Die große Überraschung der Titelkämpfe kommt vom SC Schleching

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Dominic Schmuck vom SC Schleching zeigte bei den Deutschen Meisterschaften in Altenberg hervorragende Leistungen. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Er war die große Überraschung bei den Deutschen Biathlon-Meisterschaften in Altenberg: Dominic Schmuck vom SC Schleching krönte sich im Sprint zum Titelträger. Zuvor wurde der 24-Jährige im Einzel Zweiter hinter seinem Spezl aus der Trainingsgruppe von Remo Krug, Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding. Zum Abschluss kam der Bundespolizist in der Verfolgung auf den zehnten Platz.


»Ich bin natürlich sehr zufrieden«, sagt Schmuck zu seinen Ergebnissen bei den Meisterschaften. »Ich konnte meine Leistungen aus dem Training jetzt auch im Wettkampf umsetzen.« Er fügt hinzu: »Das Umsetzen ist ja nicht immer so leicht, Training ist Training und Rennen ist Rennen.«

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Bereits am ersten Tag der Titelkämpfe merkte Schmuck auf der verkürzten Einzelstrecke (15 statt 20 Kilometer), dass die Form passt. Einen Tag danach gelang ihm dann sein Husarenstück im Sprint, in dem er sogar Weltmeister Benny Doll hinter sich ließ. Seine Erfolge führt Schmuck vor allem auf seine starke Schießleistung in den beiden Rennen zurück. Alle dreißig Schüsse fanden ins Ziel. »Das hat gepasst und ich habe mich auch läuferisch gut gefühlt. So weit bin ich nicht mehr von den Weltcup-Läufern weg«, freut sich der Schlechinger. Realisiert hat er seine Erfolge allerdings erst am letzten Tag der Titelkämpfe, als es in die Verfolgung ging. »Ich bin da am Start mit der Nummer eins gestanden, das war schon ungewohnt und ich wusste, dass hinter mir Topleute wie Doll und Schempp lauerten«, beschreibt er die Situation. Letztendlich sprang für Schmuck der zehnte Platz heraus, wohl auch, weil er sich diesmal insgesamt fünf Fahrkarten leistete.

»Ich habe lange mitmischen können und bin bei der Musik dabei gewesen. Am Schluss habe ich dann wohl zu viel riskiert«, sagt er selbstkritisch. Nach diesen guten Ergebnissen scheint der 24-Jährige für den kommenden Winter einen fixen Startplatz im IBU-Cup zu haben. Möglicherweise ist sogar noch mehr möglich. »Alles andere wäre schön, das werden aber die Trainer entscheiden.« Für Schmuck und seine Trainingsgruppe um Remo Krug heißt es jetzt weiter, sich trotz Corona soweit wie möglich auf den kommenden Winter vorzubereiten.

Durch das Training im Sommer ist er ohne Probleme gekommen. »Die Verantwortlichen in der Chiemgau-Arena haben uns perfekte Bedingungen trotz der Hygienemaßnahmen bereitet«, lobt Schmuck, der vor drei Jahren seine Ausbildung bei der Bundespolizei abgeschlossen hat.

Zum Biathlon kam er übrigens erst im Alter von 16 Jahren, zuvor stand er zehn Jahre auf den Langlaufbrettern. Gerne wäre er auch zum Triathlon gewechselt, sein damaliger Trainer Tobias Reiter stellte ihn vor die Wahl: Triathlon oder Biathlon? Trotz Biathlon bleibt sein sportliches Vorbild Triathlet Jan Frodeno. 2017 holte Schmuck bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Slowakei Bronze mit der Staffel.

Neben Remo Krug als Trainer am Stützpunkt Ruhpolding profitiert er auch von den Trainern an der Bundespolizei-Sportschule in Bad Endorf – wie etwa Roland Biermeier und Engelbert Sklorz. Sklorz ist seit Mai ja auch Schießtrainer der DSV-Biathleten, Schmuck ist begeistert von ihm. »Der Engei lebt das Schießen und ich habe mir schon einiges bei ihm abgeschaut«, verrät er.

Mittelfristig will sich Dominic Schmuck im Weltcup-Team festsetzen und dann will er schauen, was noch kommt. Da setzt er ganz auf das Motto seines Vorbilds Jan Frodeno: »Ziele zu erreichen, kann nur über die Leidenschaft kommen.«

Übrigens konnten fünf von sechs Titeln Sportler des Stützpunkts Ruhpolding gewinnen. Neben Dominic Schmuck waren noch Johannes Donhauser, Simon Schempp und Denise Herrmann, die gleich zweimal Deutsche Meisterin wurde, erfolgreich. SHu

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