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»Derzeit sind die Strecken gut präpariert«

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Die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen, der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding kann kommen: Da sind sich die »Macher« der Großveranstaltung vom 7. bis 12. Januar 2014 einig.


»Wir sind gut vorbereitet, trotz der zu warmen Witterung«, so Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler, der ja Chef des Organisationskomitees ist, »zum Glück haben wir keine so großen Probleme wie Oberhof.« Dort finden vom 3. bis 5. Januar die nächsten Wettkämpfe statt. »Derzeit sind die Strecken gut präpariert«, betont Pichler, denn wenigstens nachts seien die Temperaturen fast immer ins Minus gerutscht. Am wichtigsten aber »ist das Wetter während der Wettbewerbe« betont er.

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Besondere Freude herrscht bei ihm und allen Verantwortlichen darüber, »dass wir heuer ein attraktives sportliches Programm mit guten Startzeiten haben.« Denn beim letzten Weltcup in Ruhpolding hatten die späten Anfangszeiten nicht nur hohe Kosten durch zusätzliche Beleuchtung und höheren Personalaufwand – man brauchte auch zwei Helferschichten statt einer – bedeutet, sondern auch ein Minus beim Zuschauerinteresse. Trotz aller Bemühungen ist dem OK-Chef daher bewusst: »Der Weltcup ist kein Selbstläufer.«

Beim Weltcup Anfang 2013 hatte man rein von der Sportveranstaltung her ein Minus von gut 400 000 Euro verbucht, so Pichler. Er betont aber: »Das ist immer eine Vorleistung, bis jetzt kamen die Investitionen auf die Jahre gesehen immer wieder herein.« Ganz zu schweigen davon, dass ja der Weltcup dem Ort, aber auch der umliegenden Region eine enorme Wirtschaftskraft zuführt, denn es profitierten Vermieter »bis in Richtung Rosenheim« von den anreisenden Fans.

»Jeder Tourismusort muss ja seinen Gästen etwas bieten. Wir geben auch viel Geld für unsere Langlaufloipen aus, um für Touristen attraktiv zu sein«, betont Pichler. Klar sei aber auch: »Man muss natürlich sorgfältig mit dem Geld umgehen.« Daher suche man immer nach Einsparmöglichkeiten, um die Kosten gut im Griff zu halten.

Erfreulich sei es auch zu sehen, dass sich der Nachwuchs aus dem Stützpunkt Ruhpolding sowohl im Deutschlandpokal als auch auf höherer Ebene gut präsentiere.

Das gelte insbesondere für Franziska Preuß, die sich mittlerweile im Weltcup etabliert hat, »aber auch eine Laura Dahlmeier war häufig bei uns«, so Pichler. Sie kommen zu den sportlichen Aushängeschildern Andi Birnbacher (SC Schleching) und Evi Sachenbacher-Stehle (WSV Reit im Winkl) hinzu, »auch Simon Schempp hat über Jahre bei uns trainiert«, verweist der OK-Chef auf ein weiteres Beispiel. »Ich denke, dass alle Sportler hier eine faire Chance haben, sich für Olympia gut in Szene zu setzen«, erwartet er interessante Wettkämpfe, denn »im Biathlon ist alles ungemein dicht beieinander, das wird sehr spannend.«

Er rechnet zwar damit, dass die deutschen Athleten sich in Ruhpolding gut präsentieren werden, warnt aber vor zu hohen Erwartungen. »Wer hätte gedacht, dass ein Martin Fourcade vor eigenem Publikum so zittert«, verweist er auf das Beispiel des französischen Biathlonstars, der beim Weltcup in seiner Heimat nicht zur gewohnten Form gefunden hatte. »Im Biathlon ist der angebliche Heimvorteil manchmal eher ein Heimnachteil«, so der OK-Chef.

Zu pessimistisch möchte er aber auch nicht sein: »Die Miriam Gössner hat auch schon einmal bei uns gewonnen, und der Andi Birnbacher ist erfahren genug, um vor eigenem Publikum zuzuschlagen«, lobt er.

Und dieses Publikum soll – unabhängig von den Ergebnissen – für gute Stimmung sorgen, denn »die Atmosphäre wird von den Fans geprägt, nirgends sonst im Weltcup sind die Zuschauer so nah bei den Athleten am Schießstand wie bei uns.«

Das macht die Wettkämpfe in der Chiemgau-Arena für die Biathlonfreunde besonders attraktiv. Für die Fanclubs hatte man zudem im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Herbst den ersten Fanworkshop angeboten. »Ungefähr 20 offizielle Fanclubs waren da, das ist eine absolut erfreuliche Entwicklung«, lobt er. Und hofft, dass diese Aussage auch für das Interesse an der Sportart weiter gilt: »Ich hoffe, dass die Begeisterung für Biathlon in der Region anhält«, so Pichler – der Weltcup 2014 könnte zum Beweis dafür werden. who