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Julian Ehrhardt und Kerstin Esterlechner gewinnen den Hauptlauf in Traunreut

Die Läufer trotzen dem Regen

Julian Ehrhardt ließ die Konkurrenz bei seinem ersten Start in Traunreut hinter sich und holte sich überlegen den Sieg. (Foto: Weitz)

Der 15. Traunreuter Stadtlauf war ein voller Erfolg und das, obwohl sich der Sommer für einen Tag verabschiedet hatte – bei den Sportlern war trotzdem immer wieder von »idealem Laufwetter« die Rede. Rund 1500 Läufer nahmen an allen Stadtlauf-Bewerben teil. Beim sieben Kilometer langen Hauptlauf gab es mit rund 1030 Läufern im Ziel sogar einen neuen Rekord.


Bei seinem ersten Traunreut-Start holte sich der Überseer Triathlet Julian Ehrhardt (Brothaus Lehrbach) gleich den Sieg. Er gewann in 21:55 Minuten überlegen vor dem deutschen Spitzentriathleten Michael Raelert (Team Erdinger Alkoholfrei/23:35 Minuten) und Marco Kraißer (23:44).

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Der 26-jährige Julian Ehrhardt übernahm nach rund 500 Meter die Führung und lief dann ein einsames Rennen an der Spitze. Im Ziel egalisierte er die Zeit von Vorjahressieger Filmon Abraham, der nicht am Start war. Sie teilen sich nun Platz zwei in der ewigen Bestenliste hinter 2015-Sieger Philipp Pflieger, der damals 22 Hundertstel schneller war. »Ich bin stolz, dass ich da zeitmäßig so mit den Laufspezialisten mithalten kann«, freute sich der Bayerische Meister über die Triathlon-Sprintdistanz. Es sei »bombastisch gewesen« wie ihn die Zuschauer unterstützt hätten.

Dass sein Trainingspartner, der zweifache Ironman-70.3-Weltmeister Raelert am Ende 1:40 Minuten Rückstand hatte, lag nicht nur an Ehrhardts Topform: Raelert bereite sich gerade intensiv auf den Hamburg Ironman vor, verriet Biathletin Vanessa Hinz bei der Siegerehrung. Sie und der deutsche Triathlet Andreas Dreitz hatten ihn im Publikum unterstützt.

Bei den Damen trug sich Kerstin Esterlechner (Lauffeuer Chiemgau) aus Eggstätt bei ihrem zweiten Start erstmals in die Siegerliste ein. Mit einer Laufzeit von 26:46 Minuten verwies sie Tatiana Mitkina (BASF TSV Altenmarkt/27:30 Minuten) und Hannah Grauvogel (Lauffeuer Chiemgau/28:18 Minuten) auf die Plätze.

Die Fünf- und Zehn-Kilometer-Spezialistin Esterlechner, Jahrgang 1981, schrieb damit ihre Erfolgsserie fort. Sie wurde bereits Bayerische Straßenlaufmeisterin in der W-35-Klasse und gewann zudem die Oberbayerische Berglaufmeisterschaft, den Sprungschanzenlauf in Reit im Winkl und den Pitztal Halbmarathon.

Auch viele Mannschaften, darunter zahlreiche Firmen, waren wieder am Start. Den Meistpreis sicherte sich einmal mehr die Dr. Johannes Heidenhain GmbH (93 Starter) vor dem ESB-Laufteam (81) und der BSH Hausgeräte GmbH (69).

Den Auftakt machte nachmittags traditionell der 650 Meter lange Stadtwerke-Bambinilauf. Rund 230 Bambinis gaben ihr Bestes und ließen sich von ihren vielen Fans feiern. Die anschließenden Schülerstaffelläufe absolvierten 185 Schüler verteilt auf 37 Staffeln (je fünf Läufer). Die Siege holten sich das Team »Endorf Five-0« (männliche Staffel), die Leichtathletik Mädels des TuS Traunreut (weibliche Staffel) und das Rupis Racing-Team (gemischte Staffel). Jeder Läufer musste etwa 830 Meter zurücklegen.

Nicht weniger motiviert gingen kurz vor dem Hauptlauf 33 Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Traunstein (aus über zehn Kommunen) auf die 650-Meter-Distanz – und zwar für einen guten Zweck: Die vom Hauptsponsor VR meine Raiffeisenbank eG gestifteten drei Geldpreise gingen an die Gemeinden Grabenstätt (1000 Euro), Pittenhart (500 Euro) und die Stadt Traunreut (250 Euro) und müssen nun für einen gemeinnützigen Zweck verwendet werden.

Für die passende Musik sorgte DJ Jochen und informativ und unterhaltsam durch das Programm führte das Moderatoren-Duo Hans Pagatsch und Peter Maisenbacher. Organisations-Chefin Rose-Marie Niedermirtl zog ein positives Resümee: »Wir waren absolut begeistert, dass trotz des schlechten Wetters so viele Läufer und Zuschauer da waren, die Stimmung war wieder gigantisch«.

Dr. Birgit Seeholzer von der Wirtschaftsförderung für den Landkreis Traunstein hofft, dass sich zwischen dem neu ins Leben gerufenen Firmenlauf Chiemgau und dem Traunreuter Stadtlauf in Zukunft Synergieeffekte ergeben. Bürgermeister Klaus Ritter freute sich über die vielen Besucher und sprach von einer »Werbung für die Stadt«. Ein Sonderlob verteilte er an die Organisatoren, den Bauhof und die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne die solch ein »Riesenevent« nicht möglich wäre. Auf die Frage, warum er sich selbst nicht die Laufschuhe geschnürt habe, meinte er: »Das Joggen ist einfach nicht so meine Welt«. mmü