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Die »Eiseilige« zu Gast in Inzell

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Sie gilt als große Eisschnelllauf-Hoffnung Österreichs: Vanessa Bittner (vorn). (Foto: Wukits)

Wintersport in Österreich – das bedeutet fast immer Ski alpin und Skispringen. Da sind nationalen Helden zuhause. Das könnte sich möglicherweise schon bald ändern. Die 20-jährige Vanessa Bittner aus Innsbruck schickt sich an, der neue Eisschnelllaufstar in Österreich zu werden.


Bei Junioren-Weltmeisterschaften hat sie bereits fünf Goldmedaillen erobert. Zudem stellte sie im Sommer auch ihr Talent auf den Inlineskates unter Beweis und gewann bei den Europameisterschaften ebenfalls fünfmal Gold. Das alles hat ihr im Boulevard den Titel »Die Eiseilige« eingebracht. Nicht umsonst, denn die Ausnahmekönnerin hält auf allen Strecken die nationale Bestzeit. In dieser Woche hat die Spezialistin auf den kurzen Strecken aber auch über die Mittelstrecke für einen Paukenschlag gesorgt. In 1:57,22 Minuten kam sie über 1500 Meter ins Ziel.

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Gute Zusammenarbeit mit Inzeller Trainingsgruppe

Die Ursache ihrer Erfolge liegt zum einen in ihrem außergewöhnlichen Talent und zum anderen in der Zusammenarbeit mit der Inzeller Trainingsgruppe. Diese kam durch den guten Kontakt der beiden Trainer zustande. »Das klappt sehr gut und vor allem mit Gabi Hirschbichler und Roxanne Dufter verstehe ich mich sehr gut«, sagt sie in einer Trainingspause in der Max-Aicher-Arena. Manchmal treffen sich die drei Sportlerinnen zum gemütlichen Abendessen. Da sie im Jahr knapp drei Monate in Inzell verbringt, hat sie im Ort auch eine kleine Wohnung gemietet. »Das Eis hier in Inzell ist das beste in Europa, dazu die Natur, besser geht es kaum«, schwärmt sie von den Bedingungen.

Zum Eislaufen kam sie durch ihre Familie. Die elterliche Wohnung liegt in Nachbarschaft zur Innsbrucker Eisbahn. 15 Jahre ist sie nun schon auf dem Eis unterwegs und die Fortschritte sind schnell sichtbar geworden. Der bisherigen Höhepunkte waren die fünf Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften und die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2014.

»Sie hat sich im Sommer brutal gesteigert«

Auch Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma ist mittlerweile auf die talentierte Tirolerin aufmerksam geworden. »Sie hat die Laudatio für einen Jugendpreis vor zwei Jahren für mich gehalten. Seitdem haben wir immer wieder etwas Kontakt«, erzählt die 20-Jährige. In diesem Winter will sie an die Erfolge der vergangenen Saison anschließen und regelmäßig unter den besten Zehn laufen. Ihr Trainer Hannes Wolf traut ihr sogar noch etwas mehr zu, mit der Einschränkung, dass sie gesund bleibt.

»Die Top-6 im Weltcup sind über die drei kurzen Distanzen möglich. Theoretisch ist sogar das eine oder andere Stockerl möglich. Sie hat sich im Sommer im Inlineskaten brutal gesteigert. Wenn sie das auch aufs Eis bringt, ist einiges möglich«, so ihr Trainer.

Hannes Wolf bezeichnet seinen Schützling als richtigen Wettkampftyp. »Sie ist immer auf den Punkt fit und sie braucht die Spannung um Leistung zu bringen.« Vanessa Bittner bezeichnet sich auf die dementsprechende Frage als sehr trainingsfleißig. »Natürlich gibt es auch Tage, an denen es schwer fällt. Aber, wenn man Erfolg will, dann macht man es auch«, meint sie in ihrer typischen Art.

Hobbys und Freizeitaktivitäten bleiben für die junge Sportlerin eher die Ausnahme. Sie hat alles einer erfolgreichen Karriere auf dem Eis untergeordnet. Da scheint es tatsächlich bald möglich, dass Österreichs Skihelden ungeahnte Konkurrenz der »Eiseiligen« bekommen werden. SHu