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Der SC Ruhpolding hat gleich drei Olympiasieger in seinen Reihen

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Den emotionalsten Olympiasieg für den SCR fuhr wohl Fritz Fischer ein. 1992 holte er bei den Spielen in Albertville mit der Mannschaft Gold – dabei ging erstmals ein gesamtdeutsches Team an den Start. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Auf eine ganze Reihe erfolgreicher Wintersportler kann der SC Ruhpolding stolz sein. Zu den herausragenden Aktiven des Vereins, der in diesen Tagen seinen 100. Geburtstag feiert, zählen die Olympiasieger im Biathlon, Ricco Groß und Fritz Fischer, sowie Skispringer Andreas Wellinger.


Gleich vier olympische Goldmedaillen gewann Ricco Groß jeweils mit der Staffel. Von 1992 bis 1998 gelang dem heute fast 50-Jährigen ein Gold-Hattrick. 2006 in Turin holte er zum vierten Mal Edelmetall mit dem deutschen Quartett. Dazu kommen neun Titel bei Weltmeisterschaften.

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Knapp 30 Jahre ist Ricco Groß Mitglied beim SC Ruhpolding. Anfang der 90er Jahre kam er aus Bad Schlema in Sachsen in den Chiemgau. »Jede der vier Goldmedaillen hat seine eigene Geschichte, für mich gibt es da keine Unterschiede, alle sind wichtig gewesen«, sagt der Vater von drei Söhnen auf die Frage, ob er denn einen Olympiasieg besonders herausheben will.

Aus der langen Zeit in Ruhpolding ist zum Skiclub eine besondere Verbindung entstanden. »Ich schätze die bisherige Zeit hier beim Verein. Das ist für mich schon was Besonderes.« Aktuell ist Ricco Groß Trainer der österreichischen Biathleten und kommt gerne zum Training in die Chiemgau-Arena, in der er praktisch jeden Stein und jeden Baum persönlich kennt. »Es freut mich besonders, dass ich auch mit meinen ausländischen Teams immer ein gern gesehener Gast in der Arena bin«, betont er. Schade findet er die Absage der Biathlon-Sommer-WM in Ruhpolding wegen der Corona-Pandemie. »Das ist sehr bedauerlich, das wäre sicher eine tolle Veranstaltung geworden.«

Den emotionalsten Olympiasieg für den SC Ruhpolding hat wohl Fritz Fischer eingefahren. 1992 hat er bei den Spielen in Albertville mit einem sagenhaften Schießen als Schlussläufer die Goldmedaille eingefahren. »Das war die erste gesamtdeutsche Mannschaft nach der Wende und ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte«, erinnert sich die 63-jährige Biathlonlegende. »Die Goldmedaille ist ein täglicher Begleiter in meinem Leben. Ich werde immer darauf angesprochen und muss viele Fragen dazu beantworten.« Unvergessen sind die Bilder, als er damals mit der deutschen Fahne über die Ziellinie lief.

1978 ist Fischer über die Bundeswehr zum SC Ruhpolding gekommen. »Man hat mich als den Kehlheimer Hobbyangler toll aufgenommen und am Anfang sehr um mich gekümmert«, freut er sich immer noch. Fischer ist übrigens der einzige Sportler beim SC Ruhpolding, der den Gesamtweltcup in einer Disziplin gewonnen hat. Aktuell ist Fritz Fischer deutschlandweit unterwegs, um Kinder und Jugendliche für den Biathlonsport zu begeistern und möglicherweise das eine oder andere Talent zu entdecken.

Der jüngste in der Reihe der Olympiasieger beim Skiclub ist Skispringer Andreas Wellinger. Als 18-Jähriger gewann er bei den Spielen 2014 in Sotschi Gold im Mannschaftsspringen. 2018 in Südkorea sprang er zu Gold von der Normalschanze und gewann Silber von der Großschanze und mit der Mannschaft. »Bei der ersten Goldmedaille bin ich noch sehr jung gewesen. Mit der Mannschaft erfolgreich zu sein, ist toll, aber sehr schwer mit der Medaille in Sotschi zu vergleichen. Eine Einzelmedaille ist für einen Sportler das Höchste, was es bei Olympia gibt«, sagt er. Zum SC Ruhpolding kam er bereits in jungen Jahren. Zunächst als Nordischer Kombinierer, eher sich für das reine Skispringen entschied. Trainer wie Andi Lugert, Engelbert Schweiger und Lorenz Wegscheider sowie Florian Aichinger formten ihn zum Weltklasse-Athleten. »Alles was ich gelernt habe, habe ich dem SC Ruhpolding zu verdanken«, so der Weitenjäger.

Zuletzt war der bald 25-Jährige aus Weißbach vom Pech verfolgt. Nach einem Kreuzbandriss brach er sich Anfang des Jahres im Urlaub in Australien die Schulter. Mittlerweile ist Wellinger wieder im Training und guter Dinge, dass er zu alter Form zurückfindet. SHu

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