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Die IDM-Gesamtführung als »Balsam für die Seele«

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So hat er es am liebsten: Superbike-Pilot Markus Reiterberger hat die Konkurrenz hinter sich, darunter auch seinen eminent starken Teamkollegen Danny de Boer (rechts/Nr. 44). (Foto: Wiessmann/FW-Fotografie)

Markus Reiterberger ist zurück – und wie! Der Obinger Motorradrennfahrer ist wieder in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) am Start.


Er holte sich beim Saisonauftakt am Nürburgring in der »Königsklasse« Superbike gleich mit einem zweiten Platz und einem Sieg die Gesamtführung.

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Der 23-Jährige hatte – wie berichtet – sein WM-Engagement nach den ersten Saisonläufen beendet, um sich von den Auswirkungen eines Sturzes mit Wirbelsäulenverletzungen aus dem Vorjahr zu erholen, die ihn immer noch beeinträchtigten. »Beim Fahren geht es schon ganz gut, aber den Rücken spüre ich im Alltag schon noch«, berichtet er. Daher ist für diese Saison sein Ziel nicht nur der Titelgewinn, sondern auch »fit und gesund« zu werden.«

Der Wechsel in die IDM erfolgte kurzfristig, doch zu seinem Glück konnte Reiterberger wieder in sein früheres Team Van Zon-Remeha-BMW zurückkehren. Hier bildet er mit Jan Bühn (Kronau), Danny de Boer (Niederlande) und Arnaud Friedrich (Limbach-Oberfrohna) ein Fahrerquartett.

Durch den kurzfristigen Umstieg in die IDM »war die Vorbereitung sehr stressig«, so der Obinger. Denn das Reglement ist hier deutlich anders als in der WM, aber auch als in Reiterbergers IDM-Meisterjahr 2015. »Im Vergleich dazu haben wir jetzt etwas weniger Leistung, beim Tuning und der Elektronik ist etwas weniger erlaubt«, erläutert er.

Bis auf »einen kleinen Funktionstest« in Zolder (Belgien) hatte sich Reiterberger nicht mit der IDM-Maschine vertraut machen können. Doch am Nürburgring »war ich trotz des Regens gleich schnell unterwegs.« Als er im Zeittraining auch noch die Pole-Position erkämpft hatte, »waren alle Zweifel weg.«

Im ersten Rennen des über 30 Fahrer starken Feldes »war ich nach einem guten Start schon eineinhalb Sekunden vor den anderen, dann kam der Abbruch wegen Regens.« Nach dem Neustart entwickelte sich in den letzten drei Runden ein Vierkampf an der Spitze. Zwischenzeitlich lag Reiterberger ganz vorn, »aber ich konnte mich nicht absetzen, und Danny de Boer hat mich in der letzten Schikane noch überholt.« Zwar sei seine Leistung »für ein Regenrennen« gut gewesen, aber: »Es ist trotzdem schade, dass ich nicht gewonnen habe.«

Das tat der Obinger dann im zweiten Lauf, den er mit 25 Sekunden Vorsprung für sich entschied. Während de Boer frühzeitig stürzte und ausschied, wurde Jan Bühn Zweiter vor Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer) und Arnaud Friedrich. Im ersten Lauf hatte Yamaha-Pilot Florian Alt Rang 3 vor Bühn und Friedrich geholt. Hier war der Waldkraiburger Luca Grünwald ausgeschieden, im zweiten Durchgang wurde er mit seiner Suzuki GSX-R Neunter.

In der Gesamtwertung führt Reiterberger mit 45 Punkten vor Bühn (31), Vincon (29) und de Boer (25), Grünwald (7) nimmt den 14. Rang ein.

Reiterberger ist über seine gelungene Rückkehr überglücklich, zumal ihm alle Sponsoren aus der WM die Treue gehalten haben »und jetzt auch wieder regionale Sponsoren für die IDM dabei sind, denen ich in der WM leider keine Werbeflächen anbieten konnte.

Der Verlauf des IDM-Auftakts »war Balsam für die Seele. Es macht Spaß mit dem Team, ich kann die Maschine kontrolliert fahren.« Und er hat vertraute Kräfte um sich: Teamchef ist wieder Werner Daemen, als Mechaniker hat er Wolfgang Kampe und seinen Vater Thomas Reiterberger zur Verfügung, das Data-Recording erledigt Dirk Linnebacher, für das Fahrwerk ist Matthias Greiff (alpha Racing) zuständig. Als Reifenspezialist wird Peter Beicht nun von Andreas Huber unterstützt. »Das ist ein guter Kumpel von mir, den lernen wir gerade an«, lacht Reiterberger.

»Lernbedarf« hat aber auch noch das Team – denn neben der IDM-Maschine wird zusätzlich ein WM-Motorrad aufgebaut. Schließlich wird der 23-Jährige beim WM-Lauf am Lausitzring mit einer Wildcard an den Start gehen, eventuell noch bei einem weiteren Lauf. »Da ist das Reglement komplett anders, und wir versuchen, noch WM-Teile zu bekommen«, so der Obinger. Da ist es günstig, dass der nächste IDM-Termin erst vom 7. bis 9. Juli in Zolder ist.

Für Reiterberger bleibt dennoch kaum Zeit: Am kommenden Wochenende bestreitet er für das LRP-Poland-Team gemeinsam mit de Boer und dem Salzburger Lukas Trautmann ein Acht-Stunden-Rennen in Oschersleben im Rahmen der Langstrecken-WM. Schon am Mittwoch ist das erste Training, am Samstag findet der Wettkampf statt. Auch hier wäre ein gutes Ergebnis wieder »Balsam für die Seele.« who