erreicht hatte, Herrmann den 8. Platz. »Bei beiden wäre eine Final-Teilnahme drin gewesen, aber sie hatten in ihren Halbfinals ein paar kleine taktische Fehler«, bedauert Nitsch, dass das heimische Duo letztlich auf Rang 10 und 11 landete. Wichtig sei aber gewesen, überhaupt in den Finalläufen zu landen, »um Erfahrungen in den direkten Duellen zu sammeln.«

Relativ gut hielt sich in den Heats auch Kim Hager (SC/TV Gefrees). Nach der 25. Zeit im Prolog erkämpfte sie beim Sieg von Alina Meier (Schweiz) immerhin den 15. Platz. Im Distanzlauf (27./+ 2:09,0) dagegen »konnte Kim nicht an die vorher im Training gezeigten Leistungen anknüpfen, auch wenn die klassische Technik ohnehin nicht ihre Stärke ist.« Etwas anders war die Sache bei Sophie Lechner (TSV Marquartstein): Sie hatte im Distanzrennen etwas Skipech, hielt mit Platz 22 (+ 1:42,5) dennoch ordentlich mit. Im Sprint dagegen (34.) reichte es nicht für die Finalläufe.

Bei den Juniorinnen hatte sich Helen Hoffmann (WSV Oberhof) im Sprint vor Lara Dellit (WSV Asbach) durchgesetzt, auch Verena Veit (7.) und Germana Thannheimer (9./beide SC Oberstdorf) hatten vorn mitgehalten. Über 5 km in klassischer Technik gewann Hoffmann wiederum. Die 19-Jährige setzte sich vor Thannheimer (+ 29,9 Sekunden), der Italienerin Nadine Laurent (+ 35,6) sowie Veit (+ 40,6) durch. Achte wurde Jule Zeißler (SC/TV Gefrees/+ 53,0), Zehnte Dellit (+ 56,5).

Im Sprint der Männer hatte Anian Sossau (SC Eisenärzt) im Prolog »noch etwas zu viel Rückstand«, hielt sich dann aber im Halbfinale gut. »Er hat nur knapp den Finallauf verpasst – das war schade« kommentiert Nitsch Sossaus 9. Platz.

Florian Knopf (SLV Bernau) hatte im Viertelfinale einen kleinen taktischen Fehler begangen. Als er dann überholen wollte, war er zwischen den Konkurrenten, »und schließlich hat ihm einer auf den Stock getreten, der dann zu Bruch ging – und das ausgerechnet an einer Stelle, an der niemand stand, um ihm einen Ersatzstock zu reichen.« So gab's nur Rang 30 für den 22-Jährigen, »der den Trainingsausfall nach seiner Booster-Impfung inzwischen eigentlich gut verkraftet hat.« Über 15 km klassisch wurde Knopf als Achter (+ 1:22,8) beim Sieg des Schweizers Jason Rüesch zweitbester Deutscher hinter Jan-Friedrich Doerks (SWV Goldlauter/+ 55,0), der Rang vier belegte. Zudem war Knopf viertbester der U-23-Wertung, damit war er knapp an einer Teilnorm (1. bis 3. Platz) für die U-23-WM vorbei – eine Empfehlung war seine Leistung dennoch.

Mit »stumpfen Waffen« – das heißt, zu langsamen Skiern – musste unter anderem Andreas Katz (SV Baiersbronn) kämpfen, der somit auf dem 17. Rang (+ 2:12,5) landete; der Sprint ist ohnehin nicht die Sache des Routiniers. Dennoch: »Bei Sossau, Knopf und Katz geht die Leistungsentwicklung klar nach oben. Jetzt hoffen wir beim Deutschlandpokal in Reit im Winkl am kommenden Wochenende auf gute Ergebnisse.«

Nicht nach Wunsch lief es diesmal für Alexander Brandner (WSV Bischofswiesen/34. Sprint und 39. im Distanzlauf) sowie Paul Gräf (WSV Asbach/40. Sprint/ 28. Distanz) im Sprint – im Distanzlauf hatte das Duo mit den Skiern Pech.

Während Alexandra Danner schon die Norm für die U-23-WM sicher hat, »muss Kim Hager noch zünden«, hofft Nitsch bei der 22-Jährigen auf gute Ergebnisse beim COC in Oberstdorf (22./23. Januar), bei dem ein Klassik-Sprint sowie ein Massenstart-Rennen im Skating auf dem Programm stehen. Bei den U-23-Junioren hat Friedrich Moch (WSV Isny) schon die WM-Norm, ist aber sogar für die Olympischen Spiele vorgesehen. Doerks hat eine Teilnorm, Knopf und Sossau müssen sich in Oberstdorf gut präsentieren, um noch die WM-Teilnahme zu schaffen.

Zuvor geht es an diesem Samstag ab 9.30 Uhr (Finals ab 11.30 Uhr) in Reit im Winkl mit den Klassik-Sprints im Deutschlandpokal zur Sache. Am Sonntag (ab 9.30 Uhr) folgen die Distanz-Wettbewerbe im Freistil, jeweils mit Einzelstart.

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