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Der SB Chiemgau Traunstein II steigt ab

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Kein Durchkommen: Christian Wimmer (Mitte) musste sich mit dem SB Chiemgau Traunstein II dem SC Danubius Waldkraiburg mit Spielertrainer Radu Luca (links) und Iasmin Cozma geschlagen geben. Der SBC II steigt in die Kreisklasse ab. (Foto: Weitz)

Die Enttäuschung war am Ende riesig: Während sich die Spieler vom SC Danubius Waldkraiburg von den zahlreichen mitgereisten Fans im Trostberger Jahnstadion feiern ließen, musste Michael Wirth, der Trainer des SB Chiemgau Traunstein II, seine Mannschaft auf dem Rasen erst wieder ein bisschen aufbauen. Mit 4:5 hat Traunstein das Relegationsspiel im Elfmeterschießen verloren und ist damit nach einem Jahr in der Kreisliga wieder in die Kreisklasse abgestiegen. »Nach dem heutigen Spiel ist die Enttäuschung groß«, erklärte Michael Wirth. »Wir haben alles probiert.«


Über 120 Minuten kämpften die Traunsteiner gegen körperlich deutlich überlegene Waldkraiburger, die von Anfang an mehr Druck machten. Trotzdem hatte die erste gute Chance Traunsteins Nils Finkenthei, der erst am gut reagierenden Alexandru Fekete im Tor der Waldkraiburger scheiterte und den Nachschuss aus der Drehung aus kurzer Entfernung knapp rechts am Tor vorbeischoss.

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Zwingende Chancen waren aber auf beiden Seiten Mangelware, kurz vor der Pause ließ Waldkraiburgs Walter Kötelverö die Traunsteiner Abwehr hinter sich, stand beim Zuspiel aber im Abseits – nicht das einzige Mal, dass Schiedsrichter Christian Böckl den schnellen Danubius-Spieler in der Partie zurückpfiff.

Der SB Chiemgau II startete besser in die zweite Hälfte und kam nun öfter vor das Tor des Aufstiegskandidaten, fand aber zu oft keine Anspielstation für den letzten Pass. In der Schlussphase drängte wieder Waldkraiburg: Der kurz zuvor eingewechselte Topstürmer Codrin Peii – mit 24 Treffern führte er die Torschützenliste der Kreisklasse III an – scheiterte in der 72. Minute nach einem durchgesteckten Ball aber an Traunsteins Torwart Sergiu Nuta.

In der 81. Minute hatte der SB Chiemgau II dann auch noch Glück: Nach einem Eckball bekam die Mannschaft den Ball nicht geklärt, den anschließenden Einwurf in den Strafraum verpassten die Traunsteiner Abwehrspieler, sodass der Ball Waldkraiburgs Spielertrainer Radu Luca in guter Position direkt vor die Füße fiel – der war aber so überrascht, dass er den Ball nur ins Toraus beförderte. Nach einer chancenarmen zweiten Halbzeit ging es in die Verlängerung, in der auf beiden Seiten die Kräfte schwanden. Waldkraiburg kam nach einem Querpass im Strafraum nur zu einem ungefährlichen Abschluss, Traunstein setzte auf lange Bälle, blieb damit aber auch erfolglos. Der Danubius-Torhüter wehrte kurz vor Ende noch einen Traunsteiner Freistoß mit der Faust ab, Gefahr entstand dadurch aber nicht mehr.

So mussten die Teams zum Elfmeterschießen antreten. Traunstein legte vor. Doch nach dem 1:1 blieb SC-Torwart Alexandru Fekete Sieger gegen den zweiten Traunsteiner Schützen Christian Wimmer. Bei Waldkraiburgs Iasmin Cozma ahnte Sergiu Nuta zwar die richtige Ecke, kam aber nicht mehr an den Ball – anschließend trafen alle Schützen. Waldkraiburgs Radu Luca, der als letzter Spieler antrat, traute sich sogar, den Ball platziert in den Winkel zu setzen.

»Wir waren alle sehr müde«, erklärte Radu Luca nach dem Spiel voller Freude über den Sieg. »Aber wir hatten Spaß am Fußball und wollen das auch am Montag zeigen.« Dann trifft seine Mannschaft auf den Sieger des Spiels zwischen dem SV Oberbergkirchen und dem SV Schechen (Ergebnis nach Redaktionsschluss).

Wie es beim SB Chiemgau Traunstein II weitergeht, stand nach dem Abpfiff noch nicht fest: »Wir müssen das jetzt erst mal sacken lassen«, erklärte Michael Wirth nach dem Spiel. »Wir haben natürlich optimistisch für Montag geplant. Das war heute ein trauriger Saisonabschluss.«

Mit seinem Team will Michael Wirth die Saison nun in Ruhe analysieren. »Mir ist es als Trainer nicht geglückt, die ganzen Schwächen der Mannschaft abzustellen«, gab er zu. Dabei hätten die Spieler auch in der Relegation gut gekämpft. »Die Chancen waren da und ich hätte es den Jungs gegönnt«, betonte der Traunsteiner Trainer. »Aber Waldkraiburg hat das clever gemacht. Man hat gemerkt, dass sie die ganze Saison über als Kollektiv gespielt haben, wir hatten viele Ausfälle. Deshalb ein großes Lob an unsere Jugend, die ausgeholfen und mit Herzblut unser Wappen auf der Brust getragen hat – wie vielleicht nicht alle in der ganzen Saison.«

Allerdings seien gerade die jungen Spieler durch die Atmosphäre im Relegationsspiel (Wirth: »Wir haben heute fast gegen das ganze Stadion gespielt«) etwas unruhiger gewesen. »Sie haben gewusst, dass sie jetzt Verantwortung tragen müssen. Vielleicht war das auch zu viel.« jom