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Der SBC will den Wasserburger »Löwen« die Party verderben

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SBC-Spieler Waldemar Daniel (rechts, hier im Duell gegen Tögings Markus Leipholz) muss sich heute Abend auf ganz viel Arbeit in der Defensive einstellen: Mit dem TSV 1880 Wasserburg kommt nämlich die offensivstärkste Mannschaft der Liga in den Jakob-Schaumaier-Sportpark. (Foto: Butzhammer)

Vor dem vorletzten Heimspiel der Saison in der Fußball-Landesliga Südost sind die Karten klar gemischt: Der abstiegsbedrohte SB Chiemgau Traunstein geht als krasser Außenseiter in die Partie gegen den Spitzenreiter TSV Wasserburg. Die Partie wird am heutigen Freitag um 19 Uhr im Jakob-Schaumaier-Sportpark angepfiffen. »Wir wollen den Wasserburgern natürlich die Meisterparty verderben«, gibt sich Traunsteins Co-Trainer Özgür Kart kämpferisch. »Schließlich geht es für uns noch um ganz viel.«


SBC-Spielertrainer Yunus Kart schlägt in die gleiche Kerbe: »Mir wäre es ganz recht, wenn die Wasserburger ihre Meisterfeier um eine Woche verschieben müssten.« Und Karayün macht auch klar: Unentschieden helfen seinem Team in der momentanen Situation nicht mehr weiter. »Wir müssen deshalb auf Sieg spielen.«

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Wesentlich entspannter ist die Lage für die Wasserburger »Löwen«: Sie haben nun sogar vier Matchbälle. Sie brauchen nur noch einen Sieg aus den restlichen vier Partien, um den fünften Aufstieg in Folge fix zu machen und damit erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bayernliga aufzusteigen. Rein rechnerisch könnte zwar der Rangzweite Deisenhofen am Ende der Saison noch an Punkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen, aber der direkte Vergleich spricht eben auch für Wasserburg.

Der Spitzenreiter stellt aktuell mit 69 Toren die offensivstärkste Mannschaft der Liga und mit nur 26 Gegentreffern die zweitbeste Defensivabteilung. Zuletzt feierte der TSV vier Siege in Folge und möchte nun eben in Traunstein den Deckel auf den Aufstieg und die Meisterschaft draufmachen. Schon im Hinspiel behielten die Wasserburger mit 3:1 die Oberhand, damals hielt der SBC aber durchaus mit.

Umso mehr ärgert sich Özgür Kart darüber dass » jetzt jeder schon im Vorfeld sagt, dass wir gegen Wasserburg verlieren werden«. Der Co-Trainer verspricht heute aber einen heißen Kampf. »Wir werden es den Wasserburgern nicht leicht machen. Wir haben in dem Spiel auch nichts zu verlieren und vielleicht gelingt uns deshalb ja eine Überraschung.« Das wäre durchaus Balsam auf die geschundene Traunsteiner Fußballseele, die auch in dieser Saison bislang arg strapaziert wurde. SBC-Spielertrainer Yunus Karyün kann heute immerhin fast auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, nur Josef Wittmann fällt weiterhin aus. Stefan Mauerkirchner wird heute zumindest wieder im Kader stehen. »Der eine oder andere Spieler hat auch noch ein Wehwehchen«, sagt Özgür Kart. »Die Englischen Wochen haben uns einfach zuletzt auch Kraft gekostet, aber unsere zwei Physios leisten hervorragende Arbeit«, lobt der Co-Trainer. Das Restprogramm des SB Chiemgau sieht nach dem Spiel heute Abend noch zwei Auswärtsspiele am Samstag, 4. Mai, 13 Uhr, beim TSV Eintracht Karlsfeld und am Samstag, 18. Mai, 14 Uhr beim TSV Neuried vor. Dazwischen gibt es noch das Heimspiel gegen den SV Erlbach (Samstag, 11. Mai, 14 Uhr).

»Rein rechnerisch ist es noch möglich, dass wir den Klassenerhalt direkt schaffen«, betont Kart, »und deshalb werden wir sicherlich nicht aufgeben.« Vier Punkte beträgt aktuell der Rückstand des Tabellensechzehnten aufs rettende Ufer, das der SB DJK Rosenheim einnimmt.

Bei den restlichen drei Saisonspielen und natürlich auch in einer möglichen Relegation könnte Özgür Kart übrigens auch selbst als Spieler eingreifen. Seine Sperre – Kart kam ja im Winter vom SV Kirchanschöring – läuft am Wochenende ab. »Ich trainiere aktuell mit, für eine Halbzeit oder 60 Minuten reicht meine Kraft sicherlich«, sagt er. »Ich würde der Mannschaft gerne helfen. Aber wir müssen erst noch im Trainerteam besprechen, ob wir das machen werden.« So oder so: »Wir wollen die Liga halten«, hebt Kart hervor. Notfalls eben über den Umweg Relegation. »Wir planen momentan jedenfalls schon zweigleisig und stellen uns auch schon auf eine mögliche Relegation ein«, versichert Yunus Karayün. SB