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Die hervorragende Lauftechnik als größter Trumpf

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Eine saubere Lauftechnik vor allem in den Kurven: Das ist ein Markenzeichen von Joel Dufter (vorn) – und eine Stärke, die ihm auf dem Weg in die Weltspitze helfen kann. (Foto: Wukits)

Er hat das Zeug dazu, zu einem der ganz »Großen« im Eisschnelllaufen zu werden. Experten halten Joel Dufter vom DEC Inzell für das größte Talent seit den Zeiten von Anni Friesinger-Postma. »Seit der Anni ist niemand mehr technisch so sauber auf den Schlittschuhen gestanden«, so der Tenor aus dem Lager der Trainer.


Ähnlich sieht es auch sein aktueller Heimtrainer Danny Leger. »Die Entwicklung läuft seit sechs bis sieben Jahren kontinuierlich, deshalb sind die derzeitigen Leistungen zwar sehr toll, aber nicht unbedingt überraschend.« Zuletzt überzeugte der 21-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften mit dem Titel über 1000 Meter in 1:09,21 Minuten. Eine Fabelzeit für Dufter, die er auch seiner guten Lauftechnik aus seiner Zeit als Shorttracker verdankt.

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»Das kommt mir besonders in den Kurven zugute. Auf der Geraden gibt es sicherlich noch Luft nach oben«, sagt er selbstkritisch. Auf alle Fälle sieht das Gesamtpaket sehr sauber aus. Dementsprechend optimistisch wird er am Wochenende beim ersten Weltcup in China an den Start gehen. »Ich will meinen Platz in der A-Gruppe halten und zu den Weltcups in Europa mitnehmen«, gibt er als erstes Ziel aus.

Eine Medaille bei Olympia 2018 ist möglich

Ein Platz bei der Weltmeisterschaft in Korea ist das primäre Saisonziel. Immerhin ist das laut Dufter eine »vorolympische Saison« – und damit verrät er auch seinen großen Traum. Bei den Olympischen Spielen 2018 will er um eine Medaille laufen. »Der Schritt dahin ist riesig, aber möglich«, meint er.

Das neue Konzept im Bereich der DESG ist auf alle Fälle darauf ausgerichtet, bald wieder um Medaillen bei Großereignissen zu laufen. »Joel hat das Zeug dazu. Ob er es packt, werden die kommenden Jahre zeigen. Ich denke schon, aber wer ist schon Hellseher?«, sagt sein Trainer Leger dazu.

Für Joel Dufter ist die Leistungssteigerung in dieser noch jungen Saison keine große Überraschung. »Ich habe das im Sommer schon gemerkt. Die Fitness ist besser und die technische Umsetzung auf dem Eis klappt immer mehr. Der Schritt war zuletzt groß, mit kleinen Schritten soll es weitergehen.«

Besonders gefreut hat Joel Dufter das Lob seiner ehemaligen Trainerin Marion Wohlrab, die seit Jahren in den USA lebt. Über Facebook hat sie ihrem ehemaligen Schützling zum Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften gratuliert. »Das alles freut mich, steigt mir aber nicht zu Kopf«, betont er.

Den Umgang mit den Schlittschuhen hat Joel Dufter von seinem Vater Pino gelernt. Dieser war ein begnadeter Eishockeyspieler. Klar, dass der Sohn auch ein Puckjäger werden wollte. Irgendwann kam die Sprache auf das Eisschnelllaufen. Schließlich betrieb das die ältere Schwester Roxanne auch.

»Zunächst hatte ich darauf keine Lust«, erinnert er sich. Irgendwann aber versuchte er es doch und bei den Wettkämpfen stellten sich schnell Erfolge ein. Einige Zeit später begann Joel Dufter, sich auch für Shorttrack zu interessieren.

Die engen Kurven und der Kampf Mann gegen Mann waren für den ehemaligen Eishockeyspieler wohl eine ansprechende Alternative. Erst im Juniorenalter entschied er sich endgültig für den Sport auf den langen Kufen, den Eisschnelllauf.

»Ich wollte in Inzell bleiben«

»Irgendwie fehlt mir das Eishockey«, gibt Joel Dufter zu. »Nicht wegen der Härte, sondern wegen des Teamgedankens. Man gewinnt oder verliert zusammen.« Dennoch ist er im Nachhinein sicher, mit der Wahl seiner Sportart den richtigen Schritt gemacht zu haben. »Ich wollte in Inzell bleiben, im Shorttrack hätte ich nach Dresden müssen.«

Hier im Chiemgau hat er mit seiner Schwester Roxanne und den Geschwistern Hirschbichler sowie Moritz Geisreiter das ideale Umfeld. Auf Reisen bilden Joel Dufter und Hubert Hirschbichler eine WG. »Wenn er nicht gerade mit seiner Freundin telefoniert, führen wir Männergespräche«, lacht er. Auf diese WG muss er im ersten Weltcupblock verzichten. Hubert Hirschbichler hat die Qualifikation für den Weltcup knapp verpasst. SHu

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