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Bis zum Schluss arbeitete Markus Eicher beim DEC Inzell mit den Kindern und war dabei mit ganz viel Elan bei der Sache. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Die Eisschnelllauf-Familie trauert um Markus Eicher

An und auf der Eisbahn ist er meistens als Sieger hervorgegangen, den jahrelangen Kampf gegen seine heimtückische Krankheit hat Markus Eicher jetzt verloren. Im Alter von 67 Jahren ist der ehemalige Trainer von Anni Friesinger-Postma und Eisschnelllauf-Bundestrainer gestorben. Die Nachricht hat nicht nur seine Heimatgemeinde Inzell betroffen gemacht, die ganze internationale Eisschnelllauf-Familie trauert um den beliebten Markus Eicher, der immer auf das Menschliche bedacht war. Er hinterlässt eine Frau und drei Söhne.


Markus Eicher ist in jungen Jahren ein talentierter Eisschnelllauf-Mehrkämpfer gewesen und hatte sportlich seine beste Zeit 1976/77. Er wurde zweimal Deutscher Meister. 1980 verpasste er knapp die Teilnahme an den Olympischen Spielen, daraufhin beendete er seine sportliche Laufbahn. Der gelernte KFZ-Mechaniker arbeitete in dieser Zeit als Bademeister im Inzeller Freibad. Die Stelle hatte ihm die Gemeinde organisiert, damit er gute Bedingungen zum Trainieren hatte. Nachdem er sich vom aktiven Sport zurückgezogen hat, hat er geheiratet und ein Haus gebaut. Aus der Ehe sind drei Söhne hervorgegangen.

Als 1985 in Inzell die Stelle eines Stützpunkttrainers frei wurde, hat ihm der damalige Bürgermeister und Eislaufpionier Ludwig Schwabl quasi als Trainer zwangsverpflichtet. Nach der Trainer-B-Lizenz erwarb er später das Trainerdiplom in Köln. Als Glücksfall für Eicher erwies sich der kometenhafte Aufstieg des Jahrhunderttalents Anni Friesinger, die er bereits im Nachwuchsbereich betreute. 1996 wurde sie Junioren-Weltmeisterin, zwei Jahre später gewann sie Bronze bei Olympia in Nagano. Letztendlich eroberte sie drei olympische Goldmedaillen und krönte sich 16-mal zur Weltmeisterin.

In dieser Zeit stellte Eicher ein schlagkräftiges Team um die Ausnahmesportlerin zusammen. Unter anderem kam aus den Niederlanden Barbara de Loor, sie formte er 2005 zur Weltmeisterin. 2006 wurde Markus Eicher Cheftrainer der gesamten DESG-Damenmannschaft und die Wege des Erfolgsduos Friesinger/Eicher trennten sich. Bei den Spielen 2010 in Vancouver stürzte Friesinger im Halbfinale der Damen-Teamverfolgung und Eicher nahm sie für das Finale aus der Mannschaft. Das bezeichnete er rückblickend als eine seiner schwersten Entscheidungen. Markus Eicher wurde danach verantwortlicher Bundestrainer für die Damen und Herren.

2013 gab's dann für ihn den Schicksalsschlag: Diagnose Krebs. Nach Olympia 2014 trat er als Bundestrainer zurück und arbeitete am Stützpunkt in Inzell weiter. Dort widmete er sich mit viel Elan dem Nachwuchs. Er führte die Kindergartenkurse und den Schulsport wieder ein. Sein Ziel, er wollte eine neue Anni Friesinger entdecken und die deutschen Damen wieder zur Nummer eins in der Welt machen. Vor einigen Jahren zog sich Markus Eicher wegen seiner Krankheit immer mehr vom Eisschnelllaufen zurück. Markus Eicher hinterlässt nicht nur im Sport eine große Lücke. Er wird beim DEC Inzell unvergessen bleiben.

SHu

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