weather-image

Die fünf Disziplinen der Taekwondo-WM

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Eine spektakuläre Disziplin ist der Spezialbruchtest. Hier müssen die Bretter durch hohe bzw. weite Sprünge überhaupt erst erreicht und dann auch noch so gut getroffen werden, dass sie zerbrechen.

Bei der Taekwondo-Weltmeisterschaft in der Inzeller Max-Aicher-Arena präsentiert sich vom kommenden Mittwoch, 24. April bis Samstag, 27. April die koreanische Kampfkunst in ihrer gesamten Vielfalt. Wer mit dem Wort Taekwondo nur das Kämpfen verbindet, hat die vielen anderen Facetten dieses Sports noch nicht kennenlernen dürfen. In der Max-Aicher-Arena könne sich die Interessierten von der Vielseitigkeit des Taekwondo mit seinen insgesamt fünf Disziplinen begeistern lassen.


Es werden folgende Disziplinen ausgetragen: Freikampf Leichtkontakt (Matsogi) einzeln und in der Mannschaft. – Formenlauf (Tul) einzeln und in der Mannschaft. – Vorabgesprochener Kampf (Pre-Arranged Sparring). – Kraftbruchtest und Spezialbruchtest – jeweils einzeln und in der Mannschaft. Die Disziplinen im Überblick:

Anzeige

Einzeltul: Der Formenlauf ist fester Bestandteil des traditionellen Taekwondo und entspricht seinem Grund-gedanken nach einem Kampf gegen einen imaginären Gegner. Es stehen zwei Sportler auf einer Fläche und laufen gleichzeitig die vom Computer zufällig ausgewählten Tuls. Während die Sportler ihre Tuls präsentieren, bewerten die fünf Kampfrichter ihre Leistungen nach den Kriterien technische Richtigkeit, Übereinstimmung des Ablaufs mit der Choreografie, Kraft, Dynamik, Gleichgewicht, Atmung und Ausdruck.

Mannschaftstul: Hier treten zwei Teams mit je fünf Sportlern gegeneinander an. Die Kampfrichter bewerten auch hier nach den erwähnten Kriterien. Hinzu kommt aber noch die Bewertung der Zusammenarbeit der einzelnen Teammitglieder.

Kampf: Hier leitet ein Kampfrichter unmittelbar auf der Fläche das Geschehen, während sich die übrigen vier Kampfrichter an den Ecken der Fläche positionieren und von dort aus gesehene Punkte mit dem elektronischen Wertungssystem direkt an den Computer übermitteln.

Die Begegnungen werden im Leichtkontakt-System ausgetragen, das bedeutet, das K.o.-Schlagen des Gegners ist verboten und wird mit sofortiger Disqualifikation geahndet. Außerdem verbietet sich eine übertriebene Härte beim Ausführen von Schlägen und Tritten. Es gewinnt der Sportler, der die höchste Punktzahl durch Treffer am Körper des Gegners erzielt hat. Für Handtreffer gibt es einen Punkt, für Fußtreffer am Körper zwei und für Fußtreffer am Kopf drei Punkte.

Mannschaftskampf: Eine Mannschaft besteht aus fünf Aktiven (und optional einem Reservekämpfer). Bei jeder Begegnung werden die Kampfrichterstimmen – insgesamt vier – auf die Teams verteilt. Es gewinnt die Mannschaft mit den meisten Kampfrichterstimmen. Sollte das Ergebnis nach fünf Duellen unentschieden lauten, so wird ein Entscheidungskampf angesetzt. Sollte dieser auch noch unentschieden enden, wird wie im Einzel nach der »Sudden-Death- Methode« verfahren.

Pre-Arranged Sparring: Eine ganz besondere, sehr kunstvolle Disziplin des Taekwondo ist das Pre-Arranged-Sparring. Es ist zugleich der einzige Wettbewerb, in dem auch gemischte Teams (eine Frau und ein Mann) zugelassen sind. Beim vorabgesprochenen Duell haben die Paare jeweils 60 bis maximal 75 Sekunden Zeit, eine völlig individuelle Abfolge von Techniken zu zeigen. Dabei gilt es, Angriffe mit adäquaten Abwehrtechniken zu blocken oder den Angriffen geschickt auszuweichen. Lediglich am Ende des Kampfs ist eine finale Treffertechnik zugelassen.

Kraftbruchtest und Spezialbruchtest: Die zwei Bruchtest-Disziplinen stellen neben den Kämpfen sicherlich die spektakulärsten Wettbewerbe dar. Beim Kraftbruchtest geht es darum, die vorgegebene Anzahl an Kunststoffbrettern mit ebenfalls vorgegebenen Techniken vollständig zu durchbrechen.

Dagegen besteht beim Spezialbruchtest die zusätzliche Herausforderung darin, die Bretter durch hohe bzw. weite Sprünge überhaupt zu erreichen. Männer müssen beim Kraftbruchtest insgesamt fünf Techniken zeigen (Fauststoß, Handkantenschlag, seitlicher Fußstoß, Kreistritt, rückwärts gedrehter Kreistritt), bei den Frauen entfallen der Fauststoß und der rückwärts gedrehte Kreistritt. Ein vollständig zerbrochenes Brett bringt drei Punkte, ein angebrochenes, geknicktes Brett bringt einen Punkt.

Der Mannschafts-Kraftbruchtest verläuft ähnlich. Allerdings werden hier die Punkte für das Teamkonto gesammelt. Ein Team besteht auch hier aus fünf Sportlern und optional einem Reservemitglied. Wer diese spannenden Disziplinen erleben will, kann sich in der kommenden Woche in der Inzeller Max-Aicher-Arena selbst ein Bild machen. Auch das deutsche Nationalteam hofft auf lautstarke Anfeuerung und Unterstützung bei seinem Heimspiel. fb

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein