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Voll fokussiert auf den Start: Felix Loch beim Trainingslehrgang gestern am Königssee. (Fotos: Thomas Jander)
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Auch Max Langenhan war beim Startlehrgang dabei und feilte an seiner Technik.

Die Kufensportler legen wieder los im Eiskanal

Die Spätsommertage lassen kaum vermuten, dass die Wintersportler schon wieder die Kufen auf's Eis setzen. Genau das passiert aber am Königssee, wo bereits die ersten Startlehrgänge über die Bühne gehen.


Der »Berchtesgadener Anzeiger« durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen und Felix Loch beim Training mit Max Langenhan beobachten.

An der Kunsteisbahn gibt es einen eigenen kleinen Bereich mit einer Nebenanlage, wo die Sportler insbesondere Starts üben können. Ein kleiner Eiskanal, jede Menge Technik und Sensoren, Trainer und natürlich: die Sportler. Die Skeleton-Damen und -Herren waren schon da, Tina Herrmann und Carina Leipold ebenso wie Felix Keisinger, Cedric Renner und Lukas Nydegger. Auch Anja Selbachs Nachwuchskader mit Charlize Reiman (WSV Königssee), Julia Stimmchen und Stefanie Votz (beide RC Berchtesgaden) hat schon das Starttraining absolviert.

Seit letzter Woche ist die Rodelnationalmannschaft am Königssee, gestern setzten die Herren ihre Schlitten auf das Eis. Es wird getüftelt, gefachsimpelt, Zeitlupenvideos zeigen den Sportlern, was sich verbessern lässt bei Haltung und Reaktionszeiten. Zahllose Sensoren liefern die benötigten Messdaten. Felix Loch und Max Langenhan diskutieren über die richtige Handhaltung an den Startgriffen, der Thüringer hat schon eine OP an der rechten Hand hinter sich.

Mit den kleinen Starttoren wird die schnelle Reaktion trainiert, nicht immer erfolgreich: Schon zwei Sekunden nach dem Start lässt Langenhan ein langes »boaaaahhhh« hören, als er den kurzen Eiskanal runterrauscht. Das ging hörbar daneben. Das dazugehörige Video braucht gar nicht lange analysiert werden und kann runter von der Festplatte.

Aber auch der eine oder andere flapsige Spruch lässt nicht lange auf sich warten, denn die Stimmung ist gut im Team. Anekdoten werden ausgetauscht, dann aber immer wieder volle Konzentration auf den Start. Rund eine Stunde wird getüftelt und trainiert. Dann nimmt sich Felix Loch Zeit für ein Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«.

Gut erholt nach dem Familienurlaub in Jesolo zum Krafttanken ist der 34-Jährige wieder ins Training eingestiegen. Abgesehen von einigen organisatorischen Vorbereitungsschwierigkeiten fühlt er sich wohl, sehr wohl sogar. Körperlich fit, verletzungsfrei, die Vorbereitung gut absolviert und als gereifter Sportler mit der notwendigen Ruhe vor dem Saisonstart, wie er betont.

»Ich brauche keine zwei Wochen mehr wie früher, um reinzufinden. Ich leg mich auf den Schlitten und es fühlt sich gut an«, lächelt er. Das Sportgerät soll noch ein paar Modifikationen bekommen – »ich bin gespannt, ob das alles hinhaut« – und der erste große Lehrgang des Verbands steht vor der Tür. Der Saisonstart rückt immer näher.

Da muss natürlich auch die Frage sein, wie die Ziele sind, was sich Felix Loch vorgenommen hat. Grundsätzlich soll es natürlich nicht schlechter sein als 2022/23, erzählt er. Da holte er Platz 2 im Gesamt-Weltcup und den Weltmeister-Titel im Sprint. So oder so ähnlich wünscht er sich das wieder, lässt er wissen.

Der Blick geht voraus auf die Weltmeisterschaft in Altenberg, eine Heim-WM also. »Da sollte natürlich schon eine Medaille rausschauen, welche auch immer das dann wird«, gibt er sich selbstbewusst. Trotz starker Konkurrenz, auch aus dem eigenen Team, das nur ein paar Meter weiter auch gerade Starts übt: »Der Max (Langenhan; Anm. d. Red.) kann in Altenberg auch richtig stark fahren.«

Sogar fast noch ein bisschen wichtiger als eine WM-Medaille ist Felix Loch aber wieder der Gesamtweltcup: »Da zeigt sich, wer über die ganze Saison am besten, am konstantesten gefahren ist, das ist was Besonderes.« Und deswegen will er da auch wieder weit nach vorne, sehr weit: »Auf das Podium.« Also Platz 1 bis 3, dafür muss er eine sehr erfolgreiche Saison auf das Eis legen: »Da musst du bei jedem Rennen Top 5 fahren, eigentlich sogar Top 3.«

Und da hat er Lust darauf, das ist deutlich spürbar im Gespräch. Der 34-Jährige ist fit, fühlt sich wohl und hält fest: »Ich höre mehr auf meinen Körper als früher.« Und der scheint ihm zu signalisieren, dass was geht in der Saison 2023/24. Felix Loch ist bereit: »Es wird Zeit, dass es endlich losgeht.«

Thomas Jander

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