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Die Heim-WM als Saisonziel

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Auch sie hoffen bei ihrer Heim-WM im Februar 2019 auf gute Ergebnisse: die Inzellerinnen Roxanne Dufter (links) und Gabi Hirschbichler, hier beim Training in der Max-Aicher-Arena. (Foto: Wukits)

Beim Sommereis in der Inzeller Max-Aicher-Arena herrscht derzeit auf der 400-Meter-Bahn Hochbetrieb. Die Eiszeiten nutzt auch Trainer Danny Leger mit seinem heimischen Team. Dieses ist zum Start in die neue Saison etwas kleiner geworden.


Nachdem Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter bereits im Frühjahr seine Karriere beendet hatte, wird auch Hubert Hirschbichler seine Laufbahn beenden. Das hat Leger jetzt bestätigt. Dafür gibt es in Leila Behlau aber immerhin auch einen Neuzugang aus Erfurt.

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Nach den Turbulenzen bei der DESG nach dem Saisonende mit den Rücktritten des Sportdirektors und des Bundestrainers hat Leger einige Gespräche mit dem Verband und den Sportlern geführt. Eines wurde dabei klar: Es wird keinen Cheftrainer Leger bei der DESG geben.

Olympia muss aus dem Kopf

»Im Hinblick auf die Heimweltmeisterschaft im nächsten Februar habe ich beschlossen, hier in Inzell als Trainer weiterzumachen. Wir wollen hier unseren Weg weiter entwickeln. Sollte es notwendig sein, werden wir versuchen mit dem Verband Kooperationen und gemeinsame Sachen zu organisieren«, erklärt Leger.

Seine Sportler versuchen derweil, die Olympischen Spiele vom Februar aus den Gliedern zu schütteln. »Natürlich sind die Tage von Südkorea noch im Hinterkopf, mit den Ergebnissen habe ich mittlerweile aber abgeschlossen«, erklärt Joel Dufter. Der 23-Jährige hat sich nach der Saison eine längere Pause gegönnt. »Ich wollte den Stress abfallen lassen und freue mich jetzt auf die neue Saison. Ich will bei der Heim-WM dabei sein, das ist ein großer Ansporn«, sagt er. Derzeit wird für den Youngster ein entsprechender Trainingspartner gesucht. Laut Leger führe man aktuell sehr gute Gespräche. Ein kurzzeitig erwogenes Privatteam ist kein Thema mehr bei Joel Dufter. Neben der Heim-WM ist er auch ein Kandidat für die Sprint-WM.

Seine Schwester Roxanne Dufter plant ebenfalls zwei Starts bei Weltmeisterschaften. Neben der Einzelstrecken-WM in Inzell soll die 26-Jährige auch die Allround-WM bestreiten. Auch Dufter hat noch ein wenig an den Nachwirkungen von Olympia zu knabbern. »Ich habe einige Zeit gebraucht, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Wenn ich darauf angesprochen werde, habe ich immer noch schwer zu schlucken. Ich kann aber ganz gut damit umgehen«, sagt sie angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme bei den Spielen in Südkorea.

Darum geht sie mit dem Motto »Jetzt erst Recht« in die kommende Saison. »Die Krankheit war Pech, jetzt habe ich ein neues Ziel – und zwar die Heim-WM.« An die letzte WM in Inzell 2011 kann sie sich noch gut erinnern. »Da war ich Zuschauerin und habe mir gedacht, es wäre schön, da mal dabei zu sein.«

Das will auch Gabi Hirschbichler, auch wenn sie dann schon 35 Jahre alt sein wird. Noch blickt sie etwas traurig auf Olympia zurück. Schließlich lag eine Medaille im Team im Bereich des Möglichen. »Das gehört aber zum Sport dazu«, meint sie. Auch ihr fiel es zunächst schwer, den Weggang von Bundestrainer Jan van Veen zu verkraften. »Ich musste mich neu sortieren und genau überlegen, was ich möchte. Mir macht das Schlittschuhlaufen immer noch unheimlich viel Spaß und ich bin froh, dass ich es noch machen darf«, sagt sie mit strahlenden Augen. Auch ihr Heimtrainer Danny Leger freut sich darüber, dass sie noch die WM in Inzell mitnehmen will. »Es wäre für sie ein großes Endspiel und ein toller Abschluss als Inzellerin. Ich bin immer beeindruckt, wie sie sich im Training reinhängt«, schwärmt Leger.

Neu im Inzeller Team ist Leila Behlau. Die 22-Jährige ist von Erfurt aus in den Chiemgau gewechselt. »Ich war sechs Jahre beim selben Trainer und irgendwann habe ich gemerkt, dass meine Leistung stagniert. Der Blick aufs Detail ist da auf der Strecke geblieben«, erzählt sie. Nun hofft sie, in der Gruppe von Danny Leger einen entscheidenden Schritt nach vorne zu machen.

»Ich möchte mich vor allem technisch verbessern. Weiter habe ich noch nicht groß darüber nachgedacht. Mal schauen, was passiert«, meint die junge Sportlerin. »Sie kommt aus einem Trainingssystem, in dem mehr Umfänge trainiert worden sind und die Geschwindigkeit etwas ruhiger war. Bei uns steht mehr der Speed im Vordergrund«, erklärt Leger. Er ergänzt, dass es ein sehr mutiger Schritt der Sportlerin gewesen sei. »Es wird ein langer Weg dorthin, wo sie hin will. Sie ist aber sehr ehrgeizig und setzt alles sehr schnell um. Sie hat auch schnell gemerkt, dass hier ein anderer Wind weht. Ich bin guter Dinge, dass sie sich weiterentwickeln wird«, lobt Leger. SHu

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