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Der Traum vom Weltcup-Einsatz in der »schönen Wahlheimat«

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Er will sich allmählich im deutschen Weltcupteam etablieren: Philipp Nawrath.

Er hat schon erste Weltcup-Einsätze hinter sich, und mit einem dritten Platz beim vorletzten IBU-Cup in Uvat (Russland) ließ er nochmals aufhorchen: Biathlet Philipp Nawrath vom Stützpunkt in Ruhpolding. Von der Biathlon-Hochburg ist er nicht nur wegen der starken Trainingsgruppe angetan. »Das ist ein supertoller Trainingsort, der uns Sportlern viel bietet. Außerdem ist auch im Ort der Umgang mit uns Sportlern hervorragend, das ist eine schöne Wahlheimat«, so der gebürtige Allgäuer.


Als er 2004 mit dem Biathlonsport begann, »waren die Erfolge von Michi Greis richtig präsent. Und als er 2006 dann bei Olympia drei Goldmedaillen geholt hat, war das nochmal ein zusätzlicher Ansporn« erinnert sich Nawrath an die Anfänge seiner eigenen Karriere, in der er – ebenso wie sein Vorbild – für den SK Nesselwang antritt.

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Doch schon bald wurde klar: Um erfolgreich zu sein, musste er sich eine starke Trainingsgruppe suchen. Die fand er von 2011 bis 2013 in Mittenwald mit Trainer Bernhard Kröll, »in dieser Gruppe war auch Magdalena Neuner dabei.«

2013 erfolgte der Wechsel zum Stützpunkt in Ruhpolding – und gleichzeitig zur Landespolizei Bayern (Ainring). Dort ist er beruflich abgesichert, »und wenn man Freistellungen für Wettkämpfe braucht, erfolgt das problemlos«, freut er sich. Ein gewisses Handicap in der Vorbereitung hat er aber – noch.

Im Rahmen der fünfjährigen Ausbildung gibt es jedes Jahr ab April eine viermonatige Phase, in der er täglich von 7 bis 15 Uhr in Ainring beim Unterricht ist. »Die anderen können im April schon etwas mehr abschalten. Aber wenn ich Zeit habe, fahre ich gerne Mountainbike«, so Nawrath, dessen Freundin sogar im MTB-Weltcup vertreten ist. »Ich gehe auch gerne schwimmen oder mit den Leuten aus der Trainingsgruppe essen.«

Wenn die Teamkollegen bereits wieder voll in die Vorbereitung einsteigen »und am Vormittag schon drei bis vier Stunden radeln«, sitzt Nawrath noch im Unterricht. »Man versucht dann, ab August im Training noch ein bissel mehr als die anderen zu machen, muss aber aufpassen, dass man da nicht überzieht. Aber da haben die Trainer schon einen Blick darauf«, so der 25-Jährige.

Diese Phase ist aber bald beendet: Derzeit lernt Nawrath bereits für die abschließenden Prüfungen ab Ende Juni. Vier schriftliche Prüfungen (je 180 Minuten Zeit), eine mündliche Englischprüfung (ca. 30 Minuten) und ca. drei Wochen später ein Test in praktischem Polizeiverhalten – dann hat es der Polizei-Oberwachtmeister geschafft. »Ich kann nach meiner Sportler-Laufbahn nahtlos in den Polizeidienst einsteigen. Da ist man zunächst im Mittleren Dienst, hat aber gute Aufstiegsmöglichkeiten durch Weiterbildung.«

Erst einmal steht aber nach Ende der Prüfungen der Biathlonsport noch stärker im Mittelpunkt. Nawrath will seinen Weg nach oben fortsetzen. Dass dies möglich ist, hatte er schon in dieser Saison bewiesen.

Den ersten Teil der Deutschen Meisterschaften hatte er gesundheitsbedingt verpasst und konnte sich somit nicht direkt für den IBU-Cup qualifizieren. Doch er gehörte zu denjenigen, die nach Trainerentscheid beim Lehrgang in Norwegen zeigen durften, ob sie gut in Form sind. Das gelang. »Dort wurden jeden Tag Leistungswerte gemessen, erst vorwiegend im Schießen, dann im Laufen, und ich war in der Tabelle der Kandidaten deutlich vorn«, erinnert er sich gerne. Beim anschließenden IBU-Cup war er zweitbester Deutscher und rückte somit sogar ins Weltcup-Team für die ersten drei Wettbewerbsorte auf. Beim Auftakt in Östersund »fehlte ein wenig die Frische nach dem Lehrgang und dem ersten IBU-Cup.« So lief es nicht wie erhofft. Doch mit Rang 9 beim Sprint in Hochfilzen bewies er sein Potenzial.

Es reichte aber nicht, um im starken deutschen Team zu bleiben. Nawrath wechselte in den IBU-Cup und überzeugte beim Saisonausklang. Neben Rang 3 in Uvat holte er in Khanty-Mansijsk unter anderem Rang 8 im Sprint.

Nun will er seine Ausbildung gut abschließen – und sich dann möglichst schon im kommenden Winter ans Weltcupteam heranarbeiten. Langfristig »möchte ich dann da so gut wie möglich dabei sein.« Und natürlich auch in seiner Wahlheimat Ruhpolding im Weltcup überzeugen ... who