weather-image
20°

Die Angst fährt zunächst wohl mit

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Nicki Hronek (links) und Marina Wallner planen nach ihren Kreuzbandrissen ihre Rückkehr in den Skizirkus. (Foto: S. Huber)

Sie haben einiges gemeinsam: Die Inzellerin Marina Wallner und Nicki Hronek aus Unterwössen sind zwei hoffnungsvolle Skifahrerinnen aus dem Chiemgau – und beide mussten vor knapp einem Jahr den gleichen Schicksalsschlag verkraften: Sie rissen sich jeweils das Kreuzband und kämpfen sich derzeit wieder zurück in den Weltcup.


Marina Wallner stand bereits im August wieder auf Skiern. »Aber ich bin noch nicht ganz schmerzfrei, das Knie braucht nach wie vor viel Pflege«, sagt sie. Besonders schlimm hat es Nicki Hronek erwischt. Die bald 25-Jährige hat sich zum dritten Mal das Kreuzband gerissen. »Das dritte Mal ist halt nicht mehr so einfach. Das Knie zwickt immer noch. Nach jeder Trainingseinheit muss es behandelt werden«, sagt Hronek. Wenn alles gut geht, will sie im September wieder auf Skiern stehen.

Anzeige

Dritter Kreuzbandriss: »Wollte alles hinschmeißen«

Beide hatten sich im vergangenen November jeweils im Training die schweren Verletzungen zugezogen. Die Diagnose beim Arzt bekamen sie gemeinsam. »Ich war schon sehr geschockt, schließlich habe ich den Sturz als nicht so schlimm empfunden und wollte danach eigentlich alles hinschmeißen«, gibt Hronek zu. Nur das gute Feedback vom Skiverband und den Trainern hat sie bewogen, doch weiterzumachen. »Mit einer Verletzung wollte ich dann doch nicht abtreten. Dafür steckt ein zu großes Sportlerherz in mir.« Nicki Hronek war nach ihrer leidvollen Erfahrung klar, dass sie sich wieder zwischen sechs und zehn Monate durch die Reha quälen muss. Wie immer hat sie diese im ambulanten Reha-Zentrum in Bad Endorf durchgezogen. Operiert ist sie in Augsburg bei Dr. Ulrich Boenisch worden.

»Natürlich bin ich ängstlicher geworden. Wenn ich wieder auf den Skiern stehe, wird die Angst sicher mitfahren«, sagt sie. Betroffen von Kreuzbandrissen waren in der jüngsten Vergangenheit viele Spitzenrennläufer, darunter auch der Traunsteiner Abfahrer Josef Ferstl (SC Hammer).

»Die Schneebedingungen und die Abstimmung beim Training in Schweden waren damals nicht gut«, vermutet Hronek als Ursache der Verletzung. In der neuen Saison will sie langsam wieder versuchen, schnell Skizufahren. Schließlich ist sie eine Speed-Spezialistin. Und sie hat ein großes Ziel vor Augen: Olympia 2018.

Auch Marina Wallner hatte in ihrer kurzen Karriere schon einige Verletzungen. Nach einer überstandenen Sprunggelenksblessur hatte die 21-jährige Inzellerin sich ebenfalls im Training das Kreuzband gerissen. Die Operation führte der Mannschaftsarzt des DSV, Dr. Ernst-Otto Münch, durch. Die Reha machte sie bei Markus Kahr in der Ramsau am Dachstein. Er ist auch ihr Konditionstrainer. »Ich habe mir dort sogar eine kleine Wohnung während der Woche genommen«, erzählt sie.

Rückkehr auf die Piste als »cooles Gefühl«

Auch Marina Wallner erzählt, dass es schlechte Phasen während der Reha gegeben habe. Familie, Freunde und Trainer haben sie immer wieder aufgerichtet. Die Rückkehr auf die Piste ließ sie die harten Tage endgültig vergessen. »Das ist einfach ein cooles Gefühl«, sagt sie lächelnd. »Ich will nach eineinhalb Jahren endlich wieder Rennen fahren«, meint sie kämpferisch und mit einem Funkeln in den Augen. Das hat sie mit ihrer Leidensgenossin Nicki Hronek gemeinsam. So leicht lassen sich die beiden nicht unterkriegen. SHu