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Der Tor-Fluch bleibt ungebrochen

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Anderson Niangbo (links) sorgte mit dem 3:0 für Salzburg für den Endstand, Maximilian Reiter und der SV Kirchanschöring blieben erneut ohne Tor. (Foto: Butzhammer)

1200 Zuschauer haben am Freitagabend den Sieg des Champions-League-Teilnehmers FC Red Bull Salzburg beim SV Kirchanschöring gesehen. Für die Bayernliga-Fußballer setzt sich damit eine Serie fort: Die Gastgeber haben in den vergangenen Jahren nie ein Tor vor über 1000 Zuschauern erzielt.


Vor Jahren ging so ein Spitzenspiel in der Landesliga gegen Hallbergmoos verloren (0:1), in einem Freundschaftsspiel gegen den TSV 1860 München hieß es am Ende 0:5 gegen den damaligen Zweitligisten und im Auftakt-Derby der Bayernliga vor zwei Jahren gewann Traunstein beim SVK mit 1:0 vor 1700 Fans.

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Gegen die Salzburger, die erst am vergangenen Montag die Vorbereitung gestartet hatten, fehlten für ein SVK-Tor hingegen nur Zentimeter. Lange hieß es im Spiel gegen die von Jesse Marsch trainierten Champions-League-Teilnehmer jedoch 0:0. Die erste große Möglichkeit hatte Erling Haaland (12. Minute), der einen scharfen Ball von Albert Vallci annahm, allein auf SVK-Torwart Stefan Schönberger zulief, aber scheiterte.

In weiterer Folge blieb der Serienmeister zwar überlegen, die Gastgeber standen jedoch recht tief und wehrten sich lange geschickt. In der 34. Minute wurde ein Schuss von Mohamed Camara, der nach einem in den Rücken der Kirchanschöringer Abwehr gespielten Freistoß direkt abzog, noch geblockt.

Bei einer Doppelchance von Erling Haaland, der nach einem Abpraller die Querlatte traf, und Takumi Minamino, der über das Tor schoss, wurde es richtig knapp (40.). Kurz vor der Pause gingen die Gäste aus der Mozartstadt dann durch einen Foulelfmeter mit 1:0 in Führung. Erling Haaland, der zuvor gefoult worden war, verlud SVK-Keeper Stefan Schönberger und schob die Kugel links ein (44.).

Nach der Pause wechselte Salzburgs Trainer Jesse Marsch alle Feldspieler, wobei aufgrund der Abwesenheit vieler Salzburger Teamspieler neun Akteure vom Kooperationsclub FC Liefering aus Österreichs II. Liga sowie ein Testspieler zum Einsatz kamen. Anderson Niangbo hatte gleich eine gute Möglichkeit, sein Schuss von knapp innerhalb des Strafraums wurde jedoch abgewehrt (50.).

In der 62. Minute hätte der SVK seinen Tor-Fluch fast beendet, doch Albert Deiters Schuss von rechts auf das Salzburger Tor verfehlte um Zentimeter den linken Pfosten – da herrschte kurz Gänsehautatmosphäre in Kirchanschöring. Deiter ging kurz darauf vom Feld und die »Roten Bullen« machten das 2:0: Nach einer Ecke von rechts, »die eigentlich keine war«, wie SVK-Torwart Stefan Schönberger nach dem Schlusspfiff feststellte, beförderte Sebastian Aigner die Kugel irgendwie zwischen den zahlreichen SVK-Beinen über die Linie (67.).

Dem 3:0 für die Gäste ging eine schöne Ball-Stafette voraus, die folgende Flanke von rechts köpfte Anderson Niangbo ins SVK-Tor (75.).

SVK-Trainer Michael Kostner sprach hinterher von einem »ordentlichen Spiel«, aber ihm fehlte bei seiner Mannschaft etwas der »Mut nach vorne. Ansonsten haben wir uns ganz gut verkauft.« Kostner ließ sich von den vollen Rängen nicht ablenken – er sei ganz auf das Spiel fokussiert gewesen: »Mir ist wichtig, dass ich die Mannschaft vorwärtsbringe«, betonte der SVK-Coach. Das Spiel sei ein »Etappenziel für den Saisonstart« gewesen, er und seine Kollegen hätten wieder »viel gesehen, gerade im Defensivverhalten«. Auch wenn er den Kirchanschöringer Auftritt als »sehr positiv« bewertete, habe es auch einige negative Aspekte gegeben: »Die werden wir ansprechen und die müssen verbessert werden.«

Letzten Endes war Michael Kostner aber froh, »dass das Spiel jetzt vorbei ist und wir uns wieder auf das Wesentliche und die normale Arbeit konzentrieren.« Das Testspiel sei aber dennoch »eine tolle Geschichte«.

Salzburgs neuer Trainer Jesse Marsch wollte das Ergebnis auch nicht überbewerten: »Ein Sieg zum Start ist wichtig, aber wir wissen, dass es noch viel zu tun gibt«, erklärte er. »Die Abläufe müssen noch intensiv einstudiert und trainiert werden. Aber das ist zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung normal. Außerdem haben uns noch viele Spieler gefehlt, die ab nächster Woche wieder bei uns sein werden.«

Für den SVK geht es bereits am morgigen Dienstag weiter, dann spielen die Kirchanschöring beim Ex-Club von Co-Trainer Seppi Weiß, beim SC Inzell. Anpfiff ist um 19 Uhr. mw/fb