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Derby unter sportlich attraktiven Vorzeichen

»Derbys haben ihre eigenen Gesetze« ist der oft gebetsmühlenartig verbreitete Satz beim sportlichen Aufeinandertreffen zweier Nachbarvereine. Und mag er nun stimmen oder nicht: der Satz gilt auch für den Kampf am Samstag (Beginn: 19.30 Uhr in der Alois-Böck-Turnhalle) zwischen den Ringern des TV Traunstein und des TSV Trostberg in der Bayernliga. Schwingt im lokalen Vergleich doch immer auch die Frage nach dem regionalen Platzhirschen mit.

Sportlich attraktiv ist das Derby zwischen dem TV Traunstein und dem gastgebenden TSV Trostberg: im Bild eine Szene aus dem vergangenen Jahr, in der sich Traunsteins Routinier Klaus Haslberger (rotes Trikot) gegen den Trostberger Sinan Kurz mit einem spektakulären Ausheber durchsetzte. (Foto: Wittenzellner)

Im vergangenen Jahr waren die beiden Kämpfe der beiden Vereine einer der Höhepunkte der Saison und einem Besuch von je bis zu 300 Zuschauern. Trostberg konnte beide Begegnungen, die eine echte Werbung für den Ringsport waren, für sich entscheiden (15:20 und 15:24 aus Traunsteiner Sicht). Positiv hat sich in jüngster Zeit das Verhältnis der beiden Vereine zueinander entwickelt: junge Ringer kennen sich von diversen Meisterschaften, ältere Ringer respektieren sich. Und der ruhige Führungsstil der beiden Abteilungsleiter Hartmut Hille (TV Traunstein) und dem ehemaligen Traunsteiner Mittelgewichtler Christian Philipp (TSV Trostberg) trug in den vergangenen Jahren viel dazu bei, dass sich die Vereine ausschließlich auf die sportlichen Aspekte im Duell gegeneinander konzentrierten.

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Die sportlichen Aspekte haben es auch am Samstag in sich: stellt der gastgebende TSV doch wie schon im Vorjahr eine hochkarätige Mannschaft auf die Matte, die mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Ringern zusammengesetzt ist und in Bestbesetzung wohl keinerlei Schwächen aufweist. »Wenn Trostberg voll aufstellen kann, wird es für uns ganz schwer« betont TVT-Cheftrainer Petar Stefanov, der – von Traunstein kommend – selbst einige Jahre das Trostberger Team in sportliche Höhen geführt hatte, bevor er nun vor gut zwei Jahren wieder an seine alte Wirkungsstätte in Traunstein zurückgekehrt ist.

Auf dem vierten Tabellenplatz stehend (8:4 Punkte), hat die Truppe um den Ex-Burghausener Trainer Alexander Schrader bis jetzt eine überzeugende Leistung geboten. Der TVT liegt in der Tabelle einen Platz hinter Trostberg (7:7 Punkte) und konnte in seinen bisherigen Auftritten durchweg überzeugen, wenngleich die Leistungsdichte nicht so hoch ist. »Die jungen Ringer brauchen Zeit, sich an das raue Klima in der enorm starken Bayernliga zu gewöhnen« betont Stefanov und blickt dabei mit Sorge auf eine immer länger werdende Verletztenliste.

Für Spannung ist in jedem Fall gesorgt: sei es im erwarteten Eingangsduell zwischen Eduard Tatarinov (TVT) gegen Michael Nachreiner oder Stanislaw Dziopak (TVT) gegen Tobias Häusler, wobei hier auf Traunsteiner Seite auch der junge Ilja Vorobev bereit steht. Fraglich dürfte auf Traunsteiner Seite sein, wer gegen den Trostberger Topringer Patrick Szabo (84 kg, Greco) auf die Matte geht. Szabo hat bisher alle seine Einsätze überlegen gewonnen. Borislav Dobrev ist beim TVT auch im Greco eine gute Option, womöglich wird dieser aber auch gegen den bisher dreimal erfolgreichen Trostberger Hannes Batt im Freistil-Mittelgewicht antreten müssen. Nicht erwartet wird vom TVT der Einsatz des Bulgaren auf Seiten der Trostberger, Dimitar Stoyanov.

Einig, dass nur der sportlich faire Wettkampf im Vordergrund steht, waren sich die beiden Abteilungsleiter Hille (TVT) und Philipp (TSV) bereits am vergangenen Samstagabend, als sich der Trostberger Trainer beim Traunsteiner Sieg gegen den TSC Mering in der Franz-Eyrich-Halle selbst ein Bild von der Stärke der diesjährigen Traunsteiner Mannschaft machte. »Die Zeiten einer unguten Nachbarschaft sind endgültig vorbei« ist das Credo beider Seiten.

Schüler mit Vorkampf

Andere sportliche Vorzeichen weist der Vorkampf ab 18.30 Uhr der Schüler auf: hier trägt der TVT die Favoritenrolle gegen die Trostberger. Während die Traunsteiner mit fünf Siegen und einem Unentschieden derzeit auf dem ersten Platz stehen, sind die Trostberger bei bisher fünf Einsätzen noch sieglos. Allerdings haben die Gastgeber einige gute Talente in ihren Reihen. awi